Stadtgespräch
In der Wochenendkolumne geht’s diese Woche um gute Nachrichten
Jedenfalls muss an dieser Stelle das engagierte Jugendparlament der Stadt Erwähnung finden. Was dessen Sprecher Moritz Behncke in der jüngsten Sitzung an Aktivitäten in den vergangenen zwölf Monaten vorgetragen hat: Respekt! Da können nicht viele Gremien, politische Gruppierungen und Vereine mithalten. Und wie professionell die Sitzung generell über die Bühne gegangen ist: Vereinbarte Redezeiten wurden weitgehend eingehalten, gegensätzliche Meinungen ohne Zwischenrufe akzeptiert – und das alles sogar noch recht unterhaltsam, ohne zu einer Spaßveranstaltung zu geraten. Erfrischend – und im Großen Ratssaal eher ungewohnt. Ein paar zwischenmenschliche Spannungen waren zwar schon zu spüren, aber in den wesentlichen Punkten waren sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen weitgehend einig. Ein Beispiel: Beim Thema Beleuchtungsstrategie für den Rathausvorplatz fordert das Jugendparlament nicht nur, dass da etwas passiert, man will auch in einer Arbeitsgruppe aktiv mitarbeiten. Also nicht nur meckern, sondern ein konstruktiver Teil der Lösung sein. Da können nicht viele Gremien, politische Gruppierungen und Vereine mithalten ...
In der Freizeit um andere Menschen kümmern
Dass sich eine neue Zweigstelle der Pflasterstube im Asternweg Menschen ohne Krankenversicherung annehmen möchte, zählt ebenfalls zu den guten Nachrichten in dieser Woche. Denn in Zeiten, in denen eigentlich jeder mit sich und seinen Energie-, Heiz- und Lebensunterhaltungskosten zu tun hat, ist es nicht selbstverständlich, sich in der Freizeit um andere Menschen zu kümmern. Bleibt zu hoffen, dass das Engagement nicht nur auf wenige Schultern verteilt wird, sondern, dass sich noch ein paar ehrenamtliche Helfer finden. Sonst geht’s den Ärzten und Fachkrankenschwestern im Ehrenamt wie im Beruf, wo oft viel Arbeit auf immer weniger Beschäftigte trifft.
Die Erinnerung darf nicht verblassen
Ebenfalls eine gute Nachricht in dieser Woche: Die Stolperstein-Initiative in Kaiserslautern macht weiter, verlegt am Sonntag, 9. Oktober, wieder 13 Gedenktäfelchen. Die sind wichtig, weil allmählich die Zeitzeugen aussterben. Die Metallplaketten erinnern dauerhaft an Deutschlands dunkelste Zeit zurück – da tut es manchmal schon weh, sich vorzustellen was die Eltern, Großeltern und Kinder ertragen mussten, deren Namen nun in den Gehweg eingelassen sind. Es ist gut, dass sich in der Kaiserslauterer Stolperstein-Initiative Menschen einbringen und publikumswirksam auf diese Schicksale aufmerksam machen. Damit die Opfer des Nationalsozialismus niemals vergessen werden.
Und noch eine gute Nachricht zum Schluss dieses Textes: Dieses Stadtgespräch wird jetzt nicht noch künstlich in die Länge gezogen. Genießen Sie das Wochenende – allen Widrigkeiten zum Trotz!