Nachspielzeit FV Bruchmühlbach will zurück zu den Wurzeln

Er wollte den FVB vor dem Abstieg retten, durfte aber nicht: Uwe Dengel.
Er wollte den FVB vor dem Abstieg retten, durfte aber nicht: Uwe Dengel.

Eigentlich hätte der FV Bruchmühlbach am Sonntag in der Abstiegsrunde der Fußball-Bezirksliga Westpfalz sein letztes Saisonspiel bestreiten sollen. Doch wie schon eine Woche davor trat das Team auch diesmal nicht an. Ein Verhalten, das der Interimstrainer Uwe Dengel überhaupt nicht verstehen konnte.

Er wollte den FVB in den letzten drei Ligaspielen vor dem Abstieg retten und war auch überzeugt davon, dass er das mit der Mannschaft geschafft hätte, wenn man ihn nur gelassen hätte. Aber die Führung des FVB ließ ihn nicht. Die Mannschaft durfte nicht mehr antreten. Damit war der gewollte Abstieg in die A-Klasse Kusel-Kaiserslautern besiegelt. Warum? Alle anderen wollen aufsteigen oder zumindest die Klasse halten - der FVB will das Gegenteil, will den Weg nach unten gehen. Über die Beweggründe des Vereins äußerte sich der zum Vorstand des FVB gehörende Thomas Zipp in einem Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Die Entscheidung, dass wir absteigen wollen, fiel schon im vergangenen November“, sagt Zipp und erklärt dann auch, warum man ausgerechnet vor dem Spiel gegen Winnweiler die Notbremse zog und nicht mehr antrat. So sei man ursprünglich der irrigen Ansicht gewesen, man könne die Runde durchspielen, sportlich den Abstieg vermeiden und dann erklären, dass man in der nächsten Saison nicht in der Bezirksliga, sondern lieber in der A-Klasse spielen möchte. „Es war ein Fehler, dass wir uns da nicht besser informiert haben.“ Das böse Erwachen kam dann, als man vom Vorsitzenden des Fußballkreises Kusel-Kaiserslautern, Rainer Pfaff, erfuhr, dass die Mannschaft dann bis in die C-Klasse durchgereicht würde und man in der nächsten Saison ganz unten spielen müsse.

Aber solch einen Absturz wollten sich die Abstiegswilligen dann doch nicht antun. Dass man beim FVB überhaupt auf die absonderliche Idee gekommen war, sportlich den Abstieg aus der Bezirksliga vermeiden zu wollen, dann aber freiwillig eine Klasse runterzugehen, hat mit dem Mäzen des Vereins zu tun. Der sei, sagt Zipp, „noch nie abgestiegen“, und deshalb habe man sich für die oben genannte Abstiegsvariante entschieden. Als dann aber klar war, welche Folgen das haben würde, entschied man sich, zu den letzten beiden Spielen nicht mehr anzutreten und damit den sportlichen Abstieg in Kauf zu nehmen. Damit ging für den FVB eine überaus turbulente Saison zu Ende. „Ich könnte ein Buch darüber schreiben“, sagt Thomas Zipp, der für den FVB selbst schon spielte und für den der Verein eine Herzenssache ist. Der 57-Jährige sieht den FVB vor einem Neubeginn. Man wolle „weg vom Geld und zurück zu den Wurzeln“, betont Zipp. Dabei werde man auf eine neue Mannschaft setzen und auf einen neuen Trainer, auf Jochen Pfaff. Kein Unbekannter. Pfaff ist als Torwarttrainer bei Eintracht Trier engagiert. „Er hat viele Verbindungen und hat die neue Mannschaft schon zusammengestellt“, sagt Zipp und beschreibt den neuen FVB-Coach so: „Er ist eine Mischung aus Peter Rubeck und Karl-Heinz Halter.“ Eine brisante Mischung. Haben sich die beiden doch einen Namen als leidenschaftliche und erfolgreiche Trainer gemacht. Eifert Jochen Pfaff den beiden nach und spielt mit seinem Team oben mit, dann könnte der FVB in der kommenden Runde vor der Frage stehen: Was tun, wenn der Aufstieg in die Bezirksliga droht, aus der man ja unbedingt raus wollte? Peter Knick

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