Kaiserslautern
Immer noch Aufnahmestopp: So steht es um die Tafel
„Wir haben immer noch einen Aufnahmestopp und daran wird sich erstmal nichts ändern“, sagt Stefan Opitz von der Tafel Kaiserslautern. Die Tafel würde gerne noch mehr Menschen versorgen, aber das sei nicht möglich. „Die Grundvoraussetzung wäre, mehr Lebensmittel zu bekommen, aber das passiert nicht“, klagt Opitz. Neuaufnahmen seien nur in Einzelfällen möglich, etwa wenn jemand wegzieht oder verstirbt. Aber: „Das bekommt man oft gar nicht oder erst viel später mit“, gibt Opitz zu bedenken.
550 aktive Bezieher sind bei der Tafel angemeldet. „Die kommen immer“, sagt Opitz. Zusätzliche 100 kommen unregelmäßig, beispielsweise am Monatsende. „Neulich kam einer nach zehn Jahren zum ersten Mal wieder“, erzählt Opitz. So etwas sei allerdings die absolute Ausnahme. Bei den Ausgabeterminen gebe es immer auch manche, die bisher nicht aufgenommen werden konnten. Opitz: „Die warten dann, bis alle anderen weg sind und bekommen dann Reste, etwa Brot oder Bananen.“
Überwiegend dankbar
Obwohl nicht immer alle zufrieden seien, gebe es bei den Ausgabeterminen der Tafel keine Probleme, sagt Stefan Opitz und ergänzt: „Natürlich sind immer mal welche dabei, die meckern, aber die Leute sind überwiegend dankbar.“ Bei Einzelnen scheint die Dankbarkeit derart groß zu sein, dass der Abschied wohl schwerfällt. „Manche wollen gar nicht mehr gehen, das macht es manchmal schwierig“, gesteht Opitz.
Auch deshalb hofft er auf mehr Unterstützung. 75 Helfer gebe es aktuell, allerdings seien viele dabei, die nur alle paar Wochen für wenige Stunden kommen können. Aus diesem Grund schwebt Opitz eine bestimmte Gesellschaftsgruppe vor: „Wir brauchen auf jeden Fall noch Helfer. Gerne Rentner, die Zeit haben, die ihr Arbeitsleben schon hinter sich haben. Entscheidend ist die Zuverlässigkeit.“
Vorstandswechsel bei der Tafel
Das nächste große Projekt der Tafel wird ein Umzug. Seit Jahren habe man nach neuen Räumlichkeiten gesucht. „Es sollte zentral und bezahlbar sein. Das ist eine schlechte Kombination“, sagt Opitz lachend. Nun sei man endlich fündig geworden, aber es gebe noch viel zu tun: „Es sind zwei große Halle, da liegt viel Arbeit vor uns. Es müssen zum Beispiel Wände gezogen werden für ein Lager, ein Büro und eine Kaffeeküche. Aber wir freuen uns.“ Dieses Großprojekt nimmt Stefan Opitz in neuer Position in Angriff. Bisher war er geschäftsführender Vorstand und zweiter Vorsitzender der Kaiserslauterer Tafel, künftig wird er der erste Vorsitzende sein. Sein Vorgänger Peter Lenk muss sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegen. Da Lenk schon länger krankheitsbedingt kürzer treten müsse, ändere sich in der Praxis durch den Vorstandswechsel nicht sehr viel, wie Opitz erklärt: „Ich übernehme die meisten Aufgaben schon seit vier Jahren.“
Auf eine Änderung müssen sich Bezieher der Tafelleistungen allerdings unabhängig vom Vorstandswechsel einstellen. Ab dem 1. August gibt es freitags neue Ausgabezeiten. Statt bisher um 15 Uhr (Gruppe 1) und 16 Uhr (Gruppe 2) finden die Freitagsausgaben bereits um 14 beziehungsweise 15 Uhr statt. „Wir werden alle Betroffenen auch noch gesondert informieren“, versichert Opitz.
Info
Wer sich bei der Tafel Kaiserslautern ehrenamtlich als Helfer engagieren möchte, erreicht den Vorsitzenden Stefan Opitz telefonisch unter 0176 96135275 oder per E-Mail an tafelkaiserslautern@gmx.de. Gesucht werden zeitlich flexible und zuverlässige Helfer. Gerne auch Menschen, die bereits im Rentenalter sind.