Kaiserslautern In keiner Situation wehrlos

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Selbstverteidigung ist zurzeit ein Thema, das viele Menschen interessiert. Daher bieten die Landfrauen in Queidersbach jetzt zwei Kurse dazu an. Am vergangenen Samstag fand in der Gymnastikhalle der Grundschule Queidersbach die erste Stunde statt. Fast 50 Teilnehmer lernen nun in den nächsten fünf Wochen von Trainer Marius Bouwer, wie sie sich im Notfall gegen Angreifer verteidigen können.

„Halt! Ich will das nicht!“, schreit Marius Bouwer durch die Gymnastikhalle in Queidersbach. Die 20 Teilnehmerinnen des Selbstverteidigungskurses der Landfrauen des Ortes schauen zu Beginn noch ein wenig eingeschüchtert auf ihren neuen Lehrer, der ihnen gerade zeigt, wie sie sich mit Schreien vor Übergriffen schützen können. In den nächsten fünf Wochen wird Bouwer den Frauen jeden Samstag und Mittwoch die Kunst der Selbstverteidigung näherbringen. Der 52-Jährige kennt sich mit Kampfsportarten aus. Vor 16 Jahren gründete er den Verein „Shin-Do Karate Mehlingen“. Neben seinem Beruf als Hausmeister des Rathauses Kaiserslautern ist dieser Verein seine große Leidenschaft. Als sich die Landfrauen Queidersbach wegen eines Selbstverteidigungskurses an Bouwer wandten, sagte er sofort zu. „Kampfsport ist ein sehr großer Teil meines Lebens. Es macht mir viel Spaß, mein Wissen an andere weiterzugeben“, sagt Bouwer. Nicht nur Landfrauen, sondern vor allem junge Mädchen nehmen an den Kursen, die samstags und mittwochs stattfinden, teil. „Nach den Geschehnissen der Silvesternacht in Köln fragte mich meine Tochter, ob wir Landfrauen nicht einen Selbstverteidigungskurs ins Leben rufen wollen“, erzählt Ursula Palm, die Vorsitzende des Landfrauenvereins Queidersbach. Sie freut sich über die rege Teilnahme an den Kursen und hofft, dass der Kurs den Teilnehmern zu mehr Selbstsicherheit verhilft. „Sich selbstbewusst zu verhalten, ist bereits eine Art von Selbstverteidigung. Selbstsicheres Auftreten verhindert nämlich häufig schon Übergriffe. Deshalb möchte ich vor allem, dass die Frauen und Männer den Kurs mit einer positiven und selbstsicheren Ausstrahlung verlassen“, sagt Bouwer. Darüber hinaus zeigt er seinen Teilnehmern verschiedene Selbstverteidigungspositionen. Außerdem übt er mit ihnen, laut zu schreien und so bereits Angreifer abzuwehren. „Die Teilnehmer lernen, dass man immer eine Möglichkeit hat, sich aus unangenehmen, gefährlichen Situationen zu befreien“, erklärt der Trainer, „man muss nur einige Punkte beachten.“ Diese Punkte sollen die Teilnehmer des Selbstverteidigungskurses in den nächsten Wochen erlernen. Nach und nach werden die Frauen in ihren Bewegungen sicherer und bereits in der ersten Stunde wird ihnen klar, dass Selbstverteidigung nicht nur schützt, sondern auch Spaß machen kann. Bundesweit ist vor allem seit der Silvesternacht in Köln, in der besonders Frauen belästigt wurden, die Nachfrage nach Selbstverteidigungskursen sprunghaft gestiegen. Bouwer kann das verstehen. „Es ist gerade für Frauen sehr wichtig, einen Selbstverteidigungskurs zu besuchen. Wenn jemand ihnen etwas antun will, sind Frauen oft schutzlos ausgeliefert. Das hat auch Köln gezeigt“, findet der Trainer. (amw)

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