Kaiserslautern Junge Leute fehlen

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Hochbetrieb im Biergarten der Begegnungsstätte an der Galgenschanze: Beim Sommerfest der „Alten Knacker“ herrschte gute Laune. Tanzmusik und schönstes Sommerwetter ließen wieder einmal das Ziel des Vereins Wirklichkeit werden: Menschen zueinander zu bringen. Doch den Verein plagen auch Sorgen.

Die 350 Plätze im Biergarten waren fast voll besetzt am Samstagnachmittag. Unter dem grünen Laub der Eichen ließ es sich auch bei der Wärme gut aushalten. An den Tischen herrschte entspannte Stimmung, und wen es nicht an seinem Platz hielt, der konnte zu Live-Musik auf der Freifläche nach Lust und Laune das Tanzbein schwingen. Nicht nur Gemütlichkeit war angesagt, sondern auch Fassbieranstich mit Oberbürgermeister Klaus Weichel am Freitag. Für Sonntag stand ein Gospelgottesdienst der Nazarener auf dem Programm mit anschließendem Showtanz von Tänzerinnen aus Mexiko und Brasilien, sowie für die Kinder ein Clown mit Luftballons. Außerdem lockte ein Preisrätsel mit Geldprämien und einem Sonderpreis: ein Citroën D3 Cabriolet für ein Wochenende. Hans Herrgen, der erste Vorsitzende, bediente mit an der Zapfanlage. Er ist froh, dass dieses Sommerfest so stattfinden kann. „Ich habe die ganze Woche bei der Stadt darum gekämpft“, sagt er erleichtert. Er sei in ständigem Kontakt mit dem Ordnungsamt gewesen, einige der Nachbarn hätten sich wiederholt beschwert. Zwei, drei Leute seien es, die sich wegen der Musik beschwerten. „Sie legen uns Steine in den Weg“, sagt auch Elke Diehl vom Vorstand. „Das Sommerfest ist unsere wichtigste Einnahmequelle“, sagt Herrgen. „Davon können wir den Verein rund ein dreiviertel Jahr finanzieren.“ Schließlich hätten sie acht Festangestellte, alles Frauen, die die Gastronomie betreiben. „Das sind doch Arbeitsplätze, die wir erhalten wollen“, so Herrgen. Als ehemaliger Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Reifendienst Euromaster hat Herrgen ein geschärftes Bewusstsein für die Probleme von Arbeitnehmern, schließlich hatte er in seiner Stellung mit 2500 Mitarbeitern in ganz Deutschland zu tun. Das Stammessen sei für viele ein Anziehungspunkt in der Begegnungsstätte, bestätigt Herrgen. Auf dem Programm stehe immer gutbürgerliche Küche, Dienstag ist Schnitzeltag, Donnerstag Knödeltag. Was kommt besonders gut an? „Wir sind schnell“, sagt Elke Diehl, Vergnügungswart des Vereins. Bei rund 100 Essen will das gekonnt sein. Auch die anderen Aktivitäten des Vereins werden gut angenommen. Da ist der sonntägliche Tanztee für Alt und Jung, den durchschnittlich 70 Personen regelmäßig von weither besuchen. Der Gospelgottesdienst der Nazarener, Oktoberfest, Maitanz, Seniorennachmittag, auch die Vereine, die sich hier regelmäßig treffen können, wie der Karnevalsclub Rot Weiß oder der Verein der Kehlkopfoperierten, ebenso die Vermietungen für private Anlässe – mit all dem haben Herrgen und sein Team reichlich zu tun. Sorgenvoll wird Herrgen, als er über die Mitgliederzahlen spricht. „Unser Name zieht nicht so die jungen Leute an“, erklärt er. 52 Mitglieder seien es momentan, das sei schon einmal besser gewesen. Um neue Interessenten zu gewinnen, habe der Vorstand schon einiges probiert. Beispielsweise hätten sie ein Dart-Turnier mit 150 Teilnehmern ins Vereinshaus geholt, die Leute seien sehr zufrieden gewesen. „Wir sind so eine eigene Familie“, sagt Herrgen, der im dritten Jahr den Vorsitz innehat. Sein Team aus acht Leuten meint er, wo sich einer auf den anderen verlassen kann. (cbg)

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