Kaiserslautern „Ihm war nichts zu viel“

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„Musik ist mein Lebenselixier. Musik hält mich jung“, sagte er 2009 anlässlich seines 80. Geburtstages in einem Gespräch mit der RHEINPFALZ. Gestern wurde der Kirchenmusiker Raimund Mattern auf dem Hauptfriedhof unter großer Anteilnahme zu Grabe getragen. Er starb im Alter von 86 Jahren.

„Mit Raimund Mattern ging eine Ära zu Ende“, würdigte Pfarrer Edmund Janson den Kirchenmusiker gestern gegenüber der RHEINPFALZ. Mit bewundernswertem Einsatz habe er musikalisch gewirkt, habe die seit 1946 begonnene Tradition der Orchestermessen zu Ostern weitergeführt und Anfang der 70er Jahre zusätzlich die Advents- und Weihnachtskonzerte eingeführt. „Ihm war nichts zu viel.“ In Kaiserslautern hat sich Raimund Mattern durch sein breites kirchenmusikalisches Wirken einen Namen gemacht. Was der Organist und Chorleiter in den 37 Jahren seiner Tätigkeit in der Pfarrei St. Maria musikalisch bewegt und gestaltet hat, ist beispielhaft. Mattern stammt aus Hanhofen in der Vorderpfalz. Nach C- und B-Prüfung als Organist am Bischöflichen Kirchenmusikalischen Institut in Speyer und einem vierjährigen Studium an der Musikhochschule in Heidelberg trat er 22-jährig seine erste Stelle an der Heilig-Kreuz-Kirche in Zweibrücken an. Seine kirchenmusikalische Karriere begann er 1958 als Kantor an der Marienkirche in Kaiserslautern. Parallel dazu war er mit dem Aufbau der Außenstelle des Kirchenmusikalischen Instituts in Landstuhl betraut. Ende der 1960er Jahre wurde die Einrichtung in Kaiserslautern zentralisiert. Hier galt sein Wirken der Ausbildung junger Organisten. Von 1963 bis 1998 leitete Mattern als Dirigent das Kolpingblasorchester Kaiserslautern. Weit über die Grenzen der Pfalz verhalf er dem Ensemble zu musikalischem Ansehen. Unter seiner Leitung avancierte das Blasorchester zu einem Kulturträger der Stadt. Konzertreisen führten die Kolpingmusiker durch Europa und die USA. Kaum ein Fest im Kirchenjahr, bei dem Raimund Mattern nicht seine Spuren hinterließ. Ob an Feiertagen, Pfarrfesten oder bei Katholikentagen in Johanniskreuz, wo festliche Musik gefragt war: Er war mit Orchester und Chören zur Stelle. 1978 erhob ihn Bischof Friedrich Wetter für seine Verdienste um die Kirchenmusik in den Stand eines Kirchenmusikdirektors. Bischof Anton Schlembach zeichnete ihn mit der Pirminius-Plakette, der höchsten Auszeichnung der Diözese, aus, die Kolpingfamilie Zentral kürte ihn zum „Verdienten Bürger der Stadt Kaiserslautern“. Gerne hat er auch nach seinem Ausscheiden aus dem kirchenmusikalischen Dienst als Organist und Chorleiter ausgeholfen, wenn Not am Mann war. Ob in den Kirchen der Stadtpfarreien oder im Landkreis Kaiserslautern. (jsw)

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