Kaiserslautern Heiße Phase der Planung
Die Bachbahn fuhr einst von Reichenbach bis nach Kaiserslautern. Auf der früheren Schienentrasse gibt es zwischen Reichenbach und Weilerbach bereits einen Radweg, nun geht es darum, ihn von Weilerbach bis Otterbach an die Stadtgrenze fortzuführen. An dem sogenannten interkommunalen Projekt sind die Landkreis-Gemeinden Weilerbach, Rodenbach und Otterbach, die Stadtteile Erfenbach und Siegelbach sowie die Stadt Kaiserslautern beteiligt. Federführend ist die Weilerbacher Verbandsbürgermeisterin Anja Pfeiffer, die bereits eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben hat und einen Förderantrag beim Bundeswettbewerb „Klimaschutz durch Radverkehr“ vorbereitet. Wie die Bürgermeisterin gegenüber der RHEINPFALZ erklärte, geht es mit dem Förderantrag in die entscheidende Phase. Die Projektskizze werde jetzt eingereicht. Bis zum 30. September müsse der formale Antrag gestellt werden, sechs bis acht Wochen später sei mit einer Förderzu- oder absage zu rechnen, erklärt Pfeiffer, nach deren Worten das Projekt ohne Fördermittel nicht realisierbar ist. Wie die Verbandsbürgermeisterin weiter ausführt, ist der nächste Schritt die Erstellung eines ökologischen Gutachtens, das Bestandteil des Planfeststellungsverfahrens ist. Hierbei setzte Pfeiffer auf die Mithilfe der Gruppe Weilerbach des Naturschutzbundes, die faunistische Unterlagen gesammelt hat. Pfeiffer hat den Nabu um Überlassung der Unterlagen gebeten, was dieser jedoch abgelehnt habe. Das bestätigte der Nabu-Vorsitzende Michael Schröder auf Anfrage der RHEINPFALZ. Er habe zunächst um Zusendung der Projektskizze gebeten, denn er wolle erst wissen, was genau geschehen soll, bevor Daten herausgegeben werden. Schröder kritisiert, der Radweg müsse als Alternative zum Auto primär schnell sein, alle Flora und Fauna, die im Weg ist, müsse beseitigt werden. Dieser Ansatz sei zu einseitig, die Nutzung von parallel zu den Schienen verlaufenden Wirtschaftswegen dränge sich geradezu auf. Pfeiffer findet es sehr bedauerlich, dass der Nabu die gesammelten Daten nicht zur Verfügung stellen möchte. Das beauftragte Büro werde dennoch mit den gesamten Kartierungsmaßnahmen jetzt beginnen, um keine weitere Verzögerung zu riskieren und gegebenenfalls so den Zuschuss zu gefährden. Die jetzt durchgeführten Untersuchungen seien für einen möglichen Folgeantrag – auch für Ausweichwege-Möglichkeiten – zwingend erforderlich. Zur Genehmigungsplanung sei weiterhin das Planfeststellungsverfahren erforderlich, erklärte Pfeiffer weiter. Dies führe der Landesbetrieb Mobilität in Koblenz durch. Zu einem solchen Verfahren gehöre auch ein Variantenvergleich der parallelen Wegstrecken, dieser werde entsprechend berücksichtigt. Erfahrungsgemäß dauere ein solches Planfeststellungsverfahren ein bis zwei Jahre. Aber es sei bereits Kontakt mit dem LBM Koblenz aufgenommen worden, der eine schnelle Rückmeldung gegeben habe, was auf eine bevorzugte und schnellere Bearbeitung schließen lasse – „sollten wir die Zuschusszusage erhalten“, so Pfeiffer, die auch betont, der Projektträger des Bundeswettbewerbs habe bereits mitgeteilt, dass der Antrag sehr gute Chancen haben werde.