Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel „Gunslinger“: Neue CD von Michael Korotschenko und Martin Diehl

Bewegt sich mit seiner aktuellen Produktion auf eher experimentellem Terrain: Michael Korotschenko.
Bewegt sich mit seiner aktuellen Produktion auf eher experimentellem Terrain: Michael Korotschenko.

Der Kaiserslauterer Musiker, Komponist und Produzent Michael Korotschenko ist ein ungemein produktiver Mensch. Mit der Veröffentlichung des gleich in drei Versionen eingespielten Songs „Gunslinger“ folgt nun die nächste Produktion.

Seit dem vergangenen Sommer hat Korotschenko unter dem Projekt-Namen Cosmic Love Agents zusammen mit dem Co-Musiker Martin Diehl eine EP, eine Single und zuletzt vor wenigen Wochen erst ein komplettes Album mit dem Titel „Self“ vorgelegt. Nun ist genau genommen das musikalische Triplett kein Produkt der Cosmic Love Agents, sondern das eines weiteren Projekts mit dem Namen The Royal Tribe.

Personell gesehen ist es identisch mit den Kosmischen Liebesagenten, denn es besteht ebenfalls aus Michael Korotschenko und Martin Diehl. Indes: Die interne Rollenverteilung ist hier unterschiedlich. Bei The Royal Tribe hat Diehl im Gegensatz zu vorangegangenen Kooperationen nun alle Instrumente übernommen, während Korotschenko neben der Komposition vor allem sämtliche Vokalparts eingesungen hat.

„Revolverheld“ – kein alltäglicher Titel

Ein weiterer Unterschied zwischen den beiden Produktions-Duos besteht in der Ausrichtung von Stil und Darbietungsart. Während die Cosmic Love Agents nämlich unter anderem in Richtung leichter Funk und energetisch angereicherter Lounge tendieren, zeigt sich The Royal Tribe eher experimentell und auf bisher von den Protagonisten eher weniger betretenen Pfaden wandelnd.

Dementsprechend ungewöhnlich lautet der schon thematisch nicht alltägliche Titel „Gunslinger“, etwa „Revolverheld“, auch in Instrumentierung, Tempo und Charakter. So wirkt das auch so betitelte, über sechsminütige Original des Stücks besonders eindringlich und packend mit seinem eher gemächlichen Rhythmus und der gewohnt abgeschattet-sonoren Singstimme Michael Korotschenkos.

Sound-Gimmicks und Verschachtelungen

Die Frio-Version ist dagegen zwar kürzer, aber tempomäßig angezogen und mit überraschenden Sound-Gimmicks, überlegten Rhythmuswechseln und spannungsfördernden Pausen angereichert. Die passenderweise „Wildwest“ genannte dritte Version des sich textlich um einen Westernhelden drehenden „Gunslinger“-Songs wirkt dann wie eine Kombination aus beiden: extralang, mit tonalen und rhythmischen Überraschungen, angenehm verschachtelt, wie im Übrigen nahezu alle Titel von Korotschenko/Diehl, in denen es deshalb bei jedem Anhören wieder etwas Neues zu erhören gibt.

Weil wir gerade bei Gimmicks und Überraschungen sind: Im ersten Drittel der Wildwest-Version scheint man tatsächlich so etwas wie einen von Ferne herüberwehenden, zarten Anklang an den charakteristischen Rhythmus des Titellieds aus dem Western-Klassiker „High Noon“ zu hören: „Do Not Forsake Me, Oh My Darling“ („Lass mich nicht im Stich, mein Liebling“). Passen würde es. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch das wildwestmäßige Pferde-Cover des amerikanischen Malers Rocky Hawkins, das die Dynamiken und Energieflüsse der Musik optisch wiederzugeben vermag.

Folgewerk bereits fertiggestellt

Prädikat insgesamt: Hörenswert, insbesondere dann, wenn man es nicht gerade rockig-hart haben möchte und es schätzt, weit in die Tiefen einer Komposition abtauchen zu können. Wer jetzt Appetit auf mehr bekommen haben sollte: Das nächste Werk des rührigen Duos, das in zwei Versionen erscheinende „The Racist“, ist schon fertig und geht in diesen Tagen an den Start.

Info

Zu haben sind alle „Gunslinger“-Versionen auf den bekannten Download-Portalen. Wer eine physische CD haben möchte, kann sich direkt an Michael Korotschenko wenden, Telefon 0163 1696007. Weitere Infos zu den Projekten, der Musik und den Bezugsmöglichkeiten finden sich im Internet unter www.cosmic-love-agents.com sowie auf Facebook.

Das „Gunslinger“-Cover mit einem Gemälde des US-Malers Rocky Hawkins.
Das »Gunslinger«-Cover mit einem Gemälde des US-Malers Rocky Hawkins.
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