Kaiserslautern Gestatten? Schlangentöter.

Auf dem Bild da drüben siehst du eine Zebramanguste – leider ohne Namen. Das Problem mit diesen kleinen Räubern ist: Sie sehen sich so unglaublich ähnlich, dass die Pfleger im Lauterer Zoo sie kaum auseinanderhalten können. Deshalb sind sie alle namenlos geblieben.
Bei den Zebramangusten herrscht im Grunde absolute Gleichberechtigung. Die Männchen haben kein anderes Fellkleid als die Weibchen und sind auch nicht größer oder schwerer. Sie haben keine längeren Zähne und auch keine schärferen Krallen – und ab und zu müssen sie die Babysitter spielen. Genau wie die Weibchen eben. Das ist einerseits eine feine Sache, führt aber andererseits dazu, dass das Durcheinander in den bis zu 40 Mitglieder großen Familienhorden für Menschen schwer zu durchschauen ist. Zebramangusten sind afrikanische Tiere. Gelegentlich werden sie auch „Mungos“ genannt, obwohl das nicht richtig ist, denn so heißen eigentlich nur ein paar nahe Verwandte aus Asien. Zebramangusten sind selbst kleine Raubtiere, müssen aber sehr vorsichtig sein, weil sie auf dem Speiseplan größerer Räuber wie Adler oder Leoparden stehen. Da man gemeinsam stärker ist, tun sich die gewitzten Tiere in Gruppen zusammen, jagen zum Teil gemeinsam, ziehen den Nachwuchs gemeinsam auf und vertreiben im Rudel Gegner, vor denen sie allein Angst haben müssten. Zebramangusten sind sehr neugierig und ziemlich clever. Das lässt sich vor allem dann gut beobachten, wenn sie Beute mit einer harten Schale, wie Käfer oder Eier, in die Pfoten bekommen. Weil sie die mit den Zähne nicht knacken können, werfen die kleinen Räuber sie nämlich einfach mit den Vorderpfoten durch die Hinterbeine hindurch so lange gegen einen Felsen oder Stein, bis die Schale platzt. Eine Besonderheit von Zebramangusten ist, dass sie nicht einmal vor Schlangen Angst haben. Neben Käfern, Fröschen, Mäusen und Tausendfüßlern stehen die hin und wieder auf ihrem Speiseplan. Das geht nur, weil Mangusten blitzschnelle Reflexe haben: Sie bewegen sich so fix, dass sie vorstoßenden Giftschlangen ausweichen können. Das machen sie so lange, bis die müde und langsam werden und beißen dann selbst zu. Ihre asiatischen Verwandten, die Mungos, nehmen es auf diese Art sogar mit Kobras auf. Wenn das mit dem Ausweichen mal nicht klappt, haben sie noch ihr dickes Fell, durch das die Schlangenzähne oft nicht durchkommen. Und außerdem macht Gift ihnen nicht so viel aus wie anderen Tieren. Die alten Ägypter und Inder waren davon so beeindruckt, dass sie Mungos als Göttertiere verehrten. In Afrika, Südasien und Südeuropa gibt es über 30 verschiedene Mangustenarten mit so lustigen Namen wie Langnasen- oder Schwarzfußmanguste oder auch Kusimanse. Warum das Tier auf unserem Foto Zebramanguste heißt, hast du sicher längst erraten? Richtig, wegen der Streifen auf seinem Rücken. (yns)