Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Im SWR: Sarah und die Swing Herr’n spielen um großen Auftritt

Beim Couchkonzert im Retro-Stil: (von links) Sven Sommer, Sarah Heinz, Mischa Becker und Matthias Stoffel.
Beim Couchkonzert im Retro-Stil: (von links) Sven Sommer, Sarah Heinz, Mischa Becker und Matthias Stoffel.

Im Fernsehformat „Kleine Bühne – Große Chance“ jammen Amateurkünstler im Wohnzimmer und bewerten sich gegenseitig. Eine Swing-Formation aus der Westpfalz macht mit.

Über eine zu kleine Menge an Musikformaten im Fernsehen kann man sich in Deutschland nun wirklich nicht beschweren. Jetzt kommt noch eine neue Sendung dazu – diesmal vom Südwestrundfunk (SWR). Sie heißt „Kleine Bühne – große Chance: Das Couchkonzert mit Jasmin Wagner“. Darin ist die Sängerin, die einst unter dem Künstlernamen Blümchen etliche Poster in den Teenie-Schlafzimmern zierte, auf der Suche nach talentierten und, wie es heißt, „außergewöhnlichen“ Amateurbands aus dem Südwesten. Eine solche hat sie in der neuen Band „Sarah und die Swing Herr’n“ gefunden.

Ganz so neu ist die Band aber eigentlich gar nicht und überdies noch „aus einer Not heraus“ entstanden, wie Frontfrau Sarah Heinz aus Mehlingen erzählt. Heinz war viele Jahre Teil des charmanten Vintage-Trios „The Rosevalley Sisters“. Aus beruflichen und privaten Gründen legen diese seit einiger Zeit eine Pause ein. Dadurch ist für Heinz „ein großer Teil meines musikalischen Lebens“ weggebrochen. Eine Solo-Karriere kam für sie jedoch nicht infrage.

Drei Männer als doppelter Boden

„Das war nie der Anspruch, den ich an mich hatte, oder etwas, was ich machen wollte“, sagt Heinz. Also wartete sie auf eine neue musikalische Gelegenheit. Doch das Warten zog sich hin und „mir wurde klar, dass ich das selbst angehen musste“.

Das tat sie. Nach längerem Überlegen, Singen und Musikhören merkte sie, dass das neue Programm quasi bereits fertig war – mit Liedern, die ihr ohnehin schon immer gefielen, solche aus den 1960er-Jahren und den Jahrzehnten davor. Es fehlte nur noch eine Gruppe von Musikern, denen die Lieder auch gefallen würden.

So kam es, dass sich um Sarah Heinz die alte „Rosevalley“-Band versammelt hat: Mischa Becker am Schlagzeug, Sven Sommer am Kontrabass und Matthias Stoffel an der Trompete. Fertig war „Sarah und die Swing Herr’n“, ein eingespieltes Team quasi. „Ich bin ja eigentlich Grundschullehrerin und mache das hobbymäßig. Deshalb sind die drei Jungs für mich so eine Art doppelter Boden, sie sind echte Musiker. Wenn ich irgendeinen Quatsch auf der Bühne mache, können sie mich auffangen“, lobt sie lachend.

Die Ukulele macht den Unterschied

Allerdings muss sie sich auch selbst mit einem Instrument beteiligen – der Ukulele. Das ist kleine Herausforderung für die Sängerin. Denn: „Es ist das erste Mal für mich, auch als Musikerin auf der Bühne zu stehen. Aber Sängerinnen mit einer Band hintendran gibt es schon genug. Sängerinnen, die eine Ukulele dabei spielen, gibt es nicht so viele.“

Mit dieser kleinen Besonderheit hat Sarah Heinz die Band still und heimlich, und, wie sie sagt „aus Jux und Tollerei“ bei dem SWR-Format beworben. Ohne ihre Bandkollegen zu informieren und nach gerade mal zwei Konzerten in neuer Konstellation – im Kaiserslauterer Glockencafé und beim „Swinging Lautern“-Festival. Trotzdem hat es direkt geklappt. Drei Tage nach der Bewerbung kam der Anruf von der Produktionsfirma „Bildergarten Entertainment“, die auch für Formate wie „The Voice“ und „Sing meinen Song“ zuständig sind.

„Musiker, die ihr Herzblut reinstecken“

Fünf Amateurbands aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz nehmen insgesamt teil. Sie treten gegeneinander an und müssen innerhalb eines Tages ein Privatkonzert auf die Beine stellen. „Blümchen“ Jasmin Wagner begleitet als Gastgeberin die Vorbereitungen und Konzerte. Die Auftritte selbst bewertet aber nicht etwa eine Jury, sondern die jeweilige Konkurrenz – ein bisschen wie bei „Das perfekte Dinner“.

Die fünf stilistisch sehr unterschiedlichen Bands zu bewerten, sei jedes Mal eine Herausforderung gewesen, sagt Heinz: „Egal, wie unterschiedlich wir sind und ob uns die Musik und das Konzert persönlich gefallen – es sind immer Musiker, die ihr Herzblut da reinstecken. Deshalb fand ich es irgendwann sehr schwierig, die einzelnen Konzerte nach den eigenen persönlichen Maßstäben und Geschmäckern zu beurteilen.“ Zumal jedes Konzert ein spezielles Thema verfolgte.

Noch ist es ein Geheimnis

„Sarah und die Swing Herr’n“ hatten sich das Motto „Akustischer Flohmarkt“ für ihr Privatkonzert ausgedacht. „Es wurde dekoriert, was das Zeug hält – inklusive eines Retro-Büffets.“ Ob das ankam, und wie die Bewertungen im Einzelnen abliefen, wissen Heinz und ihre Musiker noch nicht. „Wir haben die Sendung auch noch nicht gesehen. Also wird das für uns genau so eine Überraschung wie für die Zuschauer.“

Wer gewonnen hat, wissen sie jedoch schon, dürfen es aber noch nicht verraten. Der Preis für das am besten bewertete Wohnzimmer-Konzert ist ein Auftritt bei einem großen und noch nicht festgelegten SWR-Event. Ob es „Sarah und die Swing Herr’n“ geschafft haben, erfährt die Öffentlichkeit erst am 18. November im SWR.

Info

Die fünf Couchkonzerte werden ab dem 21. Oktober freitags von 21 bis 21.45 Uhr im SWR Fernsehen ausgestrahlt.

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