Kaiserslautern
Früher Feierabend: IG Metall stimmt auf nächste Runde der Tarifverhandlungen ein
Während die IG Metall acht Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie fordert, bietet die Arbeitgeberseite 3000 Euro, verteilt über 30 Monate, an. „Was die angeboten haben, das ist nur frech“, sagt Bernd Löffler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Kaiserslautern. Er und seine Kollegen haben zu den ersten Aktionen während der Tarifrunde aufgerufen. „Nächsten Donnerstag steht in Saarbrücken die nächste Verhandlungsrunde an, mit eurer Teilnahme hier zeigt ihr den Arbeitgebern, dass ihr hinter der Forderung steht.“
Thorsten Zangerle, Opel-Betriebsratsvorsitzender und Teilnehmer der Verhandlungsrunde von Arbeitnehmerseite, nennt das vorliegende Angebot „eine Provokation“. Die Unternehmen führten an, dass es ihnen wirtschaftlich schlecht gehe, Energiekosten und Materialpreise steigen. Zangerle: „Aber wir haben auch Preissteigerungen auszuhalten – und keine Möglichkeit, das weiterzugeben.“ Statt ein ernsthaftes Angebot zu machen, brächten die Arbeitgeber Kürzungen von Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld ins Gespräch. Zangerle: „Das hat hier nichts zu suchen!“
Nächste Woche mit Bussen zum Verhandlungstag
Mit Blick auf Opel, nach Angaben der IG Metall sind im Kaiserslauterer Werk aktuell rund 1250 Menschen beschäftigt, sagte Zangerle: „Dieser Konzern kann es sich leisten, seine Mitarbeiter besser zu bezahlen.“ Die Auftragsbücher seien voll, dem Unternehmen gehe es gut. Er zeigte sich kämpferisch: „Das heute ist erst der Anfang, wir werden noch eine Schippe drauflegen, wenn kein anderes, besseres Angebot der Arbeitgeberseite kommt.“
Nicht nur bei Opel ging’s früher in den Feierabend. Weitere Aktionen gab es unter anderem bei Gebrüder Pfeiffer und General Motors. Mit drei Bussen fahren Gewerkschaftsmitglieder aus dem Raum Kaiserslautern nächste Woche zu den Verhandlungen nach Saarbrücken.