KAISERSLAUTERN
Handball: TuS Dansenberg bezwingt im Pfalz-Derby den TV Hochdorf
Nach der Pleite eine Woche zuvor beim Tabellenführer TuS Fürstenfeldbruck war das Team von Trainer Steffen Ecker auf Wiedergutmachung aus, wollte nach drei Niederlagen in Folge wieder in die Erfolgsspur zurück. Um die eigene Anhängerschaft nach den zuletzt schwachen Ligaauftritten etwas versöhnlich zu stimmen, hatte sich die Mannschaft etwas Besonderes ausgedacht. So wurde jedem der rund 500 Zuschauer vor Spielbeginn ein Glas Sekt überreicht.
Im Spiel selbst zeigten sich die Dansenberger Akteure dann aber nicht in Sektlaune. Berauschend war ihr Auftritt nicht gerade, es war mehr Selters als Sekt im Spiel. Das lag natürlich auch an dem unangenehmen Gegner, für den es um wichtige Punkte im Abstiegskampf ging und der dementsprechend nicht zimperlich zur Sache ging. Die Pfalzbiber kämpften und bereiteten dem favorisierten TuS, der als Tabellenfünfter in die Partie ging, eine Menge Schwierigkeiten. Der Coach des TVH, Wolfgang Braun, fand dann auch lobende Worte für sein Team und sah in der „schlechten Chancenverwertung“ den Grund für die Niederlage.
Kevin Klier macht den Unterschied
Dass die Angreifer der Gäste vor allem in der ersten Halbzeit zahlreiche hochkarätige Torchancen nicht zu verwerten vermochten, lag am Dansenberger Keeper Kevin Klier, der einmal mehr der große Rückhalt seines Teams war. In der vierten Minute setzte er sich zum ersten Mal stark in Szene, als er einen hart geworfenen Ball von Vincent Klug parierte. Und kurz vor der Pause wehrte er auch einen Siebenmeter ab. Zu Recht hob Dansenbergs Trainer nach der Partie die Leistung Kliers hervor. „Er hat den Unterschied ausgemacht.“ Ohne ihren exzellenten Torhüter hätte die Heimmannschaft die erste Halbzeit wohl nicht mit einem knappen Vorsprung beendet.
So stand es nach dem ersten Durchgang nur 11:10 für die Dansenberger, die zwar die gesamte Partie in Führung lagen, sich aber in den ersten 30 Minuten nicht deutlich abzusetzen vermochten. Ihre erfolgreichsten Torschützen hatten sie in Jan Claussen und Fabian Serwinski, die beide jeweils fünfmal trafen. Letzterer zeigte sich dabei als eiskalter Siebenmeterwerfer. Viermal trat der Linkshänder an, und viermal traf er. Beim dritten Siebenmeter setzte er den Ball zwar an den Pfosten, verwertete reaktionsschnell den Abpraller aber zum 9:6 für sein Team.
In Sachen Siebenmeter hatte im gegnerischen Team auch Niklas Schwenzer einiges zu bieten. Der Hochdorfer, der nach dieser Saison zum TuS Dansenberg wechseln wird, war viermal erfolgreich von der Siebenmeterlinie. Bei Schwenzers dritten Siebenmeter verließ Klier den Kasten, und Henning Huber stellte sich dem Duell. Ohne Erfolg. Niklas Schwenzer soll in der kommenden Runde die Lücke schließen, die durch Alexander Schulzes Wechsel zum Handball-Bundesligisten TVB Stuttgart beim TuS entstehen wird. Für Schulze stand die Partie am Samstag unter keinem guten Stern. So gelang es ihm nicht, nach zwei Tempogegenstößen (5./11. Minute) den Ball im gegnerischen Tor unterzubringen, und in der zweiten Halbzeit (35.) verletzte er sich derart schwer, dass für ihn das Spiel zu Ende war.
Es sei eine „muskuläre Verletzung“, die so schlimm sei, dass Schulze wohl einige Wochen ausfallen werde, sagte Coach Ecker nach der Partie. Seiner Mannschaft bescheinigte er, dass sie gegen Hochdorf „Charakter“ gezeigt habe, und betonte noch einmal die Bedeutung des Spiels, „das wir unbedingt gewinnen mussten“. Das schaffte seine Mannschaft und bescherte sich und ihrem Publikum wieder einmal ein Erfolgserlebnis.
so spielten sie
TuS Dansenberg: Klier (Huber bei einem Siebenmeter) - Kiefer (1), Megalooikonomou (2), Seitz (1), Schulze (2), Munzinger (2), Holstein, Claussen (5), Bösing (2), Egelhof (4), Serwinski (5), Jankovic (2)
Spielfilm: 2:0 (6.), 2:2 (9.), 5:3 (14.), 8:5 (23.), 11:10 (Halbzeit), 13:11 (38.), 15:12 (45.), 19:15 (50.) 23:19 (59.), 26:19 (Ende) - Siebenmeter: 4/3 - 6/4 - Zeitstrafen: 7/4 - Beste Spieler: Klier, Egelhof, Claussen - Corazolla, Lucas Gerdon - Zuschauer: 500 - Schiedsrichter: Müller/Notbohm.