Kaiserslautern Illo vom Leonhardter Hof muss auf den Tisch

Zara vom Appeltal mit Frauchen Gitta Lamb stellt sich den strengen Augen von Richter Dietmar Freudenberger.
Zara vom Appeltal mit Frauchen Gitta Lamb stellt sich den strengen Augen von Richter Dietmar Freudenberger.

Beim Pinscher- und Schnauzer Klub am Kniebrech in Kaiserslautern stand am Wochenende mit Zuchtzulassung und Hundeschau alles im Zeichen schöner und charakterfester Hunde. „Der Rassestandard ist wichtig, aber ohne Alltagstauglichkeit und vernünftiges Sozialverhalten bekommt kein Tier die Zuchtzulassung“, sagt der aus Köln angereiste Zuchtrichter Dietmar Freudenberger.

Der schwarze Bart ist ausgerichtet, das Brusthaar aufgekämmt. Eindeutig, Zwergschnauzer Illo vom Leonhardter Hof ist bereit, sich dem gestrengen Richter zu stellen. Wobei, so pfiffig wie er gerade unter seiner Gesichtstolle hervorlinst, würde der kleine Kerl wohl lieber eine wilde Runde über den schönen großen Hundeplatz flitzen. Das kurze grüne Gras, die herrliche Sonne, die Verheißung ist groß. Und der eine oder andere Hund würde sich sicher anschließen. Sind ja genug da. 14 für die Zuchtzulassung und gut 50 für die Schönheitsschau: Zwergschnauzer in Schwarz, in Pfeffer-Salz und in Schwarz-Weiß. Mittelschnauzer, Riesenschnauzer, große und kleine Pinscher in rehfarben und in schwarz-rot, alles da. Aber - keiner rennt! Alle benehmen sich vorbildlich. Sind alle an der kurzen Leine, genau wie Illo, der mit seiner Besitzerin Anita Arenz geradewegs zum Richtertisch marschiert. Dort liegt jede Menge Papier vor Zuchtrichter Dietmar Freudenberger und vor Beate Willrich, Zuchtbeauftragte der Ortsgruppe Kaiserslautern im Pinscher- und Schnauzer Klub (PSK). Formulare, die genau die Vermessung des Hundes, den Zustand der Zähne, das Haarkleid und das gesamte Erscheinungsbild widerspiegeln. Rauf mit Illo auf den Tisch. So ein Zwergschnauzer ist nicht der größte und der Richter hat einen langen Tag, bei jedem Hund bücken, wäre mühsam. Die großen Hunde wie die Riesenschnauzer und die Deutschen Pinscher, die bleiben geerdet. Da kommt keiner auf den Tisch. Illo steht oben, lässt sich messen, anschauen, öffnet den Fang. Alles gut. Ab zum Verhaltenstest. Wird er es dulden, dass wildfremde Menschen sein Frauchen einrahmen, ihr auch noch die Hand schütteln? Oder wird er vielleicht ängstlich die Rute einklemmen? „Wir wollen Hunde mit einem klaren Wesen, keine ängstlichen und bissige schon gar nicht“, erklärt Richter Freudenberger. Die Riesenschnauzer müssen sich auch dem Jogger, Fahrradfahrer und dem Autoverkehr außerhalb des Hundeplatzes stellen und sich unbefangen oder besser uninteressiert zeigen. Ist für „Die Queen von Abbas“ an der Leine von Bert Steenbeeke alles kein Problem. Er ist mit seiner zweijährigen Hündin extra von Zusmarshausen, Kreis Augsburg, angereist, will für sie die Zuchtzulassung ablegen und ist von dem herrlichen Hundeplatz mitten im Wald begeistert. „Im Herbst suche ich ihr dann einen Verlobten“, schmunzelt der Mann aus Bayern, der zuhause noch Mutter, Oma und sogar die 14 jährige Uroma von seiner „Die Queen“ hat. „Wir züchten Hunde, wir vermehren sie nicht einfach“, erläutert Arnd Ningelgen vom PSK Kaiserslautern, dass es wichtig sei, die Rassestandards einzuhalten, aber genauso auf den Charakter der Tiere zu achten. Die Verhaltensprüfung im Rahmen der Zuchtzulassung solle sicherstellen, dass nur mit verhaltenssicheren, sozialverträglichen und belastbaren Hunden gezüchtet wird. „Mit ängstlichen oder bissigen Hunden haben wir wenig Probleme“, berichtet Freudenberger von seinen Prüfungen. Wenn ihn einer während der Prüfung auch nur ansatzweise die Zähne fühlen lässt, ist er raus aus dem Deckgeschehen. Der 18 Monate alte Rüde Illo ist voll dabei. Er darf ganz offiziell in die Zucht. Anita Arenz hat mit ihrem schwarzen Zwergschnauzer Illo alles bestanden und atmet erst einmal auf. Nein, gezweifelt hat Arenz nicht, dass ihr Rüde die Zuchtzulassung erhält. Aber eine Prüfung ist halt doch immer aufregend, sagt die Hundebesitzerin aus Speyer, die aber Mitglied in der PSK Gruppe Kaiserslautern ist.

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