Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel In der Talentschmiede des 1. FC Kaiserslautern ändert sich gerade einiges, nicht nur organisatorisch

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Die Kabinentüren sind neu beklebt, an der ehemaligen Bürotür von Manfred Paula, dem Leiter des Nachwuchsleistungszentrums der Roten Teufel, wurde das Schild ausgetauscht. Boris Notzon ist da jetzt zu lesen. Der Wind der Veränderung weht durch die Kaderschmiede des 1. FC Kaiserslautern, hat schon einiges verändert und wird noch so manches ändern.

„Dass da mein Name steht, ist eigentlich eher als Gag gedacht. Da haben sich die Jungs einen Scherz erlaubt, vorher hing da ein Pappschild“, winkt Boris Notzon ab. Der Sportdirektor für den Lizenzbereich des 1. FC Kaiserslautern hat den Job von Manfred Paula nur interimsmäßig übernommen. So lange, bis ein passender Nachfolger gefunden ist, und da soll nichts überstürzt werden, wie Notzon betont. Wie berichtet ist der frühere NLZ-Leiter der Roten Teufel zu Saisonbeginn als NLZ-Leiter zu 1860 München gewechselt. Aus privaten Gründen. Paulas Familie wohnte weiterhin in Bayern, nach Jahren des Pendelns wollte er zurück in die Heimat.

Wer folgt auf Manfred Paula?

Wie der Posten neu besetzt wird, darüber wurde lange gegrübelt beim FCK. Für Martin Bader, Geschäftsführer Sport beim FCK, war klar, dass das NLZ ein wichtiges Standbein ist und die Talentschmiede so gut wie möglich arbeiten können muss. Er beauftragte Boris Notzon, den Ist-Stand zu erarbeiten und ein Zukunftskonzept zu entwerfen. Der Sportdirektor führte Gespräche mit allen Mitarbeitern, ließ sich alles zeigen und erklären. Heraus kam ein neues Organigramm und viele Ideen, von denen einige schon umgesetzt wurden. Der Posten von Manfred Paula wurde dreigeteilt, „weil einer das alles nicht schaffen kann und damit sich der Sportliche Leiter ausschließlich um Fußball kümmern kann“, wie Notzon erklärt. Koordinatoren gibt es nicht mehr.

Fußballlehrer coacht die Coaches

Der neue Sportchef fürs NLZ, der noch gesucht wird, und der Sportliche Leiter für den Grundlagen- und Aufbaubereich (U10 bis U14), Stefan Meißner, der U15-Trainer bleibt, kümmern sich um die sportliche Ausrichtung. Der neue Chef, der ein Fußballlehrer sein soll, coacht die Coaches, entwickelt in Zusammenarbeit mit den Trainern eine gemeinsame Spielidee, einheitliche Übungsformen. Um die Kaderplanung muss er sich nicht kümmern. Für die U10 bis zur U19 gibt es einen eigenen Leiter, der dafür zuständig ist und dann zum Beispiel auch Ansprechpartner für die Berater ist, die sich bisher an die Trainer wenden. Der FCK plant, den Posten mit Helmut Zahn zu besetzen, den früheren Leiter des Aufbaubereichs. Die Kaderplanung für die U21 steuern Notzon und Bader vom Lizenzbereich aus.

Dirk Walter ist organisatorischer Chef

Die organisatorische Leitung des NLZ liegt in den Händen von Dirk Walter, der den Bereich auch vorher betreut hat. Notzon: „Er hält Sport- und Kaderplanern den Rücken frei.“ Dabei helfen wird ihm Christian Schlarp, der vorher als Koordinator für die Ausbildung im Grundlagenbereich verantwortlich war. Sein neuer Posten heißt „Referent für Orga und Administration“.

Gunther Metz trainiert die Top-Talente

Neu beziehungsweise zurück auf dem Fröhnerhof ist Gunther Metz, der langjährige erfolgreiche U19-Trainer der Roten Teufel, der jetzt als Co-Trainer der U19-Nationalmannschaft für den DFB arbeitet. Er trainiert einmal die Woche die Top-Talente des NLZ – in Abstimmung mit dem Sportlichen Leiter. Neu ist auch Wenzel Böhm, Leiter Athletik und Reha im NLZ. Er hat das Amt von Marvin Kilian übernommen, der ins NLZ von Mainz 05 gewechselt ist. In dieser Woche ruft Notzon die Hauptamtlichen erneut zusammen, entwickelt mit ihnen gemeinsam das neue Konzept für die Talentschmiede. In der nach und nach sichtbar wird, dass sich was tut.

Zeichen für den Neuanfang

Die Kabinentüren sind jetzt beschriftet. „Ein Zeichen für den Neuanfang“, sagt der Sportdirektor, der noch einiges vorhat. Im Besprechungsraum gibt es jetzt ein interaktives Whiteboard, mit dem Trainer und Spieler arbeiten können. Vergangene Woche gab es das erste Mal einen gemeinsamen Laktattest von U19 und U21. Das neue Bistro auf dem Fröhnerhof ist gut besucht. Der marode Balkon am Haus des Waldes soll repariert werden, die Ölfässer durch richtige Mülltonnen ersetzt. „Wir wollen ein besseres Erscheinungsbild, zum Beispiel durch mehr Bilder von ehemaligen Spielen“, sagt Notzon, dem große Fotos von Jungs wie Willi Orban, Jean Zimmer oder Dominique Heintz auf der Außenfassade vorschweben. Damit jeder sieht, wie erfolgreich die Kaderschmiede ist. „37 Profis in fünf Jahren, neun aus unserem NLZ sind dieses Jahr bei unseren Profis dabei“, zählt Notzon auf, und es klingt wie Werbung für die Schmiede.

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