Kaiserslautern
Fronleichnamsfest: „Regenwolken mit Weihrauch vertreiben“
„Lasst uns die Regenwolken mit Weihrauch vertreiben“, sagte Dekan Steffen Kühn zu Beginn des Gottesdienstes auf dem Stiftsplatz. Dort hatten sich am Vormittag mehrere hundert Katholiken aus den Stadtpfarreien Heilig Geist, Heiliger Martin und Maria Schutz versammelt. Farbige Marktschirme, die in den Vorjahren als Sonnenschutz dienten, sollten vorbeugend vor Regen schützen. Doch außer den dunklen Wolkenfeldern und ein paar Tropfen Regen zeigte sich Petrus gnädig. Ministranten und Fahnenträger, Kommunionkinder und Abordnungen der Kolpingfamilien sowie der Studentenverbindung Merowignia gruppierten sich um den Altar. Unter den Priestern der Stadt war erstmals Alec Scott, der US-Militärgeistliche der Gemeinde Sembach, vertreten. „Lasst uns als Weltkirche unterwegs sein“, lud Kühn ein.
Prozession zieht durch die Bismarckstraße
„Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm“, erinnerte Diakon Markus Breuer von der Pfarrei Maria Schutz in einer kurzen Predigt an das Evangelium. Die Eucharistie sei die tiefste Verbindung mit Jesus. Fronleichnam lade dazu ein, Jesus im täglichen Leben sichtbar zu machen, sagte Breuer. Musikalisch gestalteten die Chöre von Heilig Geist und Heiliger Martin zusammen mit dem Kolpingblasorchester die Messfeier. Die Kollekte war für soziale Projekte, die Essensausgabe der Franziskanerinnen, die Pflasterstube der Pfarrei Heiliger Martin und die Brotausgabe der Pfarrei Maria Schutz bestimmt.
Eine Station auf dem Prozessionsweg durch die Bismarckstraße war vor dem Gebäude der Stadtwerke. Dort hatte die polnische Gemeinde einen Altar mit Rosen und Ähren geschmückt. Zusammen mit Kommunionkindern thematisierte Pastoralreferent Andreas Braun das Brot. Brot sei mehr als die Grundversorgung, es sei alles, was man zum Leben brauche, erinnerte er an Jesus, „der sich uns im Brot schenkt und für uns da sein will“.
Bratwurstduft und frische Erbsensuppe
Nahtlos an die Fronleichnamsprozession schloss sich auf der Pfarrwiese von Maria Schutz das Klosterfest an. Bratwurstduft vom Rolling Snack und der Geruch von am frühen Morgen frisch zubereiteter Erbsensuppe, die in großen Kesseln brodelte, kitzelten die Gaumen der Besucher. Im Nu waren die Biertischgarnituren belegt, bildeten sich an den Ausgaben für Suppen, Getränke und Kuchen erste Schlangen. Kaum hatten die Pfarrer Kühn und Klaudiuz Okon ihre Messgewänder abgelegt, machten sie sich an den Ausgaben für Erbsensuppe und Bockwurst nützlich.
Wie in den Vorjahren verstand es Alexander Huber als Conférencier, die Gäste willkommen zu heißen und durch das Programm zu führen. „Das 46. Klosterfest wäre ohne sie nicht möglich. Halten Sie durch“, ermutigte er Jung und Alt. Und während unter einem langen weißen Zeltdach Mitglieder des Kolpingblasorchesters Kaiserslautern ihre Plätze einnahmen, Vorsitzender Andreas Vicinus und Dirigent Richard Tebuckhorst die Musiker auf die Programmfolge einstimmten, schien es, als hätten sich die grauen Wolken, die sich immer wieder über das Festgelände legten, von dannen gemacht.
Zu mehr christlichem Handeln in der Welt und dazu, sich aktiv für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit einzusetzen, lud das Klimamobil der Kolpingjugend ein. Bei einem Klimaquiz waren Jugend und Erwachsene gefragt, ihr Klima-Wissen zu testen. Wie bunt und kreativ selbst gefertigte Kleider und Handtaschen sein können, zeigte der Stand der Senegalhilfe. Für die kleinen Gäste verwandelte sich der Klostergarten in ein Spieleparadies.