Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Gärtner Hans Karlin verabschiedet sich vom Wochenmarkt

So kennen ihn alle Marktbesucher: Hans Karlin.
So kennen ihn alle Marktbesucher: Hans Karlin.

Hans Karlin verabschiedet sich vom Kaiserslauterer Wochenmarkt. Damit geht eine Ära zu Ende, die seine Eltern begründet haben. Eigentlich wollte er auf dem Marktfest von den Kunden Abschied nehmen. Doch das geht nun nicht.

Wer die vergangenen Male den Wochenmarkt auf dem Stiftsplatz besucht und sich nach Blumen und Pflanzen umgeschaut hat, wird ihn vermisst haben. Der Platz an der Ecke des Wochenmarktes zur Stiftskirche hin blieb in den vergangenen Wochen leer.

1981 hat Hans Karlin den Stand seiner Eltern Hans und Brunhilde Karlin übernommen, den diese seit 1956 geführt hatten. Wie in den vergangenen Jahren hatte Hans Karlin auch in diesem Jahr in den Wintermonaten Januar und Februar eine Pause auf dem Wochenmarkt eingelegt. „In dieser Zeit lohnt es sich für uns nicht, mit Pflanzen von Steinbach am Donnersberg nach Kaiserslautern zu kommen“, verweist er auf die karge Jahreszeit.

Als er zu Beginn der Corona-Krise Anfang März davon gehört habe, dass er nur Kräuterpflanzen, aber keine Schnittblumen verkaufen könne, hätte sich seine Präsenz auf dem Wochenmarkt nicht gelohnt. Gleichwohl habe er sich gefragt, warum der gegenüberliegende Rewe-Markt Schnittblumen verkaufen könne, ihm das als Gärtner aber untersagt sei. „Das habe ich bis heute nicht verstanden.“

Im Rentenalter angekommen

Da Hans Karlin, der zwischenzeitlich das Rentenalter erreicht hat, Ende Juni seinen Stand auf dem Kaiserslauterer Wochenmarkt aufgeben wollte und jetzt schon kaum nachkommt, seinem Sohn und Nachfolger in der Gärtnerei mit 3000 Quadratmeter Freiland zur Seite zu stehen, hat er sich entschlossen, seinen Stand auf dem Stiftsplatz vorzeitig aufzugeben. „Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen“, so der frühere Vorsitzende des Wochenmarkt-Vereins.

Mit der Belieferung von mehreren Verbrauchermärkten mit Pflanzen und Schnittblumen im Umkreis seines Gärtnerbetriebs hat sein Sohn Hans Karlin jun. ein neues Betätigungsfeld gefunden, bei dem ihm der Vater eine gute Hilfe ist.

Eigentlich hatte der Marktbeschicker die Absicht, sich von seinen langjährigen Kunden gebührend zu verabschieden. „Ich hatte an das bevorstehende Marktfest gedacht.“ Doch werde das sicherlich dem Coronavirus zum Opfer fallen, bedauert er.

„Der Markt war mein Leben“, sagt Hans Karlin mit Wehmut gegenüber der RHEINPFALZ. „Ich werde mir etwas anderes einfallen lassen müssen.“ Langjährige Kunden hätten zwischenzeitlich den Weg nach Steinbach am Donnersberg in seine Gärtnerei gefunden.

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