Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Handys an Schulen: „Generelles Verbot nicht umsetzbar“

Zu Unterrichtszwecken dürfen Smartphones an der IGS Goetheschule genutzt werden. Über das Wann entscheidet allerdings die Lehrkr
Zu Unterrichtszwecken dürfen Smartphones an der IGS Goetheschule genutzt werden. Über das Wann entscheidet allerdings die Lehrkraft.

Als Kommunikationsmittel ist das Handy nicht mehr wegzudenken. Doch die britische Regierung will Smartphones an Schulen verbieten. Sie lenken vom Lernen ab, Schüler werden Opfer von Mobbing im Netz, heißt es. Die RHEINPFALZ hat nachgefragt, wie Lautrer Schulen mit Smartphones umgehen.

„Der überwiegende Teil unserer Schüler ist im Besitz eines Handys“, sagt Roland Frölich, Schulleiter des Hohenstaufen-Gymnasiums. Laufen doch Stunden- und Vertretungsplan, eine Orientierung für Schüler und Eltern, über das Handy. Wie das rheinland-pfälzische Bildungsministerium ist der Schulleiter der Ansicht, dass ein generelles Verbot von Handys an Schulen nicht umsetzbar ist.

Für die Nutzung des Smartphones gibt es an der Schule aber eine klare Regel. Im Schulhaus ist die private Nutzung verboten, außerhalb des Gebäudes kann das Handy genutzt werden. Anlassbezogen und zum Zwecke von Recherchen dürften Tablets und Handys im Unterricht eingesetzt werden. Grundsätzlich hätten Mobiltelefone während des Unterrichts aber abgeschaltet in der Tasche ihren Platz, betont Frölich.

Medienmissbrauch soll vorgebeugt werden

Für Schüler der Oberstufe macht das Hohenstaufen-Gymnasium eine Ausnahme. Für sie gibt es im Schulhaus sogenannte Kommunikationspunkte, von denen aus Handys genutzt werden können. Großen Wert legt die Schule in Sachen digitale Kommunikationsmittel auf Prävention. Dazu stehen Schülern und Eltern neben zwei speziell ausgebildeten Kollegen sogenannte Medienscouts zur Verfügung. „Wir wollen Medienmissbrauch vorbeugen“, sagt Frölich und erinnert daran, dass die Schule bereits seit 2015 „Medienscout-Schule“ ist. „Medienkompetenz wird an unserer Schule groß geschrieben.“

Weiter wird am Hohenstaufen-Gymnasium darüber nachgedacht, die Handynutzung – insbesondere für die Klassenstufen fünf bis sieben – während der Pausen auf dem Schulhof noch enger zu fassen. Frölich ist sich darüber im Klaren, dass, wenn die Handynutzung für diese Klassenstufen eingeschränkt werden soll, das Angebot auf dem Schulhof in den Pausen erweitert werden muss. So denkt er beispielsweise für jüngere Schüler an Spielkisten, an Bälle und Sprungseile. Auch müssten den Schülern in diesem Fall im Schulhaus größere Anzeigetafeln zur Verfügung stehen.

Bei Verstößen wird das Handy einkassiert

Am Rittersberg-Gymnasium haben sich die Schüler an den Umgang mit dem Handy während des Schulbetriebs gewöhnt. Laut Schulleiterin Ulrike Dittberner ist Schülern eine private Nutzung des Mobiltelefons während der Unterrichtszeit nicht gestattet. Für unterrichtliche Zwecke darf das Handy mit Einverständnis des Lehrers benutzt werden. „Ab fünf Minuten vor Unterrichtsbeginn der ersten bis zur sechsten Stunde bleibt das Handy im Flugmodus.“ Ebenso bleiben Schüler-Smartphones im Nachmittagsunterricht ausgeschaltet. Das gelte für die Klassenstufen fünf bis zehn auch in den Pausen auf dem Schulhof.

Bei Verstößen werde das Handy von Lehrern einkassiert und im Sekretariat hinterlegt. Dort könne es nach Unterrichtsschluss abgeholt werden. Bei dringenden Angelegenheiten dürften Schüler mit Erlaubnis der Lehrer das Handy nutzen. Schülern der Oberstufe ist die Nutzung des Smartphones in Pausen gestattet. Schüler der Stufen elf bis 13 stünde ein eigener zweiter Hofteil zur Verfügung, so Dittberner. Fast alle Schüler der Schule seien im Besitz eines Handys.

„Handygarage“ ist noch Zukunftsmusik

An der IGS Goetheschule müssen die Handys für Schüler generell abgeschaltet sein. „Zu Unterrichtszwecken dürfen sie genutzt werden. Darüber entscheidet die Lehrkraft“, so Schulleiterin Nicole Könnel. Das gilt auch für die Handhabung von Tablets. Auch in den Pausen bleiben die Handys ausgeschaltet. Die Aufsicht achtet darauf, dass die Schüler die Regel einhalten. Da auf die Synchronisation des aktuellen Stundenplans über die Sdui-App nicht immer Verlass sei, verfügt die Schule im Schulhaus über eine digitale Anzeigetafel, die Änderungen im Stundenplan verlässlich anzeige, so Könnel.

Zukunftsmusik könnte an der Goetheschule, die Schülern einen mittleren Bildungsabschluss vermittelt, eine „Handygarage“ sein. Eine Idee, mit der sich die Schulleiterin anfreunden kann. Eine Handygarage sei eine Box, die ihren Platz im Klassenraum habe und in der Schüler während des Unterrichts ihre Handys deponieren und gegebenenfalls auch aufladen können, erläutert Könnel.

An den Grundschulen spielen Smartphones nach Meinung von Manuel Schohl, Leiter der Pfaffenwoog-Schule in Erfenbach, eher eine untergeordnete Rolle. „Bei uns gibt es grundsätzlich keine Handys an der Schule.“ Für die Altersstufe der Klassen eins bis vier sei das Mobiltelefon kein Thema. Viele Eltern sähen davon ab und seien keine Befürworter, dass ihre Kinder schon im Grundschulalter ein Handy mit sich führen, so Schohl.

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