Kaiserslautern
Im Rathausfoyer: Das sind die Stimmen am Wahlabend
„Ich bin wahnsinnig glücklich für Beate Kimmel“, sagte Alexander Schweitzer, Mainzer Arbeitsminister und Parteigenosse der neuen Oberbürgermeisterin. Kimmel bringe „alles mit, um Kaiserslautern startklar für die Zukunft zu machen“. Das Wahlergebnis von Kimmel hätte „kaum deutlicher sein“ können.
Der CDU-Kreisvorsitzende Michael Littig, bekennender Fußball- und leidenschaftlicher FCK-Fan, gratulierte Beate Kimmel zum Sieg. Bei der Kandidatin seiner Partei, Anja Pfeiffer, bedankte er sich für einen „extrem engagierten, langwierigen und aufreibenden Wahlkampf“. Pfeiffer sei „nicht favorisiert in ein Heimspiel gegangen“ und habe „leider nicht gewonnen“. Mit der neuen Oberbürgermeisterin strebe seine Partei eine konstruktive Zusammenarbeit an. „Im Interesse der Stadt.“
„Es ist ein grandioser Sieg für Beate Kimmel“, sagte der amtierende Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD). Er freue sich darauf, künftig in einer Stadt zu leben, die von ihr als Oberbürgermeisterin regiert werde. Nur die Wahlbeteiligung bereitete ihm Kummer. „In anderen Ländern sterben die Menschen beim Kampf um das Wahlrecht“, betonte er.
„Dass wir künftig eine Oberbürgermeisterin in der Stadt haben, ist ein Signal für die Stadt“, sagte Stefan Weiler, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Kaiserslautern sei eine männlich geprägte Stadt und er hoffe darauf, dass Beate Kimmel hier ausgleichend wirken werde.
„Es fällt unheimlich viel Anspannung ab“, berichtete SPD-Wahlkampfmanager Marcel Schulz. Einziger Wermutstropfen sei die geringe Wahlbeteiligung von 27,45 Prozent, dennoch sei das Votum für Beate Kimmel eindeutig ausgefallen.
„Ich gratuliere Frau Kimmel herzlich und wünsche mir eine gute Zusammenarbeit“, erklärte Tobias Wiesemann (Grüne). Er hoffe, dass sie eine glückliche Hand für die Stadt haben werde, auch wenn sie in unterschiedlichen Lagern stünden.
„Das ist Wahnsinn“, sagte ein völlig gelöster SPD-Fraktionsvorsitzender Patrick Schäfer. „Was vor eineinhalb Jahren begonnen hat, hat nun ein erfolgreiches Ende gefunden.“ Nach anstrengenden Wochen sei das Ergebnis besser ausgefallen, als er erwartet habe. „Das zeigt, wir hatten mit Beate Kimmel die beste Kandidatin und ein tolles Team.“ Nachdenklich stimmte ihn die Wahlbeteiligung: „Für die Kommunalwahl müssen wir uns Wege überlegen, wie wir die Menschen wieder erreichen.“
Ohne Zweifel: Der parteilose Thomas Kürwitz, der im ersten Wahlgang so knapp gescheitert ist, hätte gestern lieber selbst zur Wahl gestanden. So blieb ihm nur das Gratulieren: Beate Kimmel wünsche er eine gute Hand. In der geringen Wahlbeteiligung sah er einen Auftrag an die Politik, die Bürger einzubeziehen, sie mit ihren Themen ernst zu nehmen. Er und sein Team hätten in den zwei Wochen nach dem ersten Wahlgang zahlreiche Rückmeldungen bekommen, dass sie die richtigen Themen angesprochen hätten – „auch von Menschen, die mich nicht gewählt haben. Das gibt ein gutes Gefühl.“ Die Frage, ob er politisch in Kaiserslautern nun doch noch mal in Erscheinung trete, beantwortete Kürwitz weder mit ja noch mit nein. „Ich beteilige mich nicht an Spekulationen um meine Person.“
„Ich bin einfach enttäuscht“, sagte Anita Schäfer (CDU), die von 1998 bis 2021 als Abgeordnete des Wahlkreises Pirmasens dem deutschen Bundestag angehörte. Sie hatte Anja Pfeiffer im Wahlkampf unterstützt, die früher als wissenschaftliche Mitarbeiterin für Schäfer tätig war. „Zu uns kamen so viele Menschen, die einen Wechsel wollten“, so Schäfer. Anja Pfeiffer hätte genau das verkörpert. Nun hätten sich die Wähler für ein „Weiter so“ entschieden.