Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Frischer Wind im Quack: Der Verein für Aquarien- und Terrarienkunde will neue Mitglieder gewinnen

Die Verantwortlichen des Vereins für Aquarien- und Terrarienkunde stehen bei Fragen rund um das Tierwohl gerne zur Verfügung. Na
Die Verantwortlichen des Vereins für Aquarien- und Terrarienkunde stehen bei Fragen rund um das Tierwohl gerne zur Verfügung. Natürlich sind auch neue Mitglieder auf dem Gelände mit der Gaststätte Quack willkommen. Auf dem Foto (von links): Sascha Michaeli, der neue Vorsitzende Daniel Bendel, Thomas Leitz und Thomas Fisch.

Weniger Mitglieder, hohes Durchschnittsalter: Der Verein für Aquarien- und Terrarienkunde hat Sorgen. Doch mit neuem Vorsitzenden soll sich auf dem Quack-Gelände etwas tun

Daniel Bendel hat gerade erst von seinem Vater den Vorsitz des im Jahr 1929 gegründeten Vereins für Aquarien- und Terrarienkunde Kaiserslautern übernommen. Von Kindesbeinen an ist er mit den Gebäuden und dem naturnahen Terrain auf dem Gelände der Gaststätte Quack sowie des zugehörigen Biergartens vertraut.

Auf Bendel und seine Mitstreiter warten besondere Herausforderungen: Die Anzahl der Vereinsmitglieder hat sich von einst 150 auf jetzt 40 verringert, das Durchschnittsalter liegt bei über 60 Jahren. Doch Bendel hat den Ehrgeiz, jüngere Mitglieder zu gewinnen. Gemeinsam mit der stellvertretenden Vorsitzenden, seiner Freundin Sara Lühmann, will er das Areal an der Entersweiler Straße zu einem attraktiven Freigelände für Freunde der Aquarien- und Terrarienkunde um- und ausbauen.

Mit LED-Technik ist Stromrechnung kein Problem mehr

Bewegungslos liegt der kleine, nur etwa zehn Zentimeter lange Wels auf dem grobkörnigen Sand des Aquariumbodens. Sein Äußeres ist geprägt von schmalen Streifen auf weißem Grund, die ineinander verschlungen über Kopf, Rücken und Flossen verlaufen. Er ist ein sehr scheues Tier: Schon bei der geringsten Annäherung des Kameraobjektivs in Richtung Aquarium schlägt er pfeilschnell mit der Flosse. Sandkörner stieben auf, kurz danach ruht der kleine Wels im Halbdunkel des Aquariumbodens unter knorrigem Ziergehölz. „Das ist der L201 Hypancistrus sp., er lebt in den Gewässern des Rio Orinoco im Grenzgebiet zwischen Kolumbien und Venezuela“, erläutert der Vorsitzende.

Das Licht in dem kellerartigen Raum mutet magisch an: Neben einigen blauen Lichtquellen wird das schmale Gewölbe von den farbigen Lampen in den Aquarien ringsum an der Wand beleuchtet. Was antwortet er Leuten, die beim Betreiben von Aquarien gleich an viel Arbeit und hohe Stromrechnungen denken? „Die Haltung von Lebewesen ist immer mit ziemlich viel Arbeit verbunden. Wer das nicht will, sollte sich erst gar nicht damit beschäftigen“, sagt Bendel. Zumal die Stromrechnung angesichts der heute üblichen LED-Technik meist kein Problem sei.

Piranhas fressen sich gegenseitig auf

Aquarien-Neulingen steht der Verein auch gerne mit Rat und Tat zur Seite. Auf die Frage nach typischen Anfängerfehlern erwidert der Vorsitzende: „Es sollten keinesfalls die falschen Fische zusammen ins Becken gesetzt werden.“ Logischerweise passten Raubfische nicht zu friedlichen Arten. „Ich habe ganz früher einmal Piranhas gehalten, die haben sich schließlich gegenseitig aufgefressen.“ Brendel versichert, bei Problemen rund um die Tierhaltung stehe der Verein per Anruf oder über die sozialen Medien Rede und Antwort. Und er hat einen weiteren Tipp parat: „Natürlich sollte man ein Aquarium nicht dem Sonnenlicht aussetzen, sonst wachsen die Algen unglaublich schnell.“ Bessere und schnellere Hilfe – beispielsweise bei Krankheiten der Aquarium-Bewohner – als im Internet finde der Tierfreund bei den Vereinsmitgliedern.

Am meisten würde er sich natürlich darüber freuen, wenn Aquarien- oder Terrarienfreunde persönlich beim Quack vorbeikämen. Die Fischbörse finde an jedem ersten Sonntag im Monat ab 9 Uhr statt. Dort könnten auch einzelne Tiere von Züchtern erworben werden. Jeden Mittwoch um 16 Uhr trifft sich außerdem ein Stammtisch. Gäste seien immer willkommen. Nicht zuletzt macht Bendel darauf aufmerksam, dass sich der Verein als eine Art Auffangstation für Ziervögel, Fische und Reptilien verstehe. Werde Hilfe benötigt, stünden auf dem Gelände vielfach Kapazitäten zur Verfügung.

Die Serie

In unserer Serie „Vereinssache“ stellen wir Vereine aus Stadt und Landkreis Kaiserslautern vor. Wer vorgestellt werden will, kann eine E-Mail an redkai@rheinpfalz.de schreiben.

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