Kaiserslautern
Gesundheitscampus auf dem Pfaff-Gelände: In Kaiserslautern Medizin studieren
Der Stadtrat hat am Montagabend den Grundsatzbeschluss gefasst, das Westpfalz-Klinikum beim Aufbau eines Gesundheitscampus zu unterstützen. Damit soll die Gesundheitsversorgung in der Westpfalz langfristig gestärkt werden. Der Campus soll einerseits die Ausbildung von Gesundheitsfachberufen bündeln, andererseits soll es an der Medical School Kaiserslautern bis zu 240 Studierenden möglich sein, den klinischen Teil ihres Medizinstudiums ab 2028 in Kaiserslautern zu absolvieren. Dafür wurde 2024 eine Kooperation mit der Semmelweis Universität im ungarischen Budapest ins Auge gefasst, wo die angehenden Mediziner den theoretischen Teil ihres Studiums absolvieren sollen. Mit dem Grundsatzbeschluss hat der Stadtrat auch die Bereitschaft signalisiert, sich finanziell an dem Vorhaben zu beteiligen. Gleiches gilt für die Kreistage des Landkreises Kusel und des Donnersbergkreises. Die beiden Kreise und die Stadt Kaiserslautern sind die Gesellschafter des Westpfalz-Klinikums.
„Zukunftsweisende Entscheidung für die gesamte Region“
Für die Stadt bedeutet das nach derzeitigem Stand konkret, dass sie eine einmalige Anschubfinanzierung von bis zu rund drei Millionen übernimmt, sollte eine angestrebte Drittfinanzierung, beispielsweise über Bankdarlehen, nicht zustande kommen. Bis zu 1,8 Millionen Euro könnten in die Gebäudefinanzierung fließen, falls die Landesförderung einen Eigenanteil notwendig macht, der nicht anderweitig finanziert werden kann. Gleichzeitig erklärt sich die Stadt bereit, bis zu 600.000 Euro jährlich beizusteuern, um einen möglichen Fehlbetrag beim Gesundheitscampus auszugleichen. Das könnte notwendig werden, wenn sich nicht ausreichend Studierende für das Medizinstudium in Kaiserslautern entscheiden, das über Studiengebühren finanziert werden soll. Kaiserslauterns Sozialdezernentin und Aufsichtsratsvorsitzende des Westpfalz-Klinikums, Anja Pfeiffer (CDU), bezeichnete den Stadtratsbeschluss als eine „zukunftsweisende Entscheidung für die gesamte Region, aber auch für den Wissenschaftsstandort Kaiserslautern und für die gesamte Stadt“. Womöglich lehne sie sich etwas zu weit aus dem Fenster, aber es sei vielleicht „eine der zukunftsweisendsten Entscheidungen seit Gründung der RPTU“.
Der Stadtrat begrüßte die Initiative zur Gewinnung von Fachkräften und Ärzten, etliche Fraktionen kritisierten aber ebenso, dass es eigentlich Aufgabe des Landes sei, ausreichend Medizinstudienplätze anzubieten. In Rheinland-Pfalz ist ein Medizinstudium in erster Linie in Mainz, durch eine Kooperation auch in Trier möglich. In den kommenden Wochen sollen die Modalitäten der Finanzierung konkretisiert, Genehmigungen eingeholt und weitere Gebietskörperschaften eingebunden werden. Lediglich die FDP verwehrte dem Grundsatzbeschluss die Zustimmung, der Fraktion reichten die vorliegenden Zahlen für eine Zustimmung noch nicht aus.