Kaiserslautern „Immer ein großartiges Erlebnis“

Am 29. Mai 2005 wurde unser Sohn Niklas bei strahlendem Sonnenschein als erstes Kind katholisch in der Weidenkirche zu Kaiserslautern getauft. Es war für uns alle ein unvergessliches Erlebnis. Zumal es gar nicht so einfach war, die Taufe in der Weidenkirche hinzubekommen. Damals galt die Kirche noch nicht als geweiht. So fragten wir kurzerhand unseren vertrauten Pfarrer aus einem Nachbarlandkreis, der bereits unsere Trauung und die Taufe von Jannik, dem großen Bruder von Niklas, vorgenommen hatte. Er war von der Idee begeistert, brachte zur Taufe das Weihwasser dann einfach mit und schrieb eine spezielle Taufgeschichte, in der er die Weidenkirche „sprechen“ ließ. Die Überschrift lautete: „An lebendige Wasser gepflanzt, wo Gott uns hingestellt hat, sollen wir uns entfalten“. Was braucht’s? Menschen mit Visionen (wie Thomas Zinßmeister), Menschen, die begeistern können − und großartige Dinge entstehen. Diese lebendige Kirche, diese Kirche ohne Mauern, diese offene Kirche, bringt Menschen aller Konfessionen zusammen. Ich denke da besonders an die Gottesdienste jedes Jahr an Heiligabend. Danke, danke an alle Weidenkirche-Erbauer! Gerne erinnere ich mich an die Veranstaltungsreihe „Grüne Stunde“ in der Weidenkirche auf dem Kaiserberg. Es liegt etwa acht Jahre zurück. Ich war Kursteilnehmerin der „Schreibwerkstatt“ unter Leitung der Dozentin, Schauspielerin und Autorin Madeleine Giese an der Volkshochschule. Jeweils an einem Donnerstag um 18 Uhr fanden sich drei Kursteilnehmer in der Weidenkirche ein, um die eigenen Texte vorzulesen. Ein heißer Augusttag. Kein Laut. Keine störenden Geräusche. Nur ein leiser Sommerwind säuselte in den Blättern der Weiden. Gespannt lauschten die anwesenden Zuhörer unseren Geschichten über „Das Leben zwischen Punkt und Komma“. Unsere Lesung unter dem grünen Dach der Weidenkirche war ein ganz besonderes Erlebnis für mich. Vor zehn Jahren begleiteten wir einen Gottesdienst in der Weidenkirche mit sechs Drehorgeln. Sonntagmorgen in der Weidenkirche auf dem Kaiserberg zu Kaiserslautern: Hier fühl’ ich mich wohl, hier haben wir mit 70 Freiwilligen aus protestantischen, katholischen, mennonitischen und lutherischen Gemeinden eine Kirche gepflanzt, ein pfälzischer Farbtupfer: im Frühling zartgrün, dunkelgrün im Sommer, bunt im Herbst. Eine wunderbare Erinnerung an die Weidenkirche: Am 7. August 2011 wurden meine Tochter und mein Schwiegersohn in der Weidenkirche getraut. Anschließend wurde meine Enkeltochter getauft. Es war der schönste und feierlichste Gottesdienst in meinem Leben. Weidenkirche: Ich habe an ihr mitgebaut, Material eingeholt, Weiden geschnitten, sortiert und gebunden. Und ich habe mich an ihr erfreut. Mit meiner Frau habe ich regelmäßig die Gottesdienste besucht. Jeder für sich war für uns immer ein großartiges Erlebnis.