Kaiserslautern „Gerne auf dem Schulhof gekräht“

Als „Berufsbildner par excellence“ hat Walter Wahl, Leitender Ministerialdirigent im Mainzer Bildungsministerium, Oberstudiendirektor Bernhard Henn bezeichnet. Henn wurde gestern von vielen Gästen aus den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Handwerk nach 15 Jahren Schulleitertätigkeit an der Berufsbildenden Schule I Technik in die passive Phase der Altersteilzeit verabschiedet.
Henn, der sich nach einer Maurerlehre und einem Bauingenieursstudium beruflich für den Schuldienst entschieden hatte, habe schon damals alles richtig gemacht, sagte Wahl. Der scheidende Schulleiter sei ein Pädagoge, der sich ohne große Worte eingebracht und angepackt habe, der stets neugierig auf Neues gewesen sei und die Aufgabe des Schulleiters immer zur vollsten Zufriedenheit der Aufsichtsbehörde bewältigt habe. Recht früh habe Henn sich in Modellversuchen zur Verbesserung der beruflichen Bildung eingesetzt und 2001 die Leitung der zweitgrößten berufsbildenden Schule in Rheinland-Pfalz übernommen. Zahlreich seien die Fortbildungen die Henn als Teilnehmer und Referent zur Stärkung von Eigenverantwortung, Qualitätsmanagement und Lehr- und Lernkultur von Schulen (EQuL) besucht habe, hob er hervor. Wahl wünschte Henn zum Start in seine neue Lebensphase alles Gute. „Ich bin mir sicher, dass Du auch diese Herausforderung sehr gut meistern wirst“, sagte Wahl. Peter Kurzmeier, Leitender Regierungsschuldirektor bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Neustadt, überreichte Henn die Dankesurkunde zur Verabschiedung. „Ich bin überzeugt, Sie waren der richtige Mann am richtigen Platz“, sagte Kurzmeier. Henn habe als wertschätzender und liebenswerter Kollege auf dem von seinem Vorgänger Walter Weiß eingeführten innovativen Qualitätssiegel aufgebaut und es weiterentwickelt. Als eine von elf berufsbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz, die anfänglich am Projekt EQuL teilgenommen hatten, habe sich Henn oft auf dünnem Eis bewegt. „Hat es doch geheißen, nicht zu schnell vorgehen und das Kollegium mit ins Boot nehmen.“ Alle Projekte zur Schulentwicklung, an denen Henn mit der BBS I beteiligt war, hätten ein sehr hohes Niveau gezeigt. Mit Menschlichkeit und einer starken Persönlichkeit habe Henn die schulische Entwicklung positiv gestaltet. Kurzmeier: „Das macht einen Schulleiter aus.“ Als einen Glücksfall für die berufsbildende Schule und das Duale System hat Beigeordneter Joachim Färber den scheidenden Schulleiter bezeichnet. Als sehr kompetent wertete Färber das Wirken Henns an der BBS I. Henn habe sich für die politische und gesellschaftliche Mündigkeit seiner Schüler eingesetzt. Als überzeugter und überzeugender Kämpfer habe Henn die BBS I mit Blick auf die Informationstechnik zukunftsorientiert ausgerichtet. Neue schulische Strukturen, neue Lehr- und Lernverfahren zu entwickeln und innovative Methoden der schulinternen Evaluation seien ihm wichtig gewesen. Henn habe stets ein kooperatives Miteinander gepflegt, betonte Färber. Henn selbst machte seinem Kollegium Komplimente: Die Kollegen seien ihm gefolgt und hätten ihm oft aus dem „Tal des Frusts“ geholfen. Henn: „Ich habe gerne auf dem Hof der BBS I gekräht. Das Leben geht weiter.“ Bei der Verabschiedung meldeten sich auch Repräsentanten aus Arbeitsgemeinschaften, von anderen Schulen und Kammern zu Wort. Musikalisch setzte das Duo Mechatronic mit Songs von „Supertramp“ und Rocksänger Bob Geldof erfrischende Akzente. |jsw