Kaiserslautern Interview: Mit Volker Müller vom Kammerorchester

Die gute Nachricht zuerst: Das Mainzer Kammerorchester, das am Sonntag im Ramsteiner Haus des Bürgers gastiert, soll nun doch nicht, wie ursprünglich geplant, aufgelöst werden. Mit Volker Müller, langjähriger Leiter des renommierten Orchesters, der sich in dieser Spielzeit in den Ruhestand verabschiedet, sprach unser Mitarbeiter Walter Falk.
Die neueste Entwicklung ist die, dass sich nun doch eine Nachfolgerin für mich gefunden hat. Ich bin ja nun schon 75 Jahre alt, da wird es langsam Zeit, dass man sich zurückzieht. Das geht dann reibungslos? Ich habe ja das Orchester die ganzen Jahre ehrenamtlich geleitet. Dadurch entstanden keine Personalkosten. Von meiner Nachfolgerin kann man das natürlich nicht verlangen. Deshalb sind wir dabei, Sponsoren zu suchen. Das Kultusministerium, die Kulturdezernentin der Stadt Mainz sowie der Landesmusikrat sind sehr daran interessiert, dass es weitergeht. Sie sind ja schon sehr lange dabei... 1974 bin ich dazugestoßen. Nach dem Tod von Professor Günter Kehr 1989 habe ich ehrenamtlich die Leitung übernommen und über 25 Jahre den Laden in Schuss gehalten. Gemeinsam mit meiner Frau, der Flötistin Renate Kehr, habe ich das künstlerische Erbe weiter gepflegt, schwierige Zeiten überstanden und mit viel Engagement das Orchester zu neuen Entwicklungen geführt. Da haben Sie einiges erlebt... Das kann man wohl sagen. Wir haben zwischen 30 und 40 Konzerte im Jahr gegeben, oft sogar 50. Das heißt, über 1000 Konzerte in Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich. Mittlerweile aber sind solch weite Reisen fraglich. Alles ist eine Geldfrage. In Ramstein werden Sie zum letzten Mal das Kammerorchester moderieren. Was erwartet die Besucher? Es kommen die wunderbaren Solistinnen zu Gehör. Die Konzertmeisterin Susanne Stodt, hauptberuflich Violin-Professorin an der Musikhochschule Frankfurt, ist Solistin in Mendelssohns Konzert für Violine und Streichorchester d-moll. Renate Kehr ist auch wieder dabei? Ja, sie gibt mit ihrer Harfe spielenden Tochter Isabell Müller Mozarts Konzert für Flöte und Harfe C-Dur KV 299, das Mozart diesen beiden auf den Leib geschrieben haben könnte. Und Sie selbst, der Sie stets so wunderbar moderiert haben, werden Sie dann auch würdig verabschiedet? Für mich spielen sie zum Schluss den szenischen Abschied, wie ihn „Papa Haydn“ seinen Musikern beim Fürsten Esterhazy zugedacht hatte, der nach 250 Jahren immer noch die Gemüter aufzuwühlen versteht: Haydns „Abschiedssinfonie“ Nr. 45, fis-moll. Einen schöneren Abschied kann ich mir nicht wünschen. Danke fürs Gespräch. (fk/Archivfoto) Konzert... ... am Sonntag, 22. November, 17 Uhr, im Ramsteiner Haus des Bürgers; Karten an der Abendkasse.