Kaiserslautern „In der Sache weiter bohren“

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Knapp 120 Menschen kamen gestern Abend in die Alte Eintracht zum Neujahrsempfang der DGB-Region Westpfalz. DGB-Regionsgeschäftsführer Westpfalz, Michael Detjen, berichtete vom Wahljahr 2014, der Verdi-Landeschef Uwe Klemens blickte auf ein spannendes Tarifjahr 2015.

2014 sei das „Jahr mit vielen Wahlen“ gewesen. Damit sprach Detjen nicht nur von Kommunal-, Europa oder Oberbürgermeisterwahl in Kaiserslautern, sondern meinte damit auch die Betriebsratswahlen und die Wahlen anderer Vertreter in den Betrieben, etwa die der Jugend oder der behinderten Mitarbeiter. Bei den Wahlen in den Betrieben habe es Wahlbeteiligungen von über 80 Prozent gegeben. „Das macht deutlich, wie wertvoll die Demokratie in den Betrieben ist“, unterstrich Detjen. Gastredner Uwe Klemens von Verdi kündigte an, dass seine Gewerkschaft 2015 mit einer Forderung nach 5,5 Prozent mehr Lohn in die anstehenden Verhandlungen im öffentlichen Dienst gehen werde. Außerdem wolle er verstärkt darauf hinweisen, dass bei der Deutschen Post AG in Rheinland-Pfalz fast 40 Prozent der Beschäftigten nur Zeitverträge haben. „Das geht nicht“, unterstrich Klemens. Das Jahr 2015 habe gut für ihn angefangen, berichtete Klemens den Zuhörern. „Für mich war der 1. Januar 2015 etwas besonderes. Da können wir stolz darauf sein“, sagte er und spielte damit auf die Gültigkeit des Mindestlohns in Deutschland ab diesem Datum an. Allerdings warnte er davor, mit dem Erreichten zufrieden zu sein, so lange es noch Ausnahmen wie Zeitungsausträger oder Praktikanten gebe. „Das müssen wir weiter ansprechen und in der Sache auch weiter bohren.“ Klemens nahm sich auch heraus, über ein Thema zu sprechen, von dem er, wie er sagte, „keine Ahnung“ habe. „Ihr aber auch nicht. Ich rede von TTIP, dem Transatlantischen Freihandelsabkommen.“ Die Gewerkschaften seien keinesfalls gegen freien Handel. Es könne aber nicht sein, dass viele bei dem Thema über etwas redeten, von dem sie keine Details kennen. Er appellierte an die politischen Entscheidungsträger in den Parlamenten, sich kundig zu machen. „Die, die abstimmen, müssen wissen, um was es geht.“ Allgemein forderte er bei dem Thema ein „Ende der Geheimdiplomatie.“ Viel Applaus erntete Klemens’ Schlusswort zum Thema Pegida: „Überall, wo die auftauchen, müssen wir hin und denen sagen, dass das so nicht geht!“ (bld)

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