Kaiserslautern Gemeinsames Laufen als Integrationsrezept

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Ehre, wem Ehre gebührt. Dies trifft in einem besonderen Maße auf Petra Andes zu. Die Übungsleiterin des VfB Reichenbach hat sich mit dem von ihr ins Leben gerufenen Lauftreff und ihrem damit verbundenen großen Engagement in Sachen Integration von Flüchtlingen und Migranten verdient gemacht. Deshalb wurde sie mit dem DFB-Ehrenamtspreis 2016 ausgezeichnet.

Die Auszeichnung der 50 Jahre alten Reichenbacherin wurde von Rainer Pfaff, dem Kreisausschuss-Vorsitzenden des Fußballkreises Kusel-Kaiserslautern, vorgenommen und ging vor großem Publikum über die Bühne, auf der Weihnachtsfeier des VfB Reichenbach. „Petra Andes engagiert sich auf bemerkenswerte Weise mit ihrer Sportgruppe für die Integration von zugewanderten Menschen“, sagte Pfaff. Ebenso wie der Kreisausschuss-Vorsitzende lobte auch der Vorsitzende des VfB Reichenbach, Uwe Kadel, den großen Einsatz von Petra Andes. Ohne zu zögern und tatkräftig ging Andes die Dinge an. Als sie gehört habe, dass Flüchtlinge nach Reichenbach gekommen seien, erzählt die Ehrenamtspreisträgerin, habe sie sich sofort entschlossen, bei deren Integration mitzuhelfen. Darüber, wie dies geschehen sollte, hatte sie von Beginn an klare Vorstellungen, und zwar „Integration durch Sport“. Entgegen kam dabei der leidenschaftlichen Läuferin, die bei einem Halbmarathon der TSG Kaiserslautern mit 1:58 Stunden ihre Bestzeit über diese Langstrecke lief, dass sie den Lauftreff gegründet und so das Sportangebot des VfB erweitert hatte. Dort sollten durch gemeinsames Laufen Berührungsängste abgebaut und damit die ersten Schritte auf dem Weg zur Eingliederung in die Dorfgemeinschaft bewältigt werden. Die Flüchtlinge seien „am Anfang sehr verängstigt wesen“, erzählt Petra Andes, deren Laufrezept aber bald Wirkung zeigte. Mittlerweile gehören die aus Afrika stammenden Läufer zum Verein, ja, sie sind zu einem besonderen Markenzeichen des VfB geworden und demonstrierten schon bei vielen Laufveranstaltungen der Region ihr großes läuferisches Können. „Das Laufen liegt ihnen im Blut“, sagte Petra Andes und bezifferte die Zahl der Flüchtlinge im Lauftreff auf 15. Dass die Integration so erfolgreich verlaufen sei, führt die Übungsleiterin auf die Unterstützung des Gesamtvereins zurück. „Er steht hinter uns“, betont sie und findet, dass die Auszeichnung, die ihr zuteil geworden sei, eigentlich allen im Verein zustehe. Dabei geht aber ihr eigenes Engagement für die Flüchtlinge weit über das Sportliche hinaus. So begleitet die gelernte Hauswirtschafterin und Mutter zweier Töchter ihre Schützlinge zum Beispiel bei Behördengängen und Arztbesuchen. Sie opfert ihre Zeit, weil es ihr ein besonderes Anliegen ist, dass die nach Reichenbach zugewanderten Menschen sich nicht nur im Verein und auf der Laufstrecke zurechtfinden, sondern dass sie auch möglichst schnell in der für sie noch unbekannten Gesellschaft Fuß fassen. Die Integrationserfolge des VfB Reichenbach haben sich herumgesprochen. Im Laufe ihres Engagements ist Petra Andes „zu einer Art Flüchtlingsverantwortlichen“ ihres Vereins geworden. Mittlerweile wenden sich auch andere Sportvereine an sie, um von den Erfahrungen der Reichenbacherin in Sachen Integration zu profitieren. Große Beachtung fand in diesem Jahr auch der während des Kulturwochenendes der Ortsgemeinde veranstaltete Integrationslauf, an dem sich 300 Läufer und Läuferinnen beteiligten und der nach der erfolgreichen Premiere im kommenden Jahr seine zweite Auflage erleben soll.

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