Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Früherer Boxer Emil Schulz in russischem Film

Emil Schulz mit der Silbermedaille der Olympischen Spiele von 1964 in Tokio (Japan). Foto: VIEW
Emil Schulz mit der Silbermedaille der Olympischen Spiele von 1964 in Tokio (Japan).

In einem Film über das russische Boxidol Waleri Popenchenko wird auch an den Kaiserslauterer Emil Schulz erinnert, einen der Großen des deutschen Amateur-Boxsports. Denn bei den Olympischen Spielen 1964 von Tokio trafen sich beide Boxer im Ring: Schulz unterlag dem damals in Leningrad stationierten Offizier der Grenzschutz-Truppen im Mittelgewichts-Endkampf in der dritten Runde durch Abbruch.

Emil Schulz’ Witwe Ursula erfuhr von dem Film über eine Anfrage der Russischen Box-Föderation an den Deutschen Boxsport-Verband. Der wiederum setzte sich mit dem Präsidenten des Südwest-Verbandes, Ramie Al-Masri, in Verbindung, der dann mit Ursula Schulz. Emil Schulz starb im März 2010.

In der schriftlichen Anfrage aus Moskau wird um die Zustimmung „der direkten Erben von Emil Schulz“ zu dessen Namensnennung und bildlicher Darstellung gebeten. Nach Angaben von Ramie Al-Masri und dem FCK-Boxabteilungsleiter Walter Freitag entsprach Ursula Schulz der Bitte aus Moskau. In dem dortigen Filmstudio „Kinodom“ hat Regisseur Artem Mikhalkov im März mit den Dreharbeiten zu dem Streifen begonnen; 2020 soll Premiere sein.

Der aus Taschkent stammende Waleri Popenchenko, nach anderer Schreibweise Popentschenko, bestritt acht Länderkämpfe (unter anderem 1960 in Kiew, wo er beim Vergleich UdSSR – Bundesrepublik Deutschland Emil Schulz nach Punkten besiegte), war 1963 und 1965 Europameister und zwischen 1959 und 1965 siebenmal Sowjet-Meister. Der Bau-Ingenieur starb im Alter von 36 Jahren bei einem Berufsunfall in Moskau. Bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio trafen Popenchenko und Schulz aufeinander.

Das Olympia-Silber von 1964 war der Höhepunkt der Boxerlaufbahn des Emil Schulz. Vor dem Endkampf mit Popenchenko besiegte er den Briten William Stack durch K.o. in der zweiten Runde, Ion Moinea (Rumänien) und Francesco Valle (Italien) punktete er aus. Dem wie sein 1. FCK-Vereinskollege Karl Mildenberger in der Rechtsauslage kämpfenden Schulz wurden zwischen 1960 und 1964 nur wenige Gegner gefährlich, seine Spezialität war ähnlich wie bei Mildenberger der linke Leberhaken. Schulz blieb in 21 von 22 Länderkämpfen Sieger und verlor ebenfalls nur 21 seiner 223 Ringduelle. Seine Sportlerlaufbahn musste er nach Olympia 1964 wegen einer Lungenerkrankung aufgeben.

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