Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Jürgen Gossenberger vom Karnevalverein Kaiserslautern feiert sein 40. Bühnenjubiläum

Feiert am 11. November – dem „Elften im Elften“ – sein 40. Bühnenjubiläum: Jürgen Gossenberger.
Feiert am 11. November – dem »Elften im Elften« – sein 40. Bühnenjubiläum: Jürgen Gossenberger. Foto: VIEW

„In de Palz geht de Parre mit de Peif in die Kerch“ – und in Lautre beim Karnevalverein Jürgen Gossenberger nach vier Jahrzehnten immer noch mal gerne auf die Bühne. „Zugabe, Zugabe“: Zuletzt wurde er beim „Pälzer Owend“ in der „Kalause“ von einem gut gelaunten Publikum gewohnt herzlich aufgenommen. Das Urgestein der Lauterer Fastnacht feiert am 11. November sein 40. Bühnenjubiläum.

Für den Büttenredner, Sänger und Mitbegründer der „Barbarossaspatze“ wie der „Schpeisbuwe“ jährt sich am „Elften im Elften“ zum 40. Mal sein allererster Auftritt beim KVK. Lang, lang ist’s her, dass ein ermutigendes „Du kännscht doch, ehr kännten doch“ von Karl Schumacher ihn mit Herbert Schmitt, seinem späteren „Daddel“-Partner in der KVK-Eröffnungssitzung in Erlenbach, auf die Bühne brachte.

Bekannt als einer, „der nur Blödsinn im Kopf hat“, war Gossenberger da schon seit seiner Ausbildung zum Bautechniker an der Meisterschule, wo er bei deren Kappensitzung zum ersten Mal überhaupt „in de Bütt“ gestanden hatte. Im Gespräch mit dem Fastnachter, der im Alltag so gar nicht als der ewige Witzbold rüberkommt, lässt er erst allmählich durchblicken, dass es ihn eigentlich schon immer zur Fastnacht hingezogen hat. Mit zwölf, 13 Jahren habe er seine eigene „Bierzeitung“ geschrieben und als Büttenrede gehalten, mit 14 Akkordeon gelernt und mit Vater und Mutter in der Kneipe gespielt.

1980 als Aktivenminister in den Großen Rat

Jürgen Gossenbergers richtig närrische Zeit, in der er sich auch mit seinen Auftritten als „Knaddel“ im „Knaddel und Daddel“-Duo weit über Kaiserslautern hinaus einen Namen gemacht hatte, begann mit dem KVK und Hardy Höfli – für Gossenberger heute noch der beste Präsident des Vereins. Sieben eigene Fernsehsitzungen fallen in dessen Amtszeit. „Damit ist der KVK bei allem, was mit Fastnacht zu tun hatte, bekannt geworden“, hebt Gossenberger hervor. Schon 1980 war er als Aktivenminister in den Großen Rat des Vereins gewählt worden, hat mit Eugen Damm, August Schneider und Herbert Schmitt die „Barbarossaspatzen“ gegründet und ein paar Jahre später die „Schpeisbuwe“.

„Je mehr die Leute gelacht haben, umso mehr hat’s Spaß gemacht“ – unter anderem auf den ungezählten Abstechern, die Gossenberger oft mit Partnern in der „fünften Jahreszeit“ absolviert hat. Spitzentermine waren jeweils die Rheingoldhalle in Mainz, die Schwarzwaldhalle in Karlsruhe und nicht zuletzt die mit rund 4000 Leuten gefüllte Schleierhalle in Stuttgart, wo nicht weniger als sieben Zugaben von ihm verlangt wurden.

Mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet

Als erster Büttenredner in der DDR aufgetreten, sieben Auftritte an einem einzigen Abend im Saarland bewältigt, anschließend noch im Bahnheim den Abschluss gefeiert! Den Auftritt im Pfalztheater bei „Pälzers Himmel- und Höllenfahrt“ an einem Fastnachtdienstag wird er auch nie vergessen. „Quatsch zum Kaputtlachen“ eben. Auch hier galt sein Motto: „Niemals politisch werden und keinen beleidigen.“

Gossenberger erinnert sich, wie sein Bekanntheitsgrad durch Fernsehsitzungen und Innenstadtfastnachten stetig größer wurde. Auch nach dem Tod seines Partners Herbert und Mundartauftritten beim „Pälzer Owend“ sei er stets als „de Knaddel“ wahrgenommen worden.

Nach 22 Jahren aktiver Fastnacht wurde Gossenberger mit dem Goldenen Löwen der Badisch-Pfälzischen Fastnachtsvereine ausgezeichnet. Irgendwann hat er dann aber doch angefangen, kleinere Brötchen zu backen. Ohne Partner, sagt er, mache es einfach weniger Spaß, nachts um zwei in die Bütt zu steigen. Irgendwann war dann auch die Familie nicht mehr bei jedem Auftritt dabei – bei den vielen Wiederholungen wurde es für sie irgendwann doch langweilig.

Heute ist Jürgen Gossenberger gerne noch hin und wieder beim „Pälzer Owend“ mit Sketchen, Liedersingen und beim „Dummbabbele“ aktiv. Selbst nach nun bald 40 Jahren auf der Bühne.

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