Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Große Aufräumaktion im Vogelschutzgebiet am 26. November

Der frühere Tanzboden des Parkgeländes über Kaiserslautern auf dem Kaiserberg ist heute ein Teich – und Teil des Vogelschutzgebi
Der frühere Tanzboden des Parkgeländes über Kaiserslautern auf dem Kaiserberg ist heute ein Teich – und Teil des Vogelschutzgebiets.

Der Verein für Vogelschutz und Vogelpflege kümmert sich seit mehr als 60 Jahren um das Vogelschutzgebiet auf dem Kaiserberg. Aktuell braucht der Verein selbst Hilfe und Kümmerer. Was ist los auf dem 14 Hektar großen, flächigen Naturdenkmal?

Den Verein für Vogelschutz und Vogelpflege hat es hart getroffen und daran ist nun nicht Corona schuld. Die Pandemie hat vieles nicht leichter gemacht, hat fast zwei Jahre lang den Besuch im Vogelschutzgebiet auf dem Kaiserberg verhindert. Aber dass nun der Verein dasteht und gar nicht so richtig weiter weiß, was und wie es werden soll, dafür kann die Pandemie nichts. Im Frühjahr ist nach langer Krankheit die bislang tragende Säule des Vereins, Gerhard Konrad, verstorben. Auch der bislang zweite Vorsitzende Karl-Hugo Aulenbacher ist tot. Die Greifvögel, die im Vogelschutzgebiet zur Pflege oder auf Dauer in den Volieren untergebracht waren, die sind längst in eine Auffangstation zur Betreuung und Pflege umgezogen.

Wirklich viele helfende Hände waren ohnehin schon lange nicht mehr da, stellt Nadja Konrad, die Tochter des langjährigen Vereinsvorsitzenden im Gespräch mit der RHEINPFALZ fest. „Ich habe mich in der Pflicht gesehen, etwas zu unternehmen“, erzählt die Lehrerin an der Röhmschule in Kaiserslautern, was sie nun veranlasst hat, eine Dringlichkeitssitzung der Mitglieder einzuberufen, um Klartext zu reden. „Das war natürlich mit Heinz Steiner abgestimmt“, ist Konrad dankbar, dass der langjährige Stadtjugendpfleger Steiner, der kürzlich seinen 90. Geburtstag feierte, den Verein derzeit kommissarisch führt. Die Dringlichkeitssitzung hat laut Konrad vor allem eins gebracht: Die Gewissheit, dass es an zupackenden Händen, aber auch an versierten Naturverstehern mit Wissen rund um die heimische Vogelwelt fehlt.

Gesucht: Junge Menschen mit Faible für die Vogelwelt

„Der Verein braucht junge Leute, die den Verein und das Gelände in die Zukunft tragen“, spricht die 50-Jährige Klartext. Sie selbst sei zwar als Kind immer mit dem Papa unterwegs gewesen, habe viel über die Vögel gelernt, aber das jetzt anderen weiterzugeben, nein, dazu sei alles zu weit weg. Sie sei eine Netzwerkerin, könne Kontakte knüpfen, organisieren, sieht sie ihren Platz im Verein. Ideen, die sprudeln so richtig aus Nadja Konrad heraus, darunter auch die Idee, Grundschülern vor Ort im Vogelschutzgebiet die heimische Natur, die Vögel, die Pflanzen und Fische im Teich oder auch die Amphibien nahe zu bringen. Die Volieren sollen auf keinen Fall wieder mit zu pflegenden Vögeln besetzt werden, das sei auf absehbare Zeit gar nicht zu leisten, so Konrad.

Ein bisschen verwunschen ist das 14 Hektar große Vogel- und Naturschutzgebiet auf dem Kaiserberg, am Rande der Gartenschau schon. Natürlich ist es aber keineswegs. Im 19. Jahrhundert hat sich Familie Kröckel auf dem Steinbruch eine Parkanlage anlegen lassen. Es ist dieser Park, mit seinen jetzt wirklich alten Eichen, den beiden Feuchtbiotopen, seiner vielfältigen Vogelwelt, der heutzutage quasi fast mitten in Kaiserslautern eine ziemlich zauberhafte grüne Lunge bildet.

Großer Aufräum-Tag am Wochenende

Seit mehr als 60 Jahren hat sich der Verein für Vogelschutz und Vogelpflege nun schon um diese Oase und seine Bewohner gekümmert. „Es gibt einen gewaltigen Berg an Arbeit, der aufgelaufen ist und nun bewältigt werden muss. Wir benötigen Hilfe“, sagt Nadja Konrad frei raus und spricht dabei nicht nur die Kaiserslauterer sondern alle Menschen aus dem Umland an, die Lust und Zeit haben, sich im Verein und damit in erster Linie im Vogelschutzgebiet ehrenamtlich zu beteiligen.

Gesucht werden Menschen mit Fällgenehmigungen zum Fällen von Bäumen, zum Aufräumen, aber vor allem auch zum Weiterentwickeln von neuen Ideen. Menschen mit Fachkenntnissen über die einheimische Vogelwelt, Waldpädagogen, die auch mal Führungen leiten und noch viele Köpfe und Hände mehr, erläutert Konrad. „Am 26. September starten wir ab 14 Uhr mit der ersten Aufräum-Aktion im Gelände auf dem Kaiserberg“, ruft Konrad alle Interessierten auf, sich einzufinden, zu helfen und vielleicht ja auch weiterhin zu engagieren.

Der Eingang ist über den Burggraben, Kaiserbergring, vorbei am Schulgelände und Gartenschau bis zum Feldweg, dann folgt ein Wegweiser. Interessierte können sich unter vogelschutz-kl@gmx.de beim Vogelschutzverein melden. Die neue Homepage ist gerade am werden, kann aber unter https://sites.google.com/view/vogelschutz-kl/startseite/nachrichten schon mal angeklickt werden.

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