1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel In allerletzter Sekunde: FCK II nutzt Patzer des FKP

Nach dem 4:3 stürmen die Ersatzspieler des FCK II jubelnd auf den Platz.
Nach dem 4:3 stürmen die Ersatzspieler des FCK II jubelnd auf den Platz.

Die U21 des 1. FC Kaiserslautern hat im Kampf um die Oberliga-Meisterschaft einen wichtigen Sieg eingefahren. Die Roten Teufel nutzen den Patzer der Konkurrenz aus Pirmasens.

Als Enis Kamga in Straßenkleidung die Seitenlinie entlang spazierte, war die Freude bei den Spieler der U21 des 1. FC Kaiserslautern groß. Als die Oberliga-Mannschaft der Roten Teufel am Sonntag 4:3 (1:2) beim SV Gonsenheim gewann, war der deutsche U19-Nationaltorhüter nämlich nur Zuschauer.

Als Kamga, der mit seiner Familie in die Landeshauptstadt gekommen war, vor dem Anpfiff am Spielfeldrand auftauchte, unterbrachen seine Teamkollegen das Aufwärmen und begrüßten den 18-Jährigen. Am Freitag hatte er bei den Profis debütiert, beim 0:2 gegen Eintracht Braunschweig in der Zweiten Fußball-Bundesliga. Als die Ersatzspieler dann nicht ganz 48 Stunden später nach dem 4:3 in letzter, wirklich allerletzter Sekunde durch Drini Miftari jubelnd aufs Spielfeld stürmten, hielt Kamga sich dann doch etwas zurück.

Früher 0:2-Rückstand

Aber er verfolgte den Auswärtssieg der U21 des FCK von der Bank aus. „Enis ist ein Teil von uns, hat hauptsächlich für uns gespielt. Er ist ein Riesentalent, ich bin überzeugt, dass er seinen Weg gehen wird“, sagte U21-Trainer Alexander Bugera nach dem Abpfiff im Sportplatz am Wildpark. Vertreten wurde die nominelle Nummer eins im Mainzer Vorort durch Fabian Heck.

Es sah lange Zeit überhaupt nicht danach aus, dass die Roten Teufel in Gonsenheim als Sieger vom Platz gehen würden. Zwar ging der FCK von Beginn an in die Offensive, aber es waren die Hausherren, die den Ball erstmals im Netz unterbrachten. Nach einem Konter überwand Josef Elhaji Kamga-Vertreter Heck ins Torwarteck (12.). Und die Mainzer blieben drauf. Früh gingen sie ins Pressing und kamen so an einen schwachen Pass von FCK-Kapitän Jean Zimmer. Titus Henseler vollendete aus rund 20 Metern (15.).

Blum vergibt Elfmeter, trifft dann aber doch noch

„Die Jungs haben an sich geglaubt, haben immer wieder Rückschläge weggesteckt und sind zurückgekommen“, sagte Bugera. Nach 21 Minuten scheiterte Felix Geisler am Gonsenheimer Keeper Paul Simon. Owen Gibs, am Freitag nur kurz für die Profis im Einsatz, traf schließlich zum Anschluss (28.). Kurz vor dem Pausenpfiff war es Shawn Blum, dessen Versuch an den Innenpfosten knallte und anschließend aus dem Tor sprang (45. + 3). Zwischenzeitlich hatte Heck verhindert, dass die Gonsenheimer wieder auf zwei Tore davonzogen (38.).

Nur Augenblicke nach dem Anstoß zur zweiten Hälfte glich Blum aus (46.). Doch Maurice Neukirch köpfte die Hausherren wieder in Front (52.). Keeper Heck hatte es versäumt, die Flanke abzufangen, sah bei dem Gegentor nicht gut aus. Aber der FCK blieb dran. Ex-Profi Zimmer holte schließlich einen Elfmeter heraus, doch Blum scheiterte vom Punkt an Simon. In der 76. Minute war es dann Tyrese Zeigler, der ausglich. Die Gäste liefen weiter an, es sah aber lange nach einer Punkteteilung aus. In der letzten Aktion des Spiels traf Miftari dann zum Sieg. Schiedsrichterin Michelle Gottdang pfiff noch während des Lauterer Jubels ab.

Neuer Tabellenführer

Der FCK hat damit einen wichtigen Erfolg im Aufstiegsrennen eingefahren. Denn bereits am Samstag hat der FK Pirmasens – bis dato Tabellenführer – überraschend Federn gelassen. Der FKP hat 0:2 beim Tabellensechsten Hertha Wiesbach verloren. Zuvor hatte „die Klub“ sieben Ligaspiele in Folge nicht verloren. Die Roten Teufel wussten also von Beginn an um ihre Chance, die Tabellenführung zu übernehmen. Zusätzlicher Druck für die Roten Teufel? „Das ist eine junge Truppe, das darf man nicht vergessen“, sagte Bugera nach dem Abpfiff. Der FCK-Trainer hatte sich dem wilden Finale erst einmal einige Momente lang sammeln müssen.

Am Samstag geht das Fernduell um die Oberliga-Meisterschaft weiter. Um 14 Uhr trifft Pirmasens auf Dudenhofen, die U21 des FCK eine Stunde später auf Arminia Ludwigshafen. Vielleicht wieder mit Kamga im Kasten.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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