Kaiserslautern
Kölner Comedian Simon Stäblein verschont niemanden mit seinen Pointen
Wenn man den Namen Kaiserslautern hört, denkt man möglicherweise an kaiserliche Bauwerke, majestätische Brunnen und vor allem saubere Straßen. „Das hört sich so edel an“, sagte der Kölner Komiker am Samstag in der Kammgarn. Aber nix da. Das einzige kaiserliche Bauwerk ist eine umzäunte Ruine mit etlichen Bushaltestellen. Brunnen gibt es zwar, aber wenig majestätisch. Und sauber sind die Straßen nicht wirklich – wie Stäblein gleich bei seiner Ankunft bemerkte. „Das Erste, was ich auffinde, ist ein Taubenskelett auf der Straße. Ich glaub', die hat noch gelebt. War einfach nur sehr müde, die Taube.“ In Rheine, nur einen Abend zuvor, sah er noch einen Haufen lebender Fasane auf der Strecke. Daraufhin lachte eine Dame es aus dem Publikum sehr … fasanenhaft. „Okaaay, ich glaube, wir haben einen hier.“ Ist seitdem auch sein Lieblingstier.
Bei einer kleinen Google-Suche stieß er auf das zweitliebste Tier der Lautrer, nach der Taube. Nein, nicht etwa die wappentypischen Fische. Sondern Pferde. Besonders beliebt bei hiesigen Metzgereien. „Was isst man dann: Dressur- oder Rennpferde? Welche Pferde haben das zartere Fleisch?“, fragte Stäblein leicht angewidert. „Ponys“, rief ein Gast aus der vorderen Reihe. „Wow, Pony-Metzger ist noch mal eine andere Stufe“, musste Stäblein anerkennen.
Düsterer Humor
Na gut, den ersten Eindruck haben wir nicht ganz so gut gewuppt bei dem Kölner. Als tierfreundliche Stadt wird ihm Kaiserslautern sicher nicht in Erinnerung bleiben. Und dann kommen nicht einmal alle Gäste, die ein Ticket gekauft hatten. „Viele sind auch einfach tot. Man darf ja nicht vergessen, dass wir eine Pandemie hatten und da einfach viele gestorben sind. Also … danke fürs Geld“, sagte er und schickte einen Luftkuss gen Himmel. „Man hätte es schlechter vererben können.“ Ja, Herr Stäblein pflegt einen düsteren Humor. Aber irgendwie auch schön ungeschönt! Diese nonchalante Art zog sich durch den gesamten Abend.
Wenn er also erzählt, dass er gar nicht mehr traurig ist über die Corona-Masken, denn für viele seien sie „ein Segen – gerade wenn du so ein Zähne-Zahnfleisch-Verhältnis von 90 zu 10 hast“, dann ist das nicht beleidigend gemeint – aus seiner Sicht. Es ist nur brutale Ehrlichkeit. So wie er auch ehrlich zu seinem Ehemann ist – einem „super erfolgreichen Privatarzt“, der gerne über seine eigenen Witze lacht, benutztes Geschirr wochenlang stehen lässt, nervige Marotten hat. „So eine Mischung aus Mensch und Hund.“ Die nervigste Marotte: Sachen an einen Platz legen, wo sie laut Stäblein nicht hingehören, und es dann auch nicht zugeben. „Letzten Sommer habe ich sein Asthma-Spray versteckt. Dann hat er es zugegeben. Er macht mich zu dem Monster, ehrlich.“ Egal, er ist „sehr erfolgreich“ und verdient „ohne Ende Geld“, das Simon dann mit vollen Händen wieder ausgibt. Also alles gut.
Ein Pfau als Wachtier
Simon Stäblein gehört zu den Paradiesvögeln der Comedy-Szene. Aber zu den fiesen – in Sachen Humor. Nichts und niemand bleibt verschont von seinen Pointen – weder Mensch noch Tier. Na gut, außer Hunde. Und Pfaus. Katzen hasst er so sehr wie Katzen Menschen hassen. Dann lieber einen Pfau als Wachtier für sein Grundstück – „schön und laut, wie ich.“ Und hinter ihm ein Lama, das vermeintlichen Einbrechern ins Gesicht spuckt. Passt ja auch irgendwie zu ihm.