Kaiserslautern Gespräch der Woche: „Ich kann wieder am Leben teilnehmen“

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«Ramstein.»Zum Welt-Stoma-Tag veranstaltet der Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland der Selbsthilfeorganisation Deutsche Ilco am Sonntag, 23. September, einen Informationstag im Mehrgenerationenhaus (MGH) Ramstein. Redakteurin Pola Schlipf hat sich mit der Sprecherin der Ilco in der Region Westpfalz und Initiatorin des Tages, Katrin Knaack, über das Leben mit künstlichem Darmausgang und ihr Engagement unterhalten.

Frau Knaack, Sie tragen selbst Stoma. Seit wann ist das so und wie lebt es sich damit?

Ich trage seit Anfang 2013 ein Stoma, weil ich an der chronischen Darmerkrankung Colitis ulcerosa leide, und für mich ist es eine Erleichterung. Es bedeutet für mich, dass ich wieder am Leben teilnehmen kann. Ich kann damit so gut wie alles machen. Nur beim Heben schwerer Dinge muss ich aufpassen, weil es dann zu Hernien (Austritten von Eingeweideteilen aus dem Bauch, d. Red.) kommen kann. Können Sie auch Sport treiben? Ja, ich mache Qigong und Gymnastik. Und wie sieht es mit schwimmen aus? Ich persönlich schwimme nicht so gerne, das war schon vorher nicht meine Lieblingsbeschäftigung. Aber: Jeder Stomaträger kann schwimmen gehen. Wie war das, als die Ärzte das Thema künstlicher Darmausgang angesprochen haben? Ich habe mich schon vorher mit dem Thema beschäftigen können, habe es aber weit von mir geschoben. Aber irgendwann war der Leidensdruck so groß, dass ich mich zu einer Operation entschlossen habe. Wenn andere Patienten sich vor einer geplanten Operation an Sie wenden, was raten Sie ihnen? Ganz einfach, sich zu informieren. Die Ilco bietet viele Broschüren an. Außerdem sollte man mit Betroffenen sprechen, die nach einer Operation wieder Lebensmut gefunden haben. Und wenn es die Möglichkeit gibt, sollte man ein Muster einer Stoma-Ausrüstung anfordern, um diese schon vorab auszuprobieren. Das habe ich auch selbst gemacht und ich bin dadurch im Krankenhaus relativ schnell alleine klargekommen und konnte frühzeitig entlassen werden. Haben Sie im Verlauf Ihrer Behandlung auch Hilfe durch die Ilco erfahren, für die Sie sich jetzt engagieren? Ja, ich wusste dadurch, dass ich nicht alleine bin. Ich merke bei meiner Arbeit für die Selbsthilfeorganisation, dass viele denken, sie wären ganz alleine mit ihrer Krankheit. Es ist daher die wichtigste Aufgabe der Ilco, ihnen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind. Das machen wir zum Beispiel durch einen Besuchsdienst im Krankenhaus. Selbst Betroffene führen ehrenamtlich ein Gespräch mit Patienten, wenn diese dem zustimmen. Warum haben Sie jetzt den Infotag in Ramstein organisiert? Weil es mir wichtig ist, Öffentlichkeit herzustellen. Ich merke immer am Krankenbett, dass die Menschen nichts über das Thema Stoma wissen, nicht dass es Hilfe gibt, nicht dass es andere Betroffene gibt, weil es ein Tabuthema ist. Für wen lohnt sich ein Besuch des MGHs am Sonntag? In erster Linie für Betroffene und ihre Angehörigen. Aber es lohnt sich auch für jeden, der sich über Vorbeugung informieren möchte. Termin Anlässlich des Welt-Stoma-Tages am Sonntag, 23. September, gibt es im Mehrgenerationenhaus in Ramstein-Miesenbach von 11.30 bis 18 Uhr Informationen zum Thema sowie Musik und Unterhaltung. Weitere Informationen bei Katrin Knaack, Telefon 06371/9522731.

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