Kaiserslautern Heiligabend neben Schaf und Esel

An Heiligabend kamen dieses Jahr wieder Hunderte von Menschen zu einem Gottesdienst in die Weidenkirche auf dem Kaiserberg. Begleitet wurde der Gottesdienst von der Bläsergruppe der Emmerich-Smola-Musikschule.
Bereits zum elften Mal fand an Heiligabend ein Gottesdienst in der beleuchteten Weidenkirche auf dem Kaiserberg statt. Für viele Menschen ist es immer noch ein ganz besonderes Erlebnis, den Weihnachtsgottesdienst in einer lebendigen Kirche zu feiern. Vor allem Schaf und Esel, die als Teil einer Lebendkrippe inmitten der Weidenkirche standen, sorgten bei den Besuchern für weihnachtliche Stimmung. Die Menschen drängten sich vor die Krippe, um einen Blick auf das „Jesuskind“, den kleinen Elias, zu erhaschen. Nach der Eröffnung des Gottesdienstes durch das Bläserensemble der Emmerich-Smola-Musikschule begann Kirchenrat und Pfarrer Wolfgang Schumacher mit seiner Predigt: „Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.“ Es ist der Anfang der Weihnachtsgeschichte des Evangelisten Johannes. „Es ist nicht die typische Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium, wie wir sie normalerweise im Gottesdienst hören“, sagte Schumacher und erklärte den Menschen in der Weidenkirche, warum gerade diese Weihnachtsgeschichte so gut in unsere heutige Zeit passt: „Wie viel Bedeutung das Wort Gottes wirklich hat, zeigt sich erst dann, wenn man sich vor Augen führt, was Worte bereits unter den Menschen bewirken können − sowohl im Negativen als auch im Positiven.“ Das Wort Gottes wolle Gutes schaffen. Doch wo gelinge das heute noch? Eine passende Antwort hatte Schumacher auch gleich parat: „Bei der Integration von Flüchtlingen zum Beispiel.“ Schon immer seien Menschen in Teilen der Welt auf der Flucht gewesen, sagte Schumacher weiter in seiner Predigt und zeigte auf die Lebendkrippe neben sich: „Auch schon vor rund 2000 Jahren wurden Maria und Josef von König Herodes zur Flucht nach Ägypten gezwungen. Ein Thema, über das man auch an Heiligabend nachdenken und sprechen muss“, sagte Schumacher. Spätestens als stimmgewaltig das Lied „O du fröhliche“ erklang, war die Weihnachtsstimmung bei allen angekommen. Mit Einsetzen der Dunkelheit machten sich die Gottesdienstbesucher begleitet durch die Bläsergruppe auf den Heimweg, um mit ihren Familien gemeinsam den Heiligabend zu feiern. (zjo)