Kaiserslautern Jederzeit und für alle

In Sachen digitaler Bildung gibt’s faszinierende Angebote: Roland Frölich, Norbert Wehn und Michael Staudt (von links) zeigen ei
In Sachen digitaler Bildung gibt’s faszinierende Angebote: Roland Frölich, Norbert Wehn und Michael Staudt (von links) zeigen eine Auswahl.

Geht es um digitale Bildungsangebote, hat Kaiserslautern schon heute viele spannende Dinge zu bieten, erzählen die Mitglieder der Arbeitsgruppe Bildung. Doch es geht noch mehr. Ihre Vision: Alle Angebote auf einer gemeinsamen Plattform bündeln und allen Menschen von Jung bis Alt zur Verfügung zu stellen – und Kaiserslautern so zur lernenden Stadt zu machen.

In den Schulen, an den beiden Hochschulen, an der Volkshochschule (VHS), bei Mitarbeitern in Firmen: Das digitale Bildungsangebot in Kaiserslautern ist so vielfältig, dass selbst die Mitglieder der Arbeitsgruppe Bildung nach ihrer Bestandsaufnahme überrascht waren, berichtet Norbert Wehn, Vizepräsident für Forschung und Lehre an der Technischen Universität (TU). Das ganze Wissen zu bündeln und die Lern-Clouds aller Träger in einer Plattform zu bündeln und damit sichtbar zu machen, ist das Anliegen der Arbeitsgruppe Bildung. Einen Namen für ihre Plattform gibt’s schon: die „eduKLoud“ – ein Wortspiel aus education (Bildung), KL (Kaiserslautern) und Cloud (bezeichnet Online-Speichermedien). Sie soll die Schnittstelle zu allen Bildungsclouds sein, die es bereits gibt. „Informationen und Bildungsinhalte stehen im Rahmen der Urheberrechte jedem jederzeit barrierefrei zur Verfügung“, sagt Wehn. Die AG Bildung geht in ihrer Idee noch einen Schritt weiter: denn „eduKLoud“ soll zudem auch noch intelligent sein, schildert Professor Jochen Kuhn, Leiter der AG Didaktik der Physik an der TU. „Sie soll jedem Nutzer einen eigenen, individuellen Lernweg vorschlagen“. Dadurch sei nicht nur eine Spitzen-, sondern auch eine Breitenförderung möglich. Jeder Nutzer soll individuell und passgenau bei seinem Lernfortschritt gefördert werden. Das komme den neuen Lernwelten, die gerade der jüngeren Generation eine Selbstverständlichkeit seien, entgegen, sagt Staudt. Wichtig: Das Bildungsangebot soll sich an Menschen aus allen Bildungsschichten richten und von Jung bis Alt jeden Nutzer dort abholen, wo er gerade steht. „Das müssen wir so niederschwellig wie möglich gestalten“, ergänzt VHS-Leiter Michael Staudt. Gewinnt Kaiserslautern den Bitkom-Wettbewerb „Digitale Stadt“, könnte die „eduKLoud“ zu einem Beispiel für digitales Lernen ausgebaut werden, sind sich die Beteiligten sicher. Einige Herausforderungen gibt’s allerdings noch. Die Infrastruktur müsse stimmen, die Schnittstelle einfach zu bedienen sein und die Inhalte müssten gut sein. Über den letzten Punkt besteht keine Sorge. „Da wollen alle mitmachen“, ist Wehn überzeugt. „Es ist ein Riesenvorteil, dass alle daran beteiligt sind, auch diejenigen, die die Lehr- und Lerninhalte zur Verfügung stellen“, sagt Kuhn. Die Bildungsinhalte sollen breit gefächert sein, betont Staudt. Naturwissenschaftliche Fächer sollen sich dort genau so wiederfinden wie politische und kulturelle Themen. „Wir haben einen ganzheitlichen Ansatz.“ In einem nächsten Schritt sei ein Future Learning Lab denkbar, in dem sich schon heute Einblicke in die neuen Technologien gewinnen lassen, erzählt Kuhn. Doch bei allen Vorteilen, die die digitalen Lernwelten ohne Zweifel bringen, sind sich alle am Tisch einig. Eine der Herausforderungen ist es, das soziale Miteinander nicht zu vergessen: „Echte Kommunikation ist nicht zu ersetzen.“

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