Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Grimbart Tales aus Kaiserslautern zeigen ihr Spiel „Itorah“ auf der Gamescom den Besuchern

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Die weltgrößte Videospielmesse läuft noch bis zum Wochenende in Köln: die Gamescom. Mit dabei sind – wie in den vergangenen Jahren – die Kaiserslauterer Spielmacher von Grimbart Tales. Doch 2019 zeigen sie ihr Computerspiel „Itorah“ zum ersten Mal der Öffentlichkeit.

Immer wieder kommen Menschen an den kleinen Stand von Grimbart Tales, der ein Teil des neuen Indie-Village des Branchenverbands Game ist. Hier zeigen junge, unabhängige Entwicklerstudios ihre Produktionen – auf gerade einmal einer Handvoll Quadratmetern. Kein Vergleich also zu den riesigen Ständen der namhaften Spieleverlage, die täglich Tausende Fans abarbeiten. Jeder fängt einmal klein an – „aber das, was wir hier vorgefunden haben, das ist eine Frechheit“, sagt Artur Bäcker, einer der Grimbart-Tales-Gründer.

Er richtet die Kritik an die Organisatoren des Indie-Village: „Außer einem schäbigen Baugerüst war hier nichts, als wir am Montag zum Aufbau angekommen sind.“ René Müller ergänzt: „Die einzige Steckdose hier mussten wir uns mit unseren Standnachbarn teilen – was erstmal für mehrere Stromausfälle gesorgt hat.“ Laut Bäcker habe man aus den widrigen Umständen das Beste rausgeholt.

Bäcker: „Endlich zeigen wir unser Spiel allen“

Mit offensichtlich viel Mühe und Improvisationstalent ist der Stand ansehnlich geworden; sogar ein Hingucker – was er auch seiner Lage an einer Kreuzung zu verdanken hat. Sascha Vogel: „Da gibt es nichts zu meckern, der Gang hier ist schön breit, da kann man auch mal aus dem Stand raus und längere Gespräche führen.“

Bäcker ergänzt: „Für uns selbst war das zunächst kein großes Ding, aber als unsere Bekannten in den sozialen Netzwerken darauf reagiert haben, wurde uns bewusst: ,Krass, das ist unser eigener Stand und wir zeigen unser Spiel endlich allen.’“ Alle, das sind laut Bäcker und Müller vor allem Spieler ab 30 Jahren aufwärts. Müller ironisch: „Die Kids bleiben eher nicht bei uns stehen, dafür hat ,Itorah’ wohl zu wenig Blut und nackte Haut.“ Stattdessen blieben eher die Mütter stehen.

Den ersten Messetag fast im Alleingang geschmissen

Denen – wie allen Standbesuchern – gefalle die Optik des Spiels. Das bestätigen die anderen Teammitglieder, die ebenfalls am Stand stehen, um mit Besuchern zu plauschen oder ihnen bei der kurzen Demoversion an den beiden Anspielstationen zur Seite stehen. Vogel: „Bennet ist unser Fleißbienchen, er hat den ersten Messetag fast im Alleingang geschmissen.“ Mit dabei in Köln sind außerdem Justin Weinel, und Alessandro Brancaccio ist am Donnerstag nachgereist.

Die beiden Gründer, Bäcker und Vogel, sind während der Messer nach eigenen Angaben eher selten im Publikumsbereich zu finden, in ihren Terminkalender stehen viele, viele Gespräche mit Medienvertretern und Spieleverlagen im sogenannten Business-Bereich, der Fachbesuchern vorbehalten ist. Deswegen gibt’s noch ein Extra-Lob fürs Team: „Die Jungs sind echt auf Zack, wer länger stehenbleibt, wird angesprochen und schaut sich ,Itorah’ an“, sagt Vogel, „es ist super, dass man sich darauf verlassen kann.“

Mit Malu Dreyer über die Gamescom

Als einer der rheinland-pfälzischen Vertreter des Bundesverbands der Spiele-Branche begleitete Vogel Ministerpräsidentin Malu Dreyer am Fachbesuchertag durch die Hallen der Kölner Messe. Dreyer hatte sich die Unternehmen und Institutionen aus Rheinland-Pfalz angesehen, „und sich viel Zeit für uns genommen“. Vogel: „Schon beim gemeinsamen Mittagessen hat sie sich sehr offen gezeigt. Wir hatten das Gefühl, tatsächlich gehört zu werden.“ Dreyer sei jedenfalls nicht nur für ein Foto kurz am Stand erschienen.

Bis Sonntag sind Grimbart Tales noch in Köln; die Messe läuft bis Samstag, am Sonntag steht der Abbau auf dem Programm. Bäcker: „Ich glaube, wir sind dann heilfroh, dass wir es überstanden haben.“ Denn täglich fast zehn Stunden am Stand zu stehen, immer wieder ähnliche Fragen zu beantworten, das schlauche schon. „Auf der anderen Seite macht’s richtig viel Spaß, gerade weil wir so oft positive Rückmeldungen bekommen und die Menschen mehr vom Spiel sehen und spielen wollen“, ergänzt Müller.

Zur Sache: Indie-Games sind voll im Trend

Indie-Games sind einer der Trends auf der Gamescom in diesem Jahr. Mehr als je zuvor entwickeln kleine, unabhängige Studios Spiele, die auf einzigartige Weise hervorstechen, ob durch ernste Themen, kunstvolle Ansätze oder ein ausgefallenes Design, lobt der game – Verband der deutschen Games-Branche. Die Studios sind ein elementarer Bestandteil der Games-Kultur geworden: Die Möglichkeit, Spiele über Download-Portale kostengünstig weltweit anbieten zu können sowie einfacher anzuwendende Entwickler-Software haben den Trend verstärkt.

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