Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Kai Dettmar kandidiert in Kaiserslautern für die AfD

Kann bei Spaziergängen wie hier im Volkspark abschalten: Kai Dettmar, der für die AfD antritt.
Kann bei Spaziergängen wie hier im Volkspark abschalten: Kai Dettmar, der für die AfD antritt.

Vor der Wahl: Er lebt in Winden im Landkreis Germersheim, tritt aber im Wahlkreis 44 als Direktkandidat der AfD an: Kai Dettmar. Der 63-Jährige will sich vor allem in der Wirtschafts- und Finanzpolitik engagieren.

Beim Treffen im Volkspark fallen Kai Dettmar zuerst die Müllbehälter auf. Sie werden offenbar regelmäßig geleert und quellen nicht über. Sehr löblich, findet er. Allerdings könnte der Park noch etwas gepflegter sein, sagt er und hofft, dass der große Frühjahrsputz rund um den Entenweiher noch kommt. Der 63-Jährige ist öfter in Kaiserslautern, auch wenn er aus Winden in der Verbandsgemeinde Kandel stammt, wo er seit 31 Jahren mit seiner Frau und zwei Töchtern lebt.

Dass er für die AfD im Wahlkreis 44 als Direktkandidat antritt, habe mit guten Freunden zu tun, die ihn dazu animiert haben, berichtet er. Die Stadt kenne er aber auch von Berufs wegen. Unter anderem hatte er hier für Praktiker gearbeitet.

Konservative Werte sind ihm wichtig

Dettmar, der im Jahr 1989 noch vor dem Mauerfall aus Dresden in die Pfalz kam und zehn Jahre lang in Moskau gearbeitet hat, ist seit 2016 AfD-Mitglied. Der gelernte Maschinenbauer, der 30 Jahre im Vertrieb tätig war, ist seinerzeit wegen Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke eingetreten. „Es war eine Reaktion auf die desaströse Euro- und Finanzpolitik, ich fand mich bei der AfD wieder“, sagt Dettmar, der betont, auf konservative Werte zu stehen. Fleiß, Ordnung, Pünktlichkeit, Höflichkeit, darauf sei in seiner Erziehung noch geachtet worden. „Diese Werte müssten mal wieder hochgehalten werden.“ Dettmars Vater war Arzt, die Mutter Sekretärin. Schon im Jahr 2017 wurde er zum Landesschatzmeister der AfD gewählt, außerdem sitzt er im Bundeskonvent der Partei, ist Sprecher für Wirtschaft und Finanzen im AfD-Landesverband. Seinen Erfolg in der Partei schreibt er seiner Fähigkeit zu, sehr strukturiert und diszipliniert zu arbeiten.

Wirtschafts- und Finanzpolitik sind für ihn die großen Themen, aber auch die Energiepolitik treibt ihn um. „Die CO2-Steuer ist nichts anderes als ein Preistreiber.“ Nur auf regenerative Energien zu setzen sei ein Fehler, meint er. „Das ist viel zu einseitig. Wir bräuchten einen Mix.“ Auch Elektromobilität hält er für den falschen Weg. „Das kostet viel zu viele Arbeitsplätze.“ Dettmar, der für den AfD-Bundestagsabgeordneten Heiko Wildberg arbeitet und dessen Wahlkreisbüro in Offenbach leitet, hält die Diskussionen über den Klimawandel für übertrieben. „Seit es die Erde gibt, hat sich das Klima schon immer gewandelt. Hannibal habe in Sandalen die Alpen überquert. Statt das Geld für Klimabeauftragte in den Städten auszugeben, sollte aus seiner Sicht besser etwas für Senioren getan werden.

Mehr Geld für die Kommunen

Einsetzen würde er sich gern für eine auskömmliche Finanzausstattung der Kommunen. „Kaiserslautern gehört mit einer extrem hohen Pro-Kopf-Verschuldung zu den Kommunen, die am schlechtesten in der Republik dastehen“, sagt er. Das Geld fehle für eine vernünftige Ausstattung von Kindergärten und Grundschulen, für den sozialen Wohnungsbau, barrierefreie Wege, Schwimmbäder. Die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz ist nach seiner Einschätzung zuletzt zu stark geschrumpft.

In seiner Freizeit mag Dettmar Spaziergänge mit der Familie und seinem Hund, einer Deutschen Dogge, vorzugsweise in den Weinbergen. Er bezeichnet sich selbst als Euroskeptiker. Die Zusammenarbeit zwischen den Staaten sei in Ordnung, aber eine einheitliche Währung bringe nichts. Zudem sei der Riesen-Beamtenapparat in Brüssel nicht gut. „Den brauchen wir nicht.“

Wahlkreis 44

Der Wahlkreis 44 umfasst die Stadt ohne die Ortsbezirke Dansenberg, Einsiedlerhof, Erfenbach, Erlenbach, Mölschbach, Morlautern und Siegelbach sowie ohne die ehemaligen Ortsbezirke Betzenberg und Lämmchesberg/Universitätswohnstadt.

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Im Haushalt bin ich für ...

... alles, was mit Technik zu tun hat, zuständig – vom tropfenden Wasserhahn bis zur Antenne, die klemmt.

An der Pfalz mag ich ...

... die wunderschöne Natur, die Weinberge, die Weite, die freundlichen Menschen.

Zuletzt gelesen habe ich ...

... „Die Insel“ von Robert Merle, eine Art Neuauflage von „Die Meuterei auf der Bounty“.

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