Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Fußballkreis-Vorsitzender Rainer Pfaff zurückgetreten

Hat lange überlegt und sich dann entschieden: Rainer Pfaff.
Hat lange überlegt und sich dann entschieden: Rainer Pfaff.

Seit langem haderte er mit der Arbeitsweise und der Struktur des Verbandes, jetzt hat Rainer Pfaff die Konsequenzen gezogen und den Vorsitz im Fußballkreis Kusel-Kaiserslautern niedergelegt. Der Schritt kommt nicht überraschend.

„Tschüss SWFV. Ab sofort genieße ich mein Pensionärsleben.“ Mit diesem Facebook-Post am späten Samstagabend hat Rainer Pfaff seinen Rücktritt als Kreisvorsitzender bekanntgegeben. Den offiziellen Weg schlug er dann am Montag ein, wie Verbands-Präsident Hans-Dieter Drewitz auf RHEINPFALZ-Anfrage bestätigte: „Rainer Pfaff hat dem Südwestdeutschen Fußballverband mitgeteilt, dass er mit sofortiger Wirkung von seinen Ämtern im Verband zurücktritt. Wir danken ihm für die langjährige geleistete Arbeit für den Fußball und erwarten nunmehr den Vorschlag aus dem Kreisausschuss für die Nachfolgeregelung.“

Vorausgegangen waren Monate der Ernüchterung und Frustration. Pfaff, der sich ehrenamtlich auch für seinen Heimatverein FV Olympia Ramstein engagiert, bemängelte schon lange, dass sich die Verbände immer weiter von der Basis entfernten. Mit vielen Vorgaben aus Frankfurt und Edenkoben war er nicht mehr einverstanden. Er versuchte sich als Präsidiumsmitglied im SWFV immer wieder Gehör zu verschaffen, war aber am Ende nur noch „frustriert und ausgebrannt“.

Kein Schnellschuss

Seine Entscheidung reifte nach der letzten Präsidiumssitzung vor rund zwei Monaten. Er sei verärgert und frustriert gewesen über einige Präsidiumskollegen, wollte aber nicht sofort das Handtuch werfen. Der Prozess reifte acht Wochen lang, ehe am Samstag offenbar ein Telefonat das Fass zum Überlaufen brachte. Details wollte Pfaff nicht nennen, „ich möchte keine dreckige Wäsche waschen“.

„Ich kann einfach nicht mehr“, gab Rainer Pfaff im RHEINPFALZ-Gespräch zu Protokoll. Jahrelang habe er sich dafür eingesetzt, die Arbeitsweise innerhalb des Verbandes zu verbessern. „SWFV und DFB entfernen sich immer weiter von der Basis, es wird nur noch nach oben, aber nie nach unten geschaut.“

Immer wieder kritisierte er das langfristig angelegte Kinderfußballprojekt des Verbandes, das den Vereinen, wie Pfaff meint, „übergestülpt“ wurde. Wer ausschert, werde „penibel kontrolliert und sanktioniert“, ärgert er sich. Für ihn komme das einem Fußball-Verbot gleich. „Das kann ich nicht länger mittragen.“

Uwe Kadel übernimmt

Rainer Pfaff war sechs Jahre lang Kreisvorsitzender und zuvor sechs Jahre lang Stellvertreter von Karl-Heinz Scherer. Bis zum nächsten Kreistag in eineinhalb Jahren wird Uwe Kadel (Reichenbach) die Amtsgeschäfte übernehmen. Die erste Kreisausschuss-Sitzung ohne Pfaff findet am morgigen Donnerstag statt.

Mit dem Rücktritt sei ihm „eine Last von den Schultern gefallen“, so der 62-Jährige. Natürlich werde er sich auch weiterhin für seinen Heimatverein engagieren. Und: „Meine Frau hat genug Aufgaben für mich.“

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