Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Im Schiller Café Wein grüßt der deutsche Dichter in internationalem Gewand

Leman Dalgali und ihr Mitarbeiter Maximilian Jacobs durften sich im Sommer über viele Gäste im Café Schiller freuen.
Leman Dalgali und ihr Mitarbeiter Maximilian Jacobs durften sich im Sommer über viele Gäste im Café Schiller freuen.

Das Schiller Café Wein steht nicht nur am Schillerplatz, auch der deutsche Dichterfürst ist allgegenwärtig. Schillers Bild schmückt mehrere Wände, an einer ist „Freude schöner Götterfunken“ zu lesen. Schon auf der Fensterscheibe lädt sein stilisierter Kopf zum Eintreten ein.

Tagsüber Café, abends Weinrestaurant: So könnte man das Konzept des Cafés beschreiben, das am 17. Mai seine Türen im Zentrum Kaiserslauterns geöffnet hat. Schiller Café Wein lautet denn auch der offizielle Name. Und das Café kam von Anfang an gut an. „Die Leute haben uns überrannt“, berichtet Leman Dalgali, die Geschäftsführerin des Cafés. Gemeinsam mit ihrem Mann Mehmet, der bereits mehrere gastronomische Betriebe hat, sei es das Ziel gewesen, „die Vorderpfalz nach Lautern zu bringen“. Das ist offensichtlich geglückt. Dalgali erzählt, dass sich das Café in den wenigen Monaten seines Bestehens bereits eine Stammkundschaft aufgebaut habe. Die 60 Außenplätze auf dem Schillerplatz hätten im Sommer oft nicht ausgereicht. „Die Leute sagen, wir machen Schiller-Urlaub, da brauchen wir gar nicht mehr weg.“ Im Innenraum gibt es noch einmal 30 bis 35 Sitzplätze.

Internationale Karte

Die Räume, in denen vorher bereits ein gastronomischer Betrieb war, wurden grundlegend umgestaltet. Die Innenausstattung ist zwar hell und modern, aber es gibt auch Blumen an der Wand und auf den Teppichen. Besonders stolz ist die Chefin auf die Toiletten: „Viele junge Leute machen dort Selfies, weil es die schönste Toilette in der Stadt sei.“

Bis 14 Uhr gibt es am Schillerplatz 6 Frühstück – auf Wunsch auch länger, wie Leman Dalgali betont. Die Karte ist international, mischt zu deutschen Speisen Einflüsse aus der türkischen Heimat der Besitzerin sowie italienische. Bei Menemen Burrata beispielsweise wird das türkische Frühstücksgericht mit dem italienischen Frischkäse kombiniert. Avocado Caprese komme sehr gut an, ebenso die Frühstücksplatte à la Schiller „mit vielen leckeren Sachen aus dem Feinkostladen“. Auch die Kartoffelpfanne bekommt mit Schafskäse einen etwas anderen Touch.

Die Chefin steht meist selbst in der Küche, wird dabei unterstützt von einer Köchin, die aus ihrer ukrainischen Heimat ebenfalls internationale Akzente beisteuere.

Nudelsäckchen aus der Heimat

Außer selbst gebackenem Kuchen wird auch ein Tagesessen angeboten, meist Suppe oder Eintopf. Ab 14 Uhr gibt es eine kleine Karte, aus der auch abends zum Wein etwas ausgewählt werden kann. Leman Dalgali hat aus der Heimat ihrer Familie das Rezept für Nudelsäckchen mitgebracht, die mit Rinderhackfleisch gefüllt sind. Die typisch türkischen Vorspeisen Meze dürfen ebenso wenig fehlen wie eine Antipasti-Platte oder warmes Brot nach italienischer Art mit verschiedenen Belägen. „Wir wollten uns von anderen abheben mit unserem Speisenangebot. Das ist gut angekommen“, erzählt Dalgali. Und sie betont, dass sie sehr auf Qualität achte: „Ich kaufe fast ausschließlich Bioware.“

Selbstverständlich gibt es im Schiller ein großes Angebot an Kaffee- und Teespezialitäten. Original türkischer Çay werde gerne getrunken. In der Türkei hat die Geschäftsführerin noch mehrere ausgefallene Teesorten eingekauft, die sie vor allem im Winter anbieten will. Außer den üblichen Softgetränken steht auch Bier auf der Karte, das an der neu gestalteten Theke frisch gezapft wird. Unter den verschiedenen Aperitifs komme Aperol Sour gut an, außerdem nennt sie Sarti Spritz, das neue Sommer-In-Getränk aus Italien.

Von den Gästen angetan

Um den richtigen Wein zu finden, sind Leman und Mehmet Dalgali herumgefahren und haben „viel probiert“, wie sie schildert. Entschieden haben sie sich für zwei Weingüter: Holz-Weisbrodt aus der Pfalz und das Cisterzienser Weingut Michel aus Rheinhessen. Sich auf Tropfen dieser beiden Produzenten zu beschränken, sei „die beste Entscheidung“ gewesen, betont Leman Dalgali, denn die Gäste seien begeistert.

Umgekehrt ist sie auch von ihren Gästen sehr angetan. Sie reichten von jung bis alt, viele äußerten sich dankbar, dass sie auf dem Schillerplatz aufgemacht haben. Manche Stammgäste kämen jeden Tag, andere warteten morgens schon, bis sie aufmachen. Vor allem an Wochenenden träfen sich Gruppen von Älteren im Schiller zum Stammtisch. Viele würden sich kennen oder hätten sich sogar bei ihnen kennengelernt.

Viele Studenten arbeiten im Schiller

Leman Dalgali hat zwar nach eigenen Angaben schon früher in der Gastronomie mitgearbeitet, aber jetzt ihr erstes eigenes Projekt auf die Beine gestellt. „Das war schon lange mein Wunsch“, betont die zweifache Mutter – und dass sie, obwohl manchmal 18 Stunden im Einsatz, nach wie vor mit Herzblut bei der Sache sei. Ihr Credo lautet: Immer freundlich bleiben und lachen – auch wenn vielleicht mal was nicht klappt. Die Gäste loben auch in den sozialen Medien, dass man im Schiller immer herzlich begrüßt und bedient werde.

Neben ihr gibt es noch eine feste Arbeitskraft in dem gastronomischen Betrieb. Als Minijobber sind viele Studenten beschäftigt. Probleme, Arbeitskräfte zu finden, kennt Dalgali nicht: „Jede Woche kommt jemand und fragt, ob er bei uns arbeiten kann.“

Zufrieden mit dem Standort

Mit dem Standort ist die Geschäftsführerin mehr als zufrieden. Nicht nur bei den verschiedenen Veranstaltungen auf dem Schillerplatz sei jede Menge los gewesen. Sie findet auch, dass das Stadtzentrum rund um die Fruchthalle nach den langwierigen Umbauarbeiten sehr schön geworden sei. „Mit den Lichtern sieht es aus wie eine Allee“, schwärmt sie. Sie betont, dass es auf dem Schillerplatz am längsten Sonne gebe – von morgens bis abends.

Das Schiller veranstaltet regelmäßig After-Work-Partys. Auch für private Gesellschaften kann es gebucht werden – außer für Geburtstage sogar für Hochzeiten. Für Weihnachtsfeiern habe es bereits etliche Anfragen gegeben. Und für den Winter kündigt Leman Dalgali noch „einige Überraschungen“ an.

Info

Montag ist Ruhetag. Von Dienstag bis Donnerstag ist geöffnet von 10 bis 22 Uhr, Freitag bis Sonntag von 9.30 bis 22 Uhr.

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