Kaiserslautern Globus, Tauben und Blumen für den Weltfrieden
Die Schüler der Klasse 7d der Integrierten Gesamtschule (IGS) Bertha von Suttner und ihre Klassenleiterin Christine Sprißler waren vergangene Woche vier Vormittage lang im Atelier der Künstlerin Sandra Derag aktiv. Ganz im Sinne der ersten Frau, die im Jahre 1905 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde und Namensgeberin der Schule ist, Bertha von Suttner, haben sie ein Kunstwerk zum Thema Weltfrieden erschaffen.
Außerhalb des Schulgebäudes nutzen die Schüler die entspannte und Denkanstöße gebende Atmosphäre, wie sie in Ateliers nun einmal herrscht, um sich mit Gelassenheit und Freude einem immer aktuellen, aber jetzt gerade besonders wichtig scheinenden Thema zu widmen: Weltfrieden. Da wird erst einmal überlegt, was denn Frieden überhaupt bedeutet, was den Frieden gefährdet, wie Weltfrieden erhalten werden kann und mit welchen Friedenssymbolen der Wille zum Pazifismus kommuniziert werden kann. Es ist ein fast unüberschaubar schwieriges Thema, aber die Schüler sind sich einig, dass es dringend nottäte, mehr dafür zu tun in heutigen Zeiten, wo Menschen aufgrund vieler kriegerischer Ereignisse auf der Flucht sind und ganz Europa durchströmen, Anschläge nicht nur im Nahen Osten, sondern auch ganz in der Nähe verübt werden, die Gefahr also auch immer näher zu rücken scheint. „Kinder sind da schon empfänglich und grundsätzlich harmonisch orientiert“, sagt Künstlerin Sandra Derag und Lehrerin Christine Sprißler pflichtet kopfnickend bei. Doch wie den Wunsch nach Weltfrieden in einer Skulptur ausdrücken? Sandra Derag hat eine Grundidee und zeichnet einen ersten Entwurf für eine raumeinnehmende Installation. Grundlage ist ein Globus, „als Symbol, dass wir eine Welt sind“. Dazu kommen Friedenstauben, die sich aus dieser einen Welt frei erheben. Die Schüler haben nun die Aufgabe, zusätzliche Friedenssymbole zu recherchieren und so kommen noch zur Installation von Globus und Tauben hinzu: ein Peace-Zeichen auf einer Fahne und Blumen, die auch in ihrer Schönheit und Reinheit für den Frieden werben sollen. Nach der intellektuellen Grundarbeit und dem Herantasten an die Thematik, geht es dann an die Arbeit. Aus Alufolie werden die Plastiken für die Tauben geformt, diese dann mit Pappmaschee kaschiert und bemalt. Es raschelt, es klebt und es wird auch hier und da mal ein Tupfer Farbe verschüttet – Kreativwerkstatt eben, da gibt es auch mal einen Fleck. „Es ist einfach immer faszinierend, wie Kinder positiv auf Farben und kreatives Gestalten reagieren“, erzählt Sandra Derag. Dabei sei ihr wichtig, dass das zu gestaltende Objekt von den Schülern von Anfang bis Ende selbst gefertigt werde. Das zeige, wie viel Arbeit hinter solch einer Installation stecke – kann hier aber nicht ganz umgesetzt werden: Die Globus-Kugel mit einem Durchmesser von etwa zwei Metern hätten die Schüler nicht in dieser kurzen Zeit fertigen können, das übernimmt die Künstlerin. Die Siebtklässler konzentrieren sich auf die Herstellung der ausschmückenden Symbole. „Man kann mit der Arbeit an dieser Installation und der Auseinandersetzung mit der Thematik die Kinder durchaus auch zu Denkanstößen bewegen, über Frieden und Politik zu reflektieren“, sagt die Künstlerin, die ihre Workshops als handwerklich-künstlerisch sowie intellektuell fordernd verstanden wissen will. Die Klassenlehrerin bestätigt, dass das Thema „Krieg und Frieden“ durchaus im Klassenzimmer angekommen sei. „Uns ist es wichtig, ein Statement zu diesem Thema zu setzen und dass man dazu eben auch aktiv etwas tun muss“, sagt Christine Sprißler. Das Thema „Krieg und Frieden“ sei durchaus im Klassenzimmer angekommen. „Ich finde es toll, dass die Installation bald in der Aula der Schule hängt – cool“, sagt die Schülerin Diana Wagner. Wenn die Schüler im September ins neue Schuljahr starten, soll die Installation schon angebracht sein – für alle sichtbar zum Weltfrieden mahnend. |kön