Kaiserslautern „Handeln und Rückgrat zeigen“

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Das Projekt „Flüchtlinge willkommen“ geht in die nächste Runde: Am Dienstag, 26. April, fotografiert Thomas Brenner am Westpfalz-Klinikum all jene, die das Projekt unterstützen wollen. Julia Luttenberger hat sich mit Brenner über die Weiterentwicklung der Aktion unterhalten.

Herr Brenner, die Aktion „Flüchtlinge willkommen“ geht ins zweite Jahr. Wie kommt sie derzeit an?

Wir erleben immer noch eine sehr große Resonanz. In Kaiserslautern melden sich immer wieder Menschen, die sich fotografieren lassen wollen. Gerade kam das Westpfalz-Klinikum auf uns zu. Dort arbeiten Menschen aus über 30 Nationalitäten, davon wollen sich viele mit einem Foto und einem Statement beteiligen. Wir planen jetzt eine Mega-Aktion für nächsten Dienstag, bei der sich alle, die dort arbeiten, fotografieren lassen können, wenn sie wollen. Gleiches gilt auch für alle anderen Menschen aus Kaiserslautern, die sich beteiligen wollen, sie sind herzlich eingeladen vorbeizukommen. Gibt es gegenüber dem Projekt auch kritische Stimmen? Es gibt Leute, die denken, das Thema Flüchtlinge sei hier vor Ort nicht mehr aktuell. Aber das stimmt nicht. Solange Flüchtlinge massiv angegriffen werden, Auffanglager überquellen und Europa zu den reichsten Gebieten der Erde zählt, sollten wir handeln und Rückgrat zeigen. „Flüchtlinge willkommen“ will dazu einen Beitrag leisten. Außerdem melden sich fast täglich Menschen bei uns, die gerne an der Aktion teilnehmen wollen. Das Projekt ist mittlerweile auch in Ludwigshafen angelaufen. Wie kommt es dort an? Wir haben dort vor vier Wochen Fotos gemacht und die Resonanz war riesig. Für viele Beteiligte waren die Wahlergebnisse der AfD ein Thema, sie haben bei der Aktion mitgemacht, um dem etwas entgegenzusetzen. Dieser Wunsch spielt übrigens auch in Kaiserslautern eine Rolle, wo immer wieder rechte Demonstrationen stattfinden. Die Menschen auf den Fotos wollen dagegen protestieren und ihre humanitäre Einstellung zeigen. In Kaiserslautern kam das Projekt über den Arbeitskreis Asyl auf Eigeninitiative zu Stande, wie läuft das in Ludwigshafen? Das Projekt wird finanziell von der Leitstelle Kriminalprävention des Innenministeriums Rheinland-Pfalz unterstützt. In Ludwigshafen hat die Stadt zudem eine Facebook-Seite eingerichtet, die bereits über 20.000 Leute angeschaut haben. Da gibt es gerade eine richtige Eigendynamik, da passiert viel. Wie geht es nach Kaiserslautern und Ludwigshafen weiter? Demnächst soll die Aktion in Trier gestartet werden, da ist der Planungsprozess bereits abgeschlossen. Am Freitag stelle ich das Konzept des Projektes in Koblenz-Mayen vor, die Vorgespräche waren schon einmal sehr positiv. Im Juni werde ich das Projekt dann auf dem deutschen Präventionstag in Magdeburg vorstellen. Da werden dann unsere Plakate an Bauzaunelementen vor dem Tagungsgebäude ausgestellt und wir haben einen Infotisch in der Halle, an dem wir unsere Idee zeigen können. Termin Am Dienstag, 26. April, findet die kostenlose Fotoaktion von 6 bis 21 Uhr im Westpfalz-Klinikum, Haupteingang/Foyer, Hellmut-Hartert-Straße 1, statt. Jeder kann ohne Anmeldung in diesem Zeitraum vorbeikommen, sich ablichten lassen und sein Statement abgeben.

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