Kaiserslautern Junge Musiktalente rocken die Kammgarn

Am Samstagabend stellte die Kammgarn wieder mal ein gelungenes Aufgebot an jungen Talenten auf die Bühne. Für die erste Ausgabe der Reihe „No Music in K’Town“ nach der Sommerpause ließen gleich drei regionale Bands im Cotton Club ihre Instrumente erklingen und beeindruckten mit Fremd- und Eigenkompositionen.
Einen vielversprechenden Auftakt lieferten die Musiker von The Yellow Starfish. Die junge Band aus Landstuhl sammelt seit nunmehr drei Jahren Erfahrung auf regionalen Bühnen. Als Schülerband im Oktober 2011 entstanden und als Coverband im hauseigenen Probekeller am eigenen Stil geschraubt, zeichnen sich Max Kries (Gesang/Gitarre), Marius Lutz (Gitarre), Andreas Neger (Bass) und Felix Kries (Schlagzeug) mittlerweile durch solide Eigenkompositionen aus. Sie selbst bezeichnen den neu entdeckten Stil als „Oldschool Surf’n Roll Garage Lo-fi“ und bereits beim ersten Hinhören scheint der Name gut getroffen. Sie jagen keiner lupenreinen Klangästhetik durch moderne Technik hinterher, sondern bedienen sich den musikalischen Lehren der Alten Schule. Gesang und Instrumente werden mittels Effektgerät verzerrt und zu einem Kunstwerk aus überlagerten Echos. In dieser Machart bestechen Songs wie „Bullshit“ und „That Girl“ durch ihre gewollt schmutzige und beinahe antike Klangstruktur, als würden die Songs direkt aus einem privaten Aufnahmegerät stammen. Eine sehr erfrischende Herangehensweise, an die die zweite Band des Abends anknüpft. Das Quartett von Bluesky hat zwar einige Jahre weniger auf dem Buckel, steuert jedoch ebenso auf einen sehr reifen und nostalgischen Sound zu. Ihr Repertoire setzt sich aus beachtlichen Coverversionen alter und neuer Blues- und Blues-Rock-Klassiker zusammen, jedoch niemals ohne dem individuellen Feinschliff der Band den nötigen Freiraum zu lassen. Mit dieser Manier holen Felix Franke (Gesang/Gitarre), Julia Reiß (Gitarre), Christoph Wachter (Bass) und Paul Reiser (Schlagzeug) legendäre Evergreens wie „Old Love“ und „Further on up the road“ von Eric Clapton oder Woody Guthries „Simple Man“ aus der staubigen Schublade und polieren diese mit jugendlicher Experimentierfreude wieder auf. Besonders Franke scheint sich das musikalische Vermächtnis Claptons auf die Fahne geschrieben zu haben, was die routinierten Gitarren-Sätze und ausgefeilten Soli bewiesen. Der junge Gitarrist verzichtet auf übertriebene Arrangements und lässt nichts weiter als Emotionen über die Saiten flanieren. Die junge Kombo von Crowd Control machte zum Abschluss ihrem Namen alle Ehre. Fabienne Henniger (Gesang), Nico Kuhn (Gitarre), Joshua Williams (Gitarre), Marc Armbrust (Bass) und Felix Brechtel (Schlagzeug) hatten die Menge tatsächlich von der ersten Sekunde an fest im Griff und demonstrierten großes musikalisches Potenzial. Ihre Mischung aus Punk- und Alternativ-Rock, bestehend aus Coverversionen von den White Stripes, Kings of Leon oder Bon Jovi sorgte für ordentlich Stimmung vor der Bühne. Henniger brillierte dabei mit ihrer feinfühligen sonoren Stimme, mit der sie sich detailgetreu am Original orientierte. Und doch könnte sich die junge Sängerin durchaus mehr zutrauen, sowohl gesangs- als auch bühnentechnisch. Gerade bei Titeln wie Pinks „Who knew“ oder Joan Jetts „I love Rock ’n’ Roll“ gilt es mit viel Druck in der Stimme den Punk-Rock auf der Bühne auszuleben. Ein wenig mehr Würze, mehr Reiz, mehr Kanten und mehr Punk würden das bereits vorhandene Stimmvolumen der talentierten Frontfrau um einiges hervorheben. Doch nach erst einem Jahr des gemeinsamen Musizierens hat die Schülerin noch viel Zeit, um sich als gestandene Rockröhre zu etablieren. Das Werkzeug, um eine reguläre Größe in der Lauterer Musikszene zu werden, besitzt diese Formation jedoch allemal.