Sembach Frau und Kinder auf offener Straße mit Messer bedroht: Staatsanwalt erhebt Anklage

Weil er in Sembach eine deutsch-amerikanische Familie bedroht haben soll, muss sich ein 39-jähriger Mann vor Gericht verantworte
Weil er in Sembach eine deutsch-amerikanische Familie bedroht haben soll, muss sich ein 39-jähriger Mann vor Gericht verantworten.

Wegen Bedrohung einer deutsch-amerikanischen Familie am 10. März in Sembach hat die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern gegen einen 39-jährigen Mann Anklage zum Schöffengericht erhoben.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, auf offener Straße und mit einer schwarzen Maske vermummt eine Mutter und ihre beiden kleinen Kinder, die in seiner Nachbarschaft wohnten, mit einem Messer bedroht zu haben. Dabei soll er sie auf Englisch aufgefordert haben, „sein Land“ zu verlassen. Dabei habe er „Heil Hitler“ gerufen. Die Frau konnte sich mit ihren Kindern in Sicherheit bringen. „Dem 39-Jährigen wird der Vorwurf der Bedrohung und des öffentlichen Verwendens eines Kennzeichens einer ehemaligen nationalsozialistischen Organisation gemacht.“ Außerdem habe der 39-Jährige bei seiner Festnahme mehrere Polizeibeamten beleidigt und bedroht.

Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fanden die Ermittler eine Präzisionsschleuder und scharfe Munition, für die der 39-Jährige keine Erlaubnis hatte. Ihm wird deswegen ein Verstoß gegen das Waffengesetz zur Last gelegt. Auch Gegenstände mit NS-Symbolen stellten die Beamten sicher. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ordnete die Ermittlungsrichterin an, den Mann in einer psychiatrischen Klinik unterzubringen; dort befindet er sich noch immer.

Der 39-Jährige hat laut Staatsanwaltschaft die ihm zu Last gelegten Taten eingestanden, soweit er sich an den Tag habe erinnern können. Er habe viel Rotwein getrunken, gab er an und beteuerte, dass er die Frau auf keinen Fall habe verletzen wollen. Er sei nicht rechts orientiert. Ermittlungen zu einem eventuellen rechtsradikalen Hintergrund ergaben laut Staatsanwaltschaft keine Beweise für die Zugehörigkeit zur rechtsradikalen Szene. Nach dem Ergebnis der Blutprobe stand der 39-Jährige während des Vorfalls unter Alkohol und Drogen. Laut psychiatrischem Gutachten besteht eine Alkoholabhängigkeit.

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