Kaiserslautern Gemeinsam an einem Tisch

„Gemeinsam essen – gemeinsam reden – gemeinsam sein“ war das Motto der Interkulturellen Tafel im Innenhof der Stiftskirche.
»Gemeinsam essen – gemeinsam reden – gemeinsam sein« war das Motto der Interkulturellen Tafel im Innenhof der Stiftskirche.

Pizza kennt jeder, mag fast jeder und deshalb war Pizza – nicht wirklich überraschend – auf der Interkulturellen Tafel am Samstag im Innenhof der Stiftskirche auch der klare Favorit. Im Rahmen der Interkulturellen Woche hatten Club Aktiv und der Jugendmigrationsdienst im Internationalen Bund zum neunten Mal zum „Gemeinsam essen – gemeinsam reden – gemeinsam sein“ dorthin eingeladen.

Internationale Restaurants und Märkte hatten wie schon in den vergangenen Jahren ihre Spezialitäten gespendet und vorschriftsmäßig als handliche Einzelportionen in Kunststoffbehälter verpackt bereitgestellt. Ob Teilnehmer an den Integrationskursen der Veranstalter oder zufällige Passanten: Jeder war willkommen, sich das Angebot anzuschauen und zuzugreifen. Wem die Entscheidung gar zu schwer fiel, dem half Migrationsberater Reinhold Regener mit einem ermutigenden „Können wir Ihnen behilflich sein?“ auch schon mal gerne auf die Sprünge. „Ich kann alles probieren“, verkündete Qusay mutig. Zum Auftakt hatte sich der junge Syrer ausgerechnet für eine Tüte mit Fladenbrot entschieden. Das Brot wurde aufgegessen; danach würde er weitersehen. Vielleicht etwas Süßes aus Eritrea? Ob Injera Shiko, ein eritreisches Linsenbrot, ihrer 91-jährigen Nachbarin schmecken würde, die sie zur Interkulturellen Tafel begleitet hatte? Gabriele Seidel entschied sich dafür und konnte punkten. Als nächstes holte sie für beide eine Portion Kartoffelsalat und ein Fischgericht an den Tisch. Zwei Jungs griffen sich jeder eine Tüte mit Brötchenaufdruck. Was drin steckte? „Hauptsache vegan“, verkündete einer, schaute dann aber doch schnell mal nach. „Sieht aus wie Pizza“, meinte er. Es war ein süßes Teilchen. „Die Interkulturelle Tafel ist schon zur Institution geworden“, stellte Britta Behr vom Jugendmigrationsdienst zufrieden fest. Besonders schön sei, dass sich bei diesem Anlass Leute an einen Tisch setzten und miteinander redeten, die sich im Alltag nicht treffen würden. Damit bei zwar sonnigem, aber reichlich windigem Wetter die Lust am gemeinsamen Imbiss im Freien erhalten blieb, hatten die Organisatoren Tische und Bänke vorsorglich in den sonnigen Abschnitt des Innenhofs gerückt. Manuel Fernandez lässt sich die Interkulturelle Tafel nie entgehen. Er ist so etwas wie ein Stammgast an diesem nicht nur kulinarischen Treffen geworden. „Die Möglichkeit, Köstlichkeiten aus anderen Ländern kennen zu lernen, das ist das Schöne dabei“, schilderte er lächelnd. So lerne er den Geschmack anderer Länder und Menschen kennen. Am Samstag hatte er sich für italienischen Salat, ein portugiesisches Gericht mit Fisch und eine Portion Oliven entschieden.

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