Kaiserslautern Hui Buh macht Spaß

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In zwei nicht ausverkauften Aufführungen lehrte der kleine Hui Buh als ein verspukter und und zugehexter Irrwisch die Besucher das Fürchten. Die Inszenierung des Darmstädter Theaters auf Tour kam dabei als ein amüsantes und unterhaltsames Grusical daher. Die wie gebannt das turbulente Bühnengeschehen verfolgenden Besucher hatten am Dienstag im Ramsteiner Congress Center ihre helle Freude daran.

Nach Motiven von Eberhard Alexander-Burgh und basierend auf Geschichten der Kinderbuch-Autorinnen Ulrike Rogler und Simone Veenstra („Die Halloween-Party“ und „Die wilde Koboldjagd“) entstand diese Bühnenfassung und Inszenierung von Marco Böß. Im RHEINPFALZ-Gespräch wird deutlich: Solche Wandertheater haben es schwer. Rückläufige Besucherzahlen – nicht nur in Ramstein – müssen einen Tross von 20 Angestellten für Organisation, Werkstatt oder Technik und zusätzlich zwei „fahrende“ Ensembles mit verschiedenen Produktionen verkraften. „Theater macht Spaß“ – lautet die Philosophie, die dahinter steckt und zu rund 200 Aufführungen jährlich führt. Das spürte man auf der Bühne, als Hui Buh sein Publikum im Sturm eroberte. Für ihn (gespielt von Stefan Senf) gilt das Gleiche wie für jeden Schüler: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Er träumt von einer Karriere als Schlossgespenst auf Burgeck, will dort „umgehen.“ Um eine Zulassung dafür zu erhalten, muss auch er in der Schloss-Grundschule zusammen mit anderen magischen Wesen wie Hexe Hedda (Lara Gesell) vieles lernen. Unterrichtet werden sie von Fledermaus Frederik (Uli Göke). Die sehr ansprechende Aufführung mildert die beklemmende Atmosphäre eines Spukschlosses deutlich ab, wenn die Inszenierung verstärkt Slapstick, Situationskomik und viele zündende Gags einsetzt. Manchmal changiert die Aufführung zwischen Kunst(form) und Klamauk, ohne dabei an Spannung zu verlieren. Auch wird das Publikum durch Einbeziehen in Frageform selbst Teil der Aufführung – was immer ein geschickter Schachzug gegen Monotonie ist. Anstelle von moderner Bühnentechnik mit Aufzügen und Drehbühnen müssen solche Wandertheater variable Lösungen anbieten. Dreh- oder fahrbare Bühnendekorationsteile fordern die Ensemblemitglieder daher auch als Kulissenschieber. Kreativität anstelle von Routine ist gefragt. Jeder Spielort hat seine eigenen Bühnenabmessungen. Das alles klappte reibungslos. Die humoristische Seite der Geschichte besteht aus vielen Pleiten, Pech (auch wörtlich als klebriger Stoff) und Pannen. Zum Beispiel beim Zaubern, Hexen und Spuken, wenn vieles anderes kommt als geplant. Kunterbunt, kurzweilig und kulant (beim Lehrmeister) kommt das Kindertheater über die Rampe. Und zeigte bislang bei den Aufführungen in allen deutschsprachigen Ländern, dass nach Kinderbuchklassikern wie Pippi Langstrumpf oder Michel Lönneberga nun der kleine Hui Buh die Erwachsenenwelt durcheinanderwirbelt: Spuken, (er)schrecken, Grusel wecken – das ist sein Anliegen.

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