Kaiserslautern „Gab damals ordentlich Ärger“

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Heute Nachmittag treffen sich rund 400 IG Metaller in der Fruchthalle zur Delegiertenversammlung. Ebenfalls auf der Tagesordnung: die 125-Jahr-Feier. Redakteurin Julia Luttenberger hat sich mit Michael Detjen, dem Ersten Bevollmächtigten der IG Metall Kaiserslautern, über das Gestern und Heute der Gewerkschaft unterhalten.

Herr Detjen, heute Nachmittag findet die 125 Jahr-Feier der IG Metall Pfalz in der Fruchthalle statt, an der die IG Metall Ludwigshafen-Frankenthal und die IG Metall Neustadt beteiligt sind. Warum feiern Sie in Kaiserslautern?

Es gibt eine Kooperation der IG-Metall-Verwaltungsstellen in der Pfalz, wegweisende Dinge machen wir immer zusammen. Für die 125-Jahr-Feier haben wir einen ur-demokratischen Ort gesucht und uns für die Fruchthalle entschieden. Dort tagte eines der ersten pfälzischen Parlamente. Seit wann gibt es die IG Metall in Kaiserslautern? Die Vorgängerorganisation der IG Metall, der deutsche Metallarbeiter-Verband (DMV), wurde 1891 im Sommer in Frankfurt am Main gegründet. Kurz darauf wurde in Kaiserslautern die erste DMV-Verwaltungsstelle in der Pfalz mit Daniel Leßwing als erstem Bevollmächtigten gegründet. Wer waren denn damals die Mitglieder? Damals haben sich vor allem die Leute aus den Eisenwerken und der Firma Pfaff engagiert. Der DMV unterhielt damals eine Kranken- und Sterbekasse für Metallarbeiter in Kaiserslautern. Es gab zum Teil ordentlich Ärger, wenn sich die Mitarbeiter im Verband engagiert haben. Einige wurden deswegen entlassen. Ein positives Beispiel ist überliefert: Bei den Gebrüdern Pfeiffer hat man die Leute wohl in Ruhe gelassen. Wie viele Mitglieder hat die IG Metall in der Gegend denn heute? Wir haben etwa 9000 Mitglieder in Kaiserslautern und der Region. Zählt man alle Verwaltungsstellen der Pfalz zusammen, sind es etwa 34.000 Mitglieder. Die Grenzen zwischen den Verwaltungsstellen entsprechen dabei nicht den politischen Grenzen, sondern sind historisch gewachsen. So gehören beispielsweise die Mitglieder aus Pirmasens und Zweibrücken zur saarländischen Geschäftsstelle Homburg. Wer sind bei uns die größten Arbeitgeber, bei denen IG Metaller beschäftigt sind? Das sind Opel, GKN, Johnson Controls, Aco Guss, General Dynamics und Gebrüder Pfeiffer. Pfaff und das John Deere Entwicklungszentrum sind die kleineren. Wie sieht es mit den Themen aus, haben die sich im Verlauf der 125 Jahre geändert? Nach wie vor ist die soziale Sicherung ein großes Thema. Dazu zählen Arbeitszeit, Lohnerhöhung und Überstunden. Das waren 1906 in den Eisenwerken schon Themen, damals haben die Menschen dafür gekämpft, dass samstags um 18 Uhr Feierabend war. Aber auch die Krankenversicherung (KV) gehört seither zu den Themen, da diskutieren wir aktuell über die Parität. Im Oktober veranstalten wir eine große Konferenz zum Thema „Arbeitszeit im Wandel“ gemeinsam mit der Geschäftsstelle Ludwigshafen Frankenthal. Im kommenden Jahr werden wir uns auf die sozialen Sicherungssysteme konzentrieren und mit einem Sozialstaatsgipfel auf unsere Vorstellungen zum Thema Lebensstandard sichernde Rente aufmerksam machen. Im Übrigen sammeln wir unter dem Titel Fifty Fifty Unterschriften zur Widerherstellung der Parität in der KV. |jtt

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