Kaiserslautern
Handball: TuS Dansenberg gewinnt Saar-Pfalz-Derby gegen HG Saarlouis klar
Im Saar-Pfalz-Derby der Dritten Handball-Bundesliga Süd hat sich der TuS Dansenberg am Samstag gegen die HG Saarlouis nach starker zweiter Halbzeit mit 31:24 (10:11) souverän durchgesetzt. Die Mannschaft von Trainer Steffen Ecker war nach dem Seitenwechsel klar tonangebend und baute ihren Vorsprung phasenweise bis auf acht Tore aus.
Saarlouis verlor das Spiel unmittelbar nach der Pause. Zehn turbulente Minuten, in denen Dansenberg so gut wie alles und den Gästen so gut wie nichts gelang, brachen der HGS das Genick. Kevin Klier zog den Saarländern zu Beginn der zweiten Hälfte mit bärenstarken Paraden den Zahn und vereitelte unter anderem ein wunderschön herausgespieltes Kempa-Tor. Mit drei Überzahltoren in Folge drehte Dansenberg das Spiel und hatte das Momentum fortan auf seiner Seite. Der Mut zum Risiko, in Unterzahl den Torhüter zugunsten eines weiteren Feldspielers aufzulösen, wurde aus Sicht der Gäste bitter bestraft. Jan Claussens Treffer zum 12:11 (34.) war Gift für die Moral der Saarländer. Sein präziser Wurf aus der eigenen Hälfte flog über den hastig zurückeilenden Torhüter hinweg und schlug exakt im Winkel ein. Das war Maßarbeit vom Feinsten. Auch Christopher Seitz nutzte die Gunst der Stunde und traf ins leere Tor.
Ein Spieler in Topform war zu wenig
„Extrem statisch, zu wenig Bewegung, zu wenig Druck“, analysierte HSG-Coach Philipp Kessler, dessen Mannschaft nach dem Seitenwechsel sechs Minuten ohne Torerfolg blieb. Der ehemalige Dansenberger Maximilian Hartz hielt seine Farben zunächst im Spiel. Am Ende standen acht Tore für ihn zu Buche. Ein Spieler in Topform war aus Sicht der Gäste jedoch zu wenig, um die sich abzeichnende Niederlage zu verhindern. Dansenberg traf aus allen Lagen und zog bis zur Mitte der zweiten Halbzeit von 15:13 über 19:14 auf 23:15 (45.) davon. Nun konnte es aus Sicht der Gäste nur noch darum gehen, ein drohendes Debakel zu verhindern. Mit neun Toren in den letzten 15 Minuten konnte Saarlouis Schlimmeres vermeiden, auch weil Dansenberg fünf bis sechs Großchancen liegen ließ.
Mit viel Mut zum Risiko
„Wir haben nach dem Seitenwechsel mit sehr viel Mut zum Risiko gespielt und sind heute dafür belohnt worden. Einsatz und Wille gehören natürlich immer dazu, aber ich finde, dass wir es heute auch spielerisch sehr gut gelöst haben“, analysierte TuS-Coach Ecker, dessen Mannschaft sich durch den Sieg gegen ihren unteren Tabellennachbarn auf Rang fünf verbessern konnte. Dass Spielmacher Loic Laurent mal wieder kein Faktor war, fiel dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung nicht ins Gewicht. Die Körpersprache des Franzosen, der zunächst mit einem Platz auf der Bank vorliebnehmen musste, sprach Bände. Einem Feldtor und einem verwandelten Siebenmeter standen drei Fahrkarten, ein verworfener Strafwurf und zwei technische Fehler gegenüber. Dass er trotz seiner offen zur Schau gestellten Lustlosigkeit von seinen Mannschaftskameraden nach gelungenen Aktionen abgeklatscht und nach missglückten aufgemuntert wurde, spricht für den Charakter der Truppe. Neben dem siebenfachen Torschützen Jan Claussen wussten vor allem Torhüter Klier und Theo Megalooikonomou zu überzeugen. Der 35-jährige Grieche kämpfte bis zum Umfallen und erzielte vier Treffer. Der vierfache Torschütze Alexander Schulze hätte gut und gerne doppelt so viele Tore erzielen können, hatte jedoch Pech im Abschluss.
Weiter geht es für die Westpfälzer am Samstag (19 Uhr) mit dem Topspiel beim aktuellen Tabellenzweiten VfL Pfullingen.
So Spielten sie
TuS Dansenberg: Klier/Huber (Tor), Claussen (7), Schulze, Egelhof, Megalooikonomou (je 4), Kiefer, Seitz (je 3), Laurent (3/2), Bösing (2), Jankovic (1), Munzinger, Wilbrandt, Wetz - Spielfilm: 3:2 (9.), 6:5 (17.), 8:8 (24.), 10:11 (Hz.), 14:11 (36.), 22:15 (45.), 27:22 (55.), 31:24 (Ende) – Beste Spieler: Klier, Claussen - Hartz - Siebenmeter: 2/4 – 2/3 – Zeitstrafen: 4/5 – Zuschauer: 420 – Schiedsrichter: Hillebrand/Umbescheidt