Kaiserslautern
Gastronom Justus Kuhl sieht in seinem Betrieb noch keine Normalität
„Die Küche war zu gut“, gibt er als Grund an, warum längst nicht nur Studierende das Lokal aufsuchen. Auffallend schnell hätten Mitarbeiter der TU, der Institute und des Sportbundes das Unique als ihr Lokal nahe ihres Arbeitsplatzes entdeckt. Vielleicht weil es eine besondere Ruhe ausstrahle und man die Hektik des Alltags für kurze Zeit vergessen könne. Nur einmal hat Justus Kuhl in zehn Jahren den Koch wechseln müssen. „Konstanz in der Küche zahlt sich aus.“ Der jetzige Koch sei ein Inder und favorisiere die internationale, besonders die italienische Küche.
Nicht nur in der Corona-Zeit profitiert das Unique von einer Außenbestuhlung auf der vorgelagerten Terrasse. Dort haben unter Sonnenschirmen und schattigen Bäumen gewöhnlich 80 Personen Platz. „Corona hat uns hart getroffen“, erinnert Julius Kuhl an die Schließung der Universität, der die Institute entlang der Trippstadter Straße gefolgt seien. Nach Wiederöffnung der Gastronomie sei der Betrieb nur zäh angelaufen. Eine Perspektive sieht der Gastronom für sein Lokal noch nicht. Nur wenige Studierende seien auf dem Campus, ein Teil der Mitarbeiter im Homeoffice. „So wird es bis Ende Oktober bleiben.“ Für das Wintersemester sehe die Situation nicht wesentlich besser aus, verweist er auf nur 50 Prozent Präsenzveranstaltungen.
Mit einem Essen „to go“ für Studierende hätte er angesichts des Angebots der Mensa preislich nicht mithalten können. „Von einem Lieferservice bin ich kein Freund.“ Laufkundschaft habe er nicht. „Wer zu uns kommt, sucht uns bewusst auf.“ Auch wenn Abstandhalten im Unique kein Problem ist, hat Julius Kuhl Bedenken, die Lüftung einzuschalten. Lüftungsanlagen könnten dazu beitragen, Corona zu verbreiten, befürchtet er. Noch wisse man nicht, welche Folgen Corona für das soziale Miteinander nach sich ziehe. „Ich bin ein sozialer Mensch und vermisse die Umarmung.“