1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel 0:2 gegen Braunschweig: Alidou verdirbt Kamga das Profidebüt

Unglückliches Debüt im Profifußball: Torwarttalent Enis Kamga lässt den Schuss von Lino Tempelmann prallen, Farade Alidou kann z
Unglückliches Debüt im Profifußball: Torwarttalent Enis Kamga lässt den Schuss von Lino Tempelmann prallen, Farade Alidou kann zum 1:0 für Braunschweig abstauben. Doppeltes Pech für den 18-Jährigen: Danach hatte er kaum mehr eine Möglichkeit, sich auszuzeichnen.

Pfeifkonzert auf dem Betzenberg: FCK verliert 0:2 gegen Abstiegskandidat Braunschweig. Ein Patzer von Debütant Enis Kamga leitet die Niederlage des 1. FC Kaiserslautern ein.

Im Gästeblock brannten die 900 mitgereisten Fans Bengalos ab, die FCK-Fans unter den 44.351 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion verfolgten das Geschehen konsterniert, um ihren Unmut nach dem Abpfiff mit Pfiffen kundzutun: Der 1. FC Kaiserslautern hat am Freitagabend nach einer uninspirierten und fehlerbehafteten Leistung mit 0:2 (0:1) gegen Abstiegskandidat Eintracht Braunschweig verloren.

Ausgerechnet der Lauterer Leihspieler Faride Alidou (14.) – nach einem schweren Fehler von Lauterns Torhüter-Debütant Enis Kamga – und Erencan Yardimici (72.) trafen für die Niedersachsen. Die letzten Wochen dieser Zweitliga-Saison könnten auf dem Betzenberg turbulent ausfallen.

Vier Änderungen in der Startaufstellung

Wie würden die „harten Entscheidungen“ aussehen, die FCK-Trainer Torsten Lieberknecht nach dem 0:3 in Kiel angekündigt hatte, als sich seine Mannschaft den nächsten bodenlosen Auswärtsauftritt geleistet hatte? Nach seinen zurückrudernden Äußerungen in der Pressekonferenz griff der 52-Jähriger doch in größerem Umfang in die Statik seiner Startelf ein.

Im Tor durfte sich das sich das erst 18 Jahre junge Eigengewächs Enis Kamga erstmals auf der großen Bühnen Zweite Liga zeigen, die Entscheidung war mit Stammkeeper Julian Krahl abgesprochen. Außerdem rückten im Vergleich zu Kiel Florian Kleinhansl für Mika Haas (angeschlagen nicht im Kader), Luca Sirch im linken Mittelfeld für Kapitän Marlon Ritter (Bank) und Simon Asta für Norman Bassette (Bank). Lieberknecht setzte wieder auf eine Viererkette, bei Braunschweig stand FCK-Leihgabe Faride Alidou ein wenig überraschend in der Startformation.

Alidou verkneift sich den Torjubel

Und Alidou stand nach einem schwungvollen Lauterer Beginn auch gleich im Mittelpunkt. Profi-Debütant Kamga wehrte einen 20-Meter-Schuss von Lino Tempelmann unglücklich nach vorne ab, Alidou staubte in der 14. Minute zum Braunschweiger 1:0 in die lange Ecke ab. Der Torschütze jubelte aus Respekt vor seinem eigentlichen Arbeitgeber nicht über sein erstes Tor für die Eintracht, Rasmussen und Kleinhansl wiederum trösteten den jungen Torhüter der Jungen Teufel nach seinem Patzer sofort – am unnötigen Lauterer Rückstand änderte der verbale Zuspruch für den unglücklichen Kamga aber nichts.

Und beinahe wäre es bei seiner Zweitliga-Premiere sogar noch schlimmer gekommen für das Torwart-Talent aus Ludwigshafen: Einen Rückpass von Rasmussen bekam Kamga nicht sauber gestoppt, Alidou klaute ihm den Ball, doch Maxwell Gyamfi rettete gedankenschnell, spitzelte den Ball weg (30.).

Ideenlose Lauterer

Der sonstige Vortrag des FCK gegen den fußballerisch limitierten Abstiegskandidaten fiel in die Kategorie völlig ideenlos. Joly kam mal nach einer Sirch-Flanke am langen Pfosten an den Ball, aber Braunschweigs Torhüter Ron Thorben Hoffmann parierte mit dem Fuß (20.). Ansonsten fehlten Lieberknechts Team in einem schwachen Zweitliga-Spiel Präzision, Konzept, Tempo und Durchschlagskraft. Also unterm Strich fast alles. Die FCK-Fans verabschiedeten ihr Team mit Pfiffen in die Kabine.

Vor den Augen von FCK-Meistertrainer Karl-Heinz Feldkamp musste in der zweiten Halbzeit eine Reaktion der Roten Teufel folgen. Lieberknecht brachte Bassette und Kenny Redondo für Kunze, der seine 14. Gelbe Karte in dieser Saison gesehen hatte, und Kleinhansl. Zumindest gelang es den Pfälzern zu Beginn des zweiten Abschnitts, sich einmal über einen längeren Zeitraum in der gegnerischen Hälfte festzubeißen und Druck zu erzeugen. Skyttäs gute Gelegenheit, als er nach Bassettes Hereingabe aus kurzer Distanz nur knapp am Tor vorbeizielte, weckte auch die Westkurve wieder auf (58.).

Viel Beifall bei Ritters Einwechslung

Die Lauterer Fans gaben zudem mit lautstarkem Applaus bei seiner Einwechslung in der 65. Minute noch ihr Votum zur ungewohnten Reservistenrolle für Kapitän Ritter ab, bevor die Schlussoffensive des FCK begann. Die Bemühungen wirkten fußballerisch weiterhin hölzern, aber wenigstens war jetzt Feuer in den Aktionen auf dem Platz zu erkennen.

Doch mitten hinein in die Lauterer Druckphase konterte Braunschweig den FCK aus. Florian Flick spielte in die Gasse auf Eren Yardimci, Gyamfi verteidigte ganz schwach – und der Ball schlug im linken Eck hinter dem diesmal schuldlosen Kamga ein (72.).

Dieses Gegentor zog dem FCK endgültig den Stecker. Während die ersten Lauterer Fans das Stadion verließen, mühte sich die Mannschaft auf dem Rasen, die fünfte Heimniederlage der Saison zu verhindern. Nur fehlten unübersehbar die Mittel, um diesem Spiel noch eine Wende zu geben.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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