Kaiserslautern Historikerverband: Besorgt wegen Populismus

Der Vorsitzende des deutschen Historikerverbandes, Martin Schulze Wessel, hält den neuen Populismus in Deutschland für eine „besorgniserregende Erscheinung“. „Es ist höchst problematisch, wenn bestimmte Strömungen – ich meine jetzt nicht Parteien – das Volk für sich reklamieren und damit bestimmte Minderheiten im Volk ausschließen wollen“, sagte Schulze Wessel auf dem heute endenden 51. Deutschen Historikertag in Hamburg. Die Demokratie in Deutschland und Europa hält der Historiker trotz Rechtspopulismus und Nationalismen nach wie vor für gefestigt. Eine Entwicklung wie in der Weimarer Republik und ein Auseinanderbrechen der politischen Mitte befürchtet Schulze Wessel nach dem jüngsten Berliner Wahlergebnis nicht. Der Populismus sei gefährlich, „aber ein Vergleich mit der Weimarer Republik geht zu weit“. Denn in Weimar hätten die extremen Parteien „eine tödliche Kampfansage gegen die Demokratie erhoben - davon kann ja nicht die Rede sein.“Der Einschätzung mancher Kritiker, die Europäische Union sei nur noch eine Idee von Eliten und es drohe der Rückfall ins 20. Jahrhundert mit Nationalismen und den Gefahren kriegerischer Auseinandersetzungen auch in Europa, widersprach Schulze Wessel. |dpa