Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Grünes Licht für Solaranlage am Siegelbacher Ortsrand

Auf diesem Feld am Ortsrand von Siegelbach will die WVE eine insgesamt 4,5 Hektar große Solaranlage errichten.
Auf diesem Feld am Ortsrand von Siegelbach will die WVE eine insgesamt 4,5 Hektar große Solaranlage errichten.

Am Rande des IG Nord soll eine Solaranlage entstehen. Der Stadtrat befürwortet das Projekt. Auch die Siegelbacher finden es gut – auch wenn Bedenken bleiben.

Am südwestlichen Rand des Industriegebiets Nord will die WVE (Wasser Versorgung Energie GmbH) 4,5 Hektar eines Feldes mit Solarmodulen belegen. Bis Ende des Jahres will sie mit dem Bau beginnen, bis Sommer 2027 könnte die Anlage in Betrieb gehen, hofft der zuständige Projektverantwortliche Carsten Brossette. Jährlich könnten so etwa 5,5 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Diese Menge verbrauchen zwischen 1100 und 1800 Vier-Personen-Haushalte durchschnittlich pro Jahr.

Die Fläche ist Teil des Gesamtkonzepts zu Freiflächen-Photovoltaikanlagen, das der Stadtrat bereits im Februar verabschiedet hat. Insgesamt 62 Flächen in der Kernstadt und in den Stadtteilen wurden auf ihre Eignung für Solaranlagen überprüft, sieben als ungeeignet ausgeschlossen. Nach den Beratungen in den Ortsbeiräten blieben vier als geeignet empfundene sowie 29 als bedingt geeignet empfundene Flächen übrig. Der Stadtrat stimmte im Februar dafür, diese als sogenannte Potenzialflächen – insgesamt 160 Hektar – im Flächennutzungsplan auszuweisen. Außerdem werden die von den Ortsbeiräten abgelehnten Flächen als Reserveflächen vorgehalten, sollten darüber hinaus weitere benötigt werden.

Die Fläche im IG Nord gilt auch aus Sicht der WVE als besonders geeignet, weil mindestens die Hälfte des erzeugten Stroms über eine Direktleitung von mindestens einer Firma im Industriegebiet abgenommen werden soll. Fuchs Lubricants habe bereits Interesse signalisiert, erklärte Brossette Anfang März im Siegelbacher Ortsbeirat. Auf den erzeugten Strom fallen so keine Netzentgelte und Umlagen an, sodass die Solaranlage trotz ihrer verhältnismäßig geringen Größe von etwa vier Hektar für die WVE wirtschaftlich zu betreiben sei. Die Siegelbacher Ortsbeiratsmitglieder sahen sich gewissermaßen in einer „Zwickmühle“ (Hans-Joachim Müller, SPD), denn die von der WVE nun ausgewählte Fläche hatte der Beirat selbst in einer vorherigen Sitzung – zumindest in Teilen – als gut befunden. Freie Wähler und SPD erneuerten damals aber auch ihr negatives Votum gegen die von einem privaten Investor auf etwa 2,3 Hektar geplante Solaranlage „Ober dem Brüchling“, für die der Stadtrat allerdings bereits 2024 grünes Licht gegeben hat.

Die Siegelbacher befürchten, „dass nach der WVE das nächste Projekt kommt und dann sind wir irgendwann eingekesselt“ (Horst Hamacher, FW). Ihre Hoffnung: Für den Investor „Ober dem Brüchling“ könnte sich die Anlage künftig nicht rechnen, wenn er den Strom ins allgemeine Netz einspeisen muss. Der Ortsbeirat stimmte so den Plänen der WVE für deren Anlage nördlich der Häuser „In den Langen Ruthen“ einhellig, bei einer Enthaltung, zu.

Auch der Stadtrat hat sich nun am Montag in einem Grundsatzbeschluss – gegen die Stimmen der AfD – mit breiter Mehrheit für die Anlage der WVE ausgesprochen.

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