Kaiserslautern Frisch gepresster Apfelsaft schmeckt
„Rund um den Apfel“ drehte sich am Samstag einiges auf dem Kaiserberg der Gartenschau. Zu dem Aktionstag hatte sich das Ökologieprogramm der Stadt Kaiserslautern etwas einfallen lassen.
Kälter ist es geworden in der Natur. Auch auf dem Kaiserberg, wo Mitarbeiter des Ökologieprogramms um Leiterin Doris Preuninger sich ins Zeug gelegt haben, den Apfel ins rechte Licht zu rücken. Während im Blockhaus die Tafel mit leckeren Apfelkuchen gerichtet ist, machen sich Helfer neben der Holzhütte nützlich, mit einer Häckselmaschine Äpfel zu zerkleinern. Ein Winterrambur ist es, eine alte Apfelsorte, die sie auf der Streuobstwiese der Gartenschau geerntet haben. Schüsselweise wird eine daneben stehende Obstpresse mit Apfelschnitzel gefüllt. „Die Ernte war nicht so gut“, weiß Wolfgang Hain. Der Frost habe den Obstbäumen im Mai stark zugesetzt. Minus sieben Grad hätten der Baumblüte geschadet. Und je mehr die Winde Apfelschnitzel in der Presse zerdrückt, desto mehr füllt sich das Gefäß am Boden mit Apfelsaft. Etwas trüb und bräunlich tröpfelt das Fruchtgetränk aus der Obstpresse. Ein erster Schluck: Süß und aromatisch schmeckt der frisch gepresste Apfelsaft. Derweil hat Doris Preuninger Semira Karg und Petra Faber durch den neu errichteten Hildegard-von-Bingen- Garten geführt. Semira Karg freut sich bereits auf einen kreativen Tanz, den sie mit Kindern einüben will. „Die Kinder sollen tänzerisch das Gefühl haben, dem Herbst auf der Spur zu sein“, macht die Tanzlehrerin neugierig auf ihren Beitrag zum Apfeltag. Und Yogalehrerin Petra Faber hat sich vorgenommen, Kinder gedanklich in die Rollen von Tieren schlüpfen zu lassen und mit ihnen eine Fantasiereise durch die Streuobstwiese zu unternehmen. Und während sich Jutta Hach mit Bastelmaterialien rund um den Apfel gerüstet hat, führt Gärtnermeister Herbert Ritthaler Interessenten in die Kunst der Obstbaumpflege ein. „Wer einen Obstbaum pflanzt, will Spaß an ihm haben“, sagt der Inhaber einer Baumschule in Hütschenhausen. Hauptsache geschnitten, könne nicht das Ziel sein. Ein Baum brauche mehr, um sich gut zu entwickeln, seine Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Ritthaler geht auf Fragen der Gartenfreunde ein und unterscheidet zwischen Fremd- und Selbstbestäubern. Zu den ersten zählt er alle Apfelbäume, zu den zweiten Pfirsich- und Aprikosenbäume. Mit Leiter und Baumsäge geht es in die Streuobstwiese. Demonstrationsobjekt ist ein etwas zurückgebliebenes Exemplar der „Frankelbacher Mostbirne“, eine alte einheimische Birnensorte. Um dem Baum was Gutes zu tun, müsste zuerst die Baumscheibe umgegraben werden, verweist der Obstbaumexperte auf den Grasbewuchs rund um den dünnen von Flechten umgebenen Stamm des Birnbaums. Die Flechte sei auffällig, aber nicht schädlich. Er schaut sich die Triebe an und meint, mit ein paar Astschnitten und etwas Dünger um die Baumscheibe könne man dem Birnbaum Hilfe zur Selbsthilfe geben.